Die deutsche Sprachgeschichte ist ein komplexer Untersuchungsgegenstand und die zu nutzenden Untersuchungsmethoden nicht minder umfangreich und vielfältig.Ich schließe mich der Meinung des Autors an, dass Bücher zur deutschen Sprachgeschichte reichlich vorhanden sind. Doch bin ich mir sehr sicher noch keines wie dieses von Stefan Hartmann in den Händen gehalten zu haben. Die Fokussierung auf die Methoden mit verständlichen Bespielen und Denkanstößen ist innovativ. Interessant sind die Infoboxen, die sich durch das ganze Buch ziehen. Sie stellen komplexe Sachverhalte logisch und übersichtlich dar. Die Denkpausen und Aufgaben regen zum Mitdenken an und sorgen für die Abwechslung zwischen dem, mit unter, komplexen theoretischen Lehrnstoff.Das Hauptaugenmerk liegt bei dem Lehrbuch auf dem Wandel und der Entwicklung der deutschen Sprache von der Vorgeschichte der deutschen Sprache über das Althochdeutsche, das Mitttelhochdeutsche bis zum Frühneuhochdeutschen und erklärt die phonologischen, morphologischen, lexikalischen, pragmatischen und graphemischen Veränderungen umfangreich. Bei dieser Fülle an Untersuchungsmaterial kommt der historische Kontext verständlicher Weise zu kurz. Für die Erarbeitung von historischen Ereignissen empfiehlt sich daher anderes Nachschlagewerk.Dies mindert in keinster Weise die umfangreichen, übersichtlich strukturierten und wissenschaftlich verständlichen Untersuchungsaspekte mit denen das Lehrbuch aufwarten kann. Für Erstlingsstudierende (nicht nur der Germanistik) empfiehlt sich der angehängte Teil zur Anfertigung einer Seminararbeit mit Hinweisen zum Aufbau, häufigen Fehlern und richtigem Zitieren.
Das zu rezensierende Buch mit dem Titel „Deutsche Sprachgeschichte“, geschrieben von Stefan Hartmann und erschienen im Jahr 2018 im utb-Verlag, stellt eine Einführung in den deutschen Sprachwandel sowie in die (sprach-) wissenschaftliche Arbeitsweise dar. Als Ziel strebt der Autor die Vermittlung von Grundlagenwissen in den beiden aufgeführten Bereichen an.Um dieses Vorhaben zu realisieren, wird zuerst ein allgemeiner Überblick über die Fachtermini der Sprachwissenschaft, die Theorien des Sprachwandels sowie über verschiedene Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens geboten. Daran anschließend wird die Entwicklung der deutschen Sprache beginnend beim Indoeuropäischen und Westgermanischen über das Althochdeutsche und Mittelhochdeutsche bis hin zum Frühneuhochdeutschen thematisiert. Im Anschluss daran beleuchtet der Autor spezifische Bereiche der Sprachwissenschaft wie die Phonologie, Semantik, Morphologie oder die Pragmatik auf zweierlei Weise. Zum einen erhält der Leser einen Überblick über die Entwicklung der einzelnen Bereiche. Zum anderen erhält der Leser wertvolle Strategien und Ratschläge, wie sich eine sprachwissenschaftliche Arbeit über den Wandel des jeweiligen Bereichs der Sprachwissenschaft aufbauen und umsetzen lässt. Das Lehrbuch schließt mit einem Fazit, welches den Sprachwandel prägnant zusammenfasst und die weitere Entwicklung porträtiert. Im Anhang sind darüber hinaus wertvolle Tipps für das Verfassen von sprachwissenschaftlichen Seminararbeiten zu finden.Die Gliederung und der Aufbau des Lehrwerks ist in sich schlüssig und nachvollziehbar, da der Autor zum Einstieg einen allgemeinen Überblick über die Sprachwissenschaft und die Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens bietet, bevor er im Einzelnen die Bereiche der Sprachwissenschaft sowie deren wissenschaftliche Umsetzung skizziert.Gelungen sind außerdem die integrierten Infoboxen, Denkpausen und Aufgaben, die entweder hilfreiche Informationen liefern oder das Nachdenken über das Gelesene anregen sollen. Allerdings wird der Lesefluss gerade im vierten Kapitel über den phonologischen Wandel durch viele aufeinanderfolgende Infoboxen gestört. Bei den anderen Kapiteln tritt zwar dieses Problem nicht erneut in einem derartigen Ausmaß auf, jedoch könnte an ausgewählten Stellen die Länge der Infoboxen durch beispielsweise Stichpunkte reduziert werden, wodurch der Lesefluss auch verbessert würde.Sprachlich ist das Lehrbuch sehr gut verständlich und auch für Einsteiger geeignet, da Fachbegriffe gut erklärt werden und komplexe Sachverhalte mit anschaulichen Beispielen versehen sind. Des Weiteren trägt der Fettdruck relevanter Begrifflichkeiten zum weiteren Verständnis der Fachtermini bei.Inhaltlich sind entsprechend einer Einführung viele wichtige Informationen bereits enthalten. Besonders hervorzuheben sind die zusammenfassenden Aspekte zum wissenschaftlichen Arbeiten, die gute und wichtige Ratschläge enthalten sowie häufig gemachte Fehler sowie deren Vermeidung benennen. Trotz des komplexen Gebietes der Statistik gelingt dem Autor auch gerade im zweiten einführenden Kapitel und fünften Kapitel zum morphologischen Wandel eine gelungene und verständliche Einführung in die Statistik und Auswertung, welche mit anschaulichen Tabellen und Grafiken bereichert wird. Nichtsdestotrotz fehlen an einigen Stellen noch relevante Punkte und sollten ergänzt werden. So werden im zweiten einführenden Kapitel als Methoden zum wissenschaftlichen Arbeiten lediglich die Fragebogenstudie und das Experiment aufgeführt, während die Korpusanalyse oder die Befragung nur kurz oder sogar überhaupt nicht erwähnt werden. Darüber hinaus könnten zumindest die Namen der Sprachwissenschaftler aufgeführt werden, die sich intensiv mit Sprachwandeltheorien auseinandersetzen oder diese geprägt haben, wie beispielsweise Chomsky und seine Idee der Universalgrammatik. Vereinzelt wird weiterführende Literatur zum entsprechenden Themengebiet aufgeführt, diese erstreckt sich jedoch lediglich meist auf eine oder zwei Literaturangaben. Auch an dieser Position wäre eine größere Auswahl wünschenswert.Insgesamt handelt es sich allerding bei „Deutsche Sprachgeschichte“ von Stefan Hartmann um eine gute Einführung, die Basiswissen im Bereich des Sprachwandels, der wissenschaftlichen Arbeitsweise sowie Statistik sehr gelungen und anschaulich vermittelt. Darüber hinaus helfen die Ratschläge zum wissenschaftlichen Arbeiten und tragen zur Fehlervermeidung bei. Das Lehrwerk ist daher besonders geeignet für Erstsemesterstudierende, die einen allgemeinen Überblick über die Sprachwissenschaft und deren Arbeitsweise erhalten möchten oder für Studierende, die sich mit einem groben Konzept für eine sprachwissenschaftliche Seminararbeit vertraut machen möchte. Für Fortgeschrittene, die bereits an sprachwissenschaftlichen Veranstaltungen teilgenommen und bereits eine sprachwissenschaftliche Arbeit verfasst haben, ist das Lehrwerk nur bedingt zu empfehlen.
Das Buch hat neben einer ausführlichen Einführung wesentliche Aspekte der deutschen Sprachgeschichte übersichtlich in die Kapitel der historischen Ablaufs gegliedert und überzeugt schon deshalb von klarer Struktur und Transparenz. In klarer Sprache werden Erläuterungen mithilfe einleuchtender und wesentlicher Beispiele erklärt. Zur Examensvorbereitung war mir dieses Buch neben meiner Skripte aus dem Studium eine gute und sehr hilfreiche Stütze. Die verschiedenen Ebenen (Phonologischer, Morphologischer, Syntaktischer und semantischer sowie pragmatischer Wandel, und dem graphemtischen Wandel) ermöglichen eine systematische Erarbeitung der verschiedenen Stufen, und können bei Bedarf sofort näher betrachtet werden, ohne dass zuvor lange Kapitel vorab gelesen werden müssen. Schnelle Erklärungen mithilfe von wesentlichen Tabellen oder Figuren bieten eine grundlegende verständnisvolle Darstellung des Beschriebenen. "Denkpausen" ermöglichen sein erworbenes Wissen zu überprüfen und anzuwenden, notfalls zu revidieren.Ich würde das Lehrwerk jeden meiner Kommilitonen weiterempfehlen.