Der Post hatte es gefallen, das Buch erst nach Weihnachten zuzustellen. Also stand ich vor der Entscheidung, elf Monate mit dem Lesen zu warten oder eine Lektüre zum Jahresbeginn daraus zu machen. Ich entschied mich natürlich für Letzteres. ;-) Es war ein nettes Vergnügen!Die kurzen Geschichten bieten Unterhaltung zum Zwischendurchlesen oder zum Lesen am Stück. Bei mir war es ein Sonntagnachmittag auf dem Sofa.Sehr unterschiedlich sind die Storys angelegt, sie erzählen aus verschiedenen Perspektiven, haben interessante Protagonisten. Was mich persönlich besonders gefreut hat: Es braucht keine Darstellung eines grausamen Gemetzels, auch keinen klassischen Whodunit-Plot, noch nicht mal unbedingt eine Leiche. Sarkasmus und Ironie, mit Augenmaß verwendet, sind die Gewürze dieser feinen Lesekost.
Unterm Weihnachtsbaum lag diesmal ein Büchlein mit Kurzgeschichten und dem Titel "Unheimlich weihnachtlich" von Andrea Gerecke. Nach der ausgesprochen kurzweiligen und amüsanten Lektüre gibt es nur zwei Folgerungen: Erstens werde ich nie wieder zu Tieren, Pflanzen oder Menschen negative Gedanken äußern, auch wenn sie mich noch so sehr ärgern, weil man nie vorhersehen kann, was das auslöst - siehe die Geschichten. Und zweitens ist dieses Büchlein genau das richtige Geschenk für misslaunige Chefs, neidische Kollegen und missgünstige Anverwandte. Und, wenn bei denen diese Lektüre nicht hilft, dann hilft nichts!
Zu Weihnachten habe ich die „Bösen Geschichten aus Westfalen“ geschenkt bekommen und mit Genuss gelesen. Wirklich schön schaurig und mal nicht so besinnlich! So gab es hier einen wirklichen Gegenpol zur Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium.