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k.A.
02.06.2026
ean-shopping.de
Eine schöne Zusammenstellung von Wiener Spezialitäten, die den Kaffeehauskultur sowie die kulinarischen Highlights der Stadt gut widerspiegelt. Allerdings könnte man für eine noch umfassendere Erfahrung mehr Details wünschen.
Viereinhalb Seiten widmet die Autorin dem „Wiener Wirtshausgulasch”, einer schon legendären Institution bodenständiger Wiener Beiselküche. Durchwachsenes Wadenfleisch vom Rind, echt ungarisches Paprikapulver, Kümmel, Bier und vor allem viel Geduld garantieren pfundigen Genuss! Hinterher noch ein Kaiserscharrn oder Apfelstrudel – und das touristische Pflichtpensum erfährt eine gebührliche Krönung.Allesamt wurden die Rezepte von der Autorin ausgiebig erprobt und sorgfältig formuliert, basiert Susanne Zimmels reiches Wissen doch auf echter Wiener Wirtshausküche, wo sie als Studentin ihr karges Budget aufbesserte.Wer die kompetenten Ratschläge der Autorin beherzigt, zaubert gelingsicher so herrliche Gerichte auf den Teller wie karamellisierte Krautfleckerl oder faschierten Braten. Nicht ganz stilecht gesellen sich Serviettenknödel zum Wirtshausgulasch, sie veredeln Letzteres aber zu einem opulenten Festschmaus – ausprobieren! – und zeugen vom Einfluss der böhmischen Küche. Und auch die Ungarn hinterließen ihre Spuren, belegt durch gefüllte Paprika in Paradeisersauce. Überwiegend traditionsbewusst orientiert, streut die Autorin einige exotische Varianten dazwischen wie etwa Kalbstafelspitz „Asian Style” und „sehr spezielle Krautwickel” – Tradition trifft hier auf Kreuzkümmel und Zimt, raffiniert!Das weltbekannte Wiener Schnitzel indessen findet nur periphere Erwähnung im Grundlagenkapitel „Paniertes und Gebackenes”. Ein paniertes Kalbsschnitzel bringt nach der Lektüre wirklich jeder zustande. Was aber wirklich fehlt: ein Rezept für Wiener Backhendl! Schadlos halte ich mich an den zahlreichen Mehlspeisen – es locken gefüllte Buchteln mit Powidl und Wachauer Marillenknödel – oder vielerlei Kuchen zu einem kleinen Braunen, die das Buch gelungen abrunden.Den nicht immer ausreichenden Wortschatz selbst des fortgeschrittenen Preußen erweitert ein Glossar um wichtige Begriffe des charmanten österreichischen Idioms. Ein Register listet die Rezepte alphabetisch sowie auch nach den wichtigsten Zutaten. Neben anschaulichen Illustrationen der Rezepte laden etliche stimmungsvolle Impressionen Wiens und dessen Gastronomie zu einem Trip in die Donaumetropole ein.Fazit: Susanne Zimmel gelang ein authentisches, liebevoll gestaltetes Wien-Kochbuch, das seinesgleichen sucht und einen festen Platz in unserer Küche verdient. Klare Kaufempfehlung! Auch der mit feinsinnigem Schmäh gewürzte Food-Blog der Autorin („Frau Ziii kocht …”, ziiikocht.at) lohnt mehr als nur einen flüchtigen Blick – ersetzt das Buch aber beileibe nicht.
Auch, wenn ich sicher nicht alle Gerichte dieses Buches ausprobieren werde, macht es einfach Spaß, die Texte zu den einzelnen Gerichten zu lesen und ich habe auch einiges über bestimmte Zutaten gelernt.