Der deutsche Filmemacher Hans-Jürgen Syberberg, Jahrgang 1935, gilt als einer der herausragendsten Vertretern des Neuen Deutschen Films. 1966 dreht der Regisseur ein Interview mit Romy Schneider in Kitzbühel. Die damals 27jährige Schauspielerin, durch ihre Rolle in den „Sissi“-Filmen schon berühmt, stand vor einer Weltkarriere. Ihr Bühnenerfolg in Luchino Viscontis „Schade, dass sie eine Dirne ist“ und ihre Zusammenarbeit mit Orson Welles in der Kafka-Verfilmung „Der Prozess“ lagen bereits hinter ihr. Alan Deloin auch. Während eines Skiurlaubs in Österreich stand sie Hans-Jürgen Syberberg Rede und Antwort. Das intime Portrait zeigt eine von Ängsten und Selbstzweifeln geprägte junge Frau. Romy Schneider spricht von dem Druck der Öffentlichkeit, von ihrer seelischen Verfassung, von ihren Nöten, Hoffnungen und ihrem künstlerischen Anspruch. Nur selten lacht die schöne Frau. Nach Drehbeginn kam es zum Eklat. Harry Meyen, der Ehemann von Romy Schneider, verlangte bei der Endabnahme deutliche Kürzungen. Ihm ging die Wahrheit zu weit. Hans Jürgen-Syberberg zog sich aus dem Projekt zurück, der Film kam zerstückelt ins Fernsehen. Das Filmbuch „Romy. Portrait eines Gesichts“ enthält das vollständige Interview-Transkript, zeigt Film-Stills aus der Dokumentation und enthält einen Link, mit dem das Portrait kostenlos gesehen werden kann. Der Film zeigt Romy Schneider in ihrer schönsten Rolle. Sie spielt sich selbst.