★★★★★
k.A.
02.06.2026
ean-shopping.de
Ein sehr schönes und charmantes Buch über die Geschichte von June Jones und ihrer Liebe zur Bibliothek, es ist eine schöne Lektüre mit einer leichten Einschränkung in der Tiefe der Charakterentwicklung.
Freya Sampson - Die letzte Bibliothek der Welt von 2022Hörzeit: 8:52 h - 368 SeitenDu liebst Bücher?Du liebst Bibliotheken, Büchereien grosse wie kleine?Du liebst es, eine Prise voll mitzuleiden?Du liebst leise Mann/Frau Geschichten, die dezent im Hintergrund erzählt werden?Du möchtest gerne schmunzeln und auch mal laut lachen?Du willst auch mal zum nachdenken angeregt werden?Ja? Dann ist dieses Buch auch für Dich prima.Ich hab alle meine Fragen mit ja beantworten können. Diese Geschichte um June, die in einem Dorf in England in einer Bibliothek arbeitet, hat mich von Anfang an begeistert. Die Bibliothek soll aufgrund Etatkürzungen geschlossen werden und was dann passiert, war einfach nur klasse. Die Vorleserin, Laura Maire hat mich in ihren Bahn gezogen. Sie hatte mich am Haken.Ich war fast schon traurig als mein Besuch bei June, der Hauptdarstellerin zu Ende war. Worte kann Freya Sampson.
June ist 29 Jahre alt und sie lebt, seit ihre Mutter verstorben ist, alleine im Haus mit vielen Kinkerlitzchen und einer Unmenge an Büchern. Also kein Wunder das sie als Bibliothekarin in ihrem kleinen Heimatdorf Chalcot arbeitet und somit besteht ihr Leben nur aus der Liebe zu dem geschriebenen Wort. June ist mir gleich ans Herz gewachsen, denn die Autorin hat sie so gut beschrieben, das man sofort spürt wofür sie lebt. Außer zu den Menschen die in die Bücherei kommen, hat sie kaum menschliche und schon gar keine freundschaftlichen Kontakte, außer zu ihrer direkten Nachbarin Linda. Als nun durch Etatkürzungen der Kreisverwaltung die Bücherei auf der Liste der Schließungen erscheint, gehen die Dorfbewohner auf die Barrikaden. Sie sehen die Gemeinschaft bedroht und einige Dauerbesucher der Bibliothek gehen sogar so weit, diese zu besetzen. Hier fand ich es leider etwas zu übertrieben, das diese Besetzung sogar bis zu einem Polizeieinsatz und einer Verhaftung ausartete. Ok, vielleicht wollte Freya Samspson damit die Ausweglosigkeit gegenüber einer Behörde zum Ausdruck bringen, aber mir ging das etwas zu weit. Ansonsten hat mir der Roman gut gefallen. Ich mochte die oftmals schrägen Charaktere der Bewohner, so das jeder seine eigenen Macken und Sichtweisen vortragen konnte, auch wenn am Ende alle nur für ein Ziel kämpfen. Die kleine Liebesgeschichte zwischen June und Alex hat das ganze etwas aufgelockert und war mir zum Glück nicht zu kitschig.
Ich springe als Buch- und Bibliotheken-affiner Mensch natürlich sofort auf alles an, was "Bibliothek/Bücherei" im Titel oder Plot enthält. So auch hier.Es klingt nach Wohlfühlroman und es ist einer.Die Story ist nicht neu, aber auch eben nie auserzählt, denn das Thema ist brandaktuell. Bibliotheken sind mehr als nur Bücherverleihstationen. Das wird hier sehr deutlich gemacht und wunderbar erzählt.ACHTUNG: Spoiler:**************************************************************************************Der Hauptfigur June hätte ich etwas mehr Tiefe gegeben, gerade das Thema "28 und noch ...", das auf dem Junggesellinnenabschied zur Sprache kommt, ist ja nun schon außergewöhnlich und vielleicht hätte man auf ihre Psyche etwas mehr eingehen können. Andererseits macht es vielleicht gerade das zu einem Wohlfühlroman, das darauf verzichtet wird? Ich hätte es mir jedenfalls gewünscht, dass ihr Privatleben, das zwar nicht Hauptthema ist, aber durch so eine Aussage ja doch sehr in den Mittelpunkt gerückt wird, etwas mehr vertieft worden wäre.Ebenso finde ich die "Deus ex machina"-Lösung am Ende doch etwas unrealistisch. Und doch habe ich mich dabei ertappt, mich irre zu freuen, dass dadurch ein Käufer gefunden werden konnte. Dass sie dann dennoch in einer anderen Bücherei arbeitet, finde ich wiederum sehr gut, DAS ist eben dann die Realität. Also, man könnte sagen, die Autorin wendet das etwas zu kitschige Ende durch eine Realitäts-Bremse (June kann es sich nicht leisten, dort ehrenamtlich zu arbeiten - der Buchbestand ist nicht so groß wie der vorherige usw.) wieder zu einem glaubhaften.SPOILERENDE****************Eine Leseempfehlung für alle, die gerne das Thema Buch/Bibliothek belesen und noch nicht von diesem Plot ermüdet sind (wie eine Vor-Rezensentin schrieb, was ich auch manchmal zugegebenerweise spüre).