★★★★★
k.A.
13.06.2026
ean-shopping.de
Ein sehr charmantes Buch über die Familie und ihre sozialen Aktivitäten, es ist gut geschrieben, aber manche Details könnten etwas mehr Tiefe haben.
Kate Atkinson zu lesen ist außergewöhnlich, man hat einen spannenden Krimi, der im einem irrwitzigem Umfeld mit skurrilen Figuren und viel Wortwitz erzählt wird. Man wird in die Geschichte reingeworfen und findet sich mit einigen Leuten, die man erst nach und nach kennenlernt, in der Ouvertüre eines teilweisen bizarren Theaters wieder. Erst nach einiger Arbeit lichtet sich das Durcheinander und dann steigt man ein….
Die Personen, auf welcher Seite des Rechts sie auch immer standen, wurden sorgfältig, ja liebevoll, mit trockenem Humor und einer gehörigen Prise Ironie gezeichnet, vorzugsweise in Selbstgesprächen, Das war eindrücklich. Das gleiche gilt auch für das Bild von den „Gesellschaftsschichten“ in denen sie lebten und „wirkten“ Doch so witzig und ironisch diese Erzählweise auch war - es zog sich mit der ZeitEtwa nach einem Drittel des Buches passierte der erste Mord - endlich. Die Erzählung wird danach spannender und vielschichtiger, fürchterliche Verbrechen werden begangen und aufgedeckt; alles nonchalant/witzig erzählt und immer mit minutiöser Darstellung der Motive und der sozialen Umstände. Doch das ist nicht der Kern des Buches.Es endet mit einem furiosen Finale das allen Erwartungen NICHT „gerecht“ wurde. Im Gegenteil, es wird einer „Gerechtigkeit“ Genüge getan, wie man es sich auch insgeheim nicht zu hoffen gewagt hatte. Was mir darüberhinaus besonders gefallen hat: Es wurden nicht nur die erkleckliche Anzahl von Missetätern dieser ihrer „gerechten Behandlung“ zugeführt. Die Autorin nahm sich jeder Person, die im Roman vorkam, liebevoll an, um sie respektvoll zum Ende ihrer persönlichen Geschichte zu begleiten. Grandios.Zu dem Zeitpunkt hatte ich ihr (oder der Übersetzerin) bereits verziehen, dass sich die drei Golfer zum Abschlag am Green einfanden, statt am Abschlag, obwohl der eine von ihnen, ein mittelalterlicher Geschäftsmann ein Handikap von - 3 hatte und die Truppe später ihre Trollies über das 17. Green zog, was ihnen in einem (britischen!) Golfclub mindestens eine strenge Rüge wenn nicht gar eine längere Platzsperre eingebracht hätte.
★★★★★
Giselas Lesehimmel
22.09.2024
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Stellenweise langatmig, dennoch lesenswert.Zum InhaltDie drei *Musketiere* Tommy, Andy und Steve haben alles was man sich wünschen kann. Geld, hohes Ansehen und eine scheinbar intakte Familie. Das scheint jedoch immer noch nicht genug zu sein. Vince spielt mit den dreien regelmäßig Golf im Club Belvedere. Sie bezeichnen ihn als Freund. Jedoch fühlt sich Vince nicht richtig dazugehörig. Er lebt in Scheidung und verliert zu allem Unglück noch seinen Job. Als seine zukünftige Exfrau ermordet aufgefunden wird, kommen Dinge ans Tageslicht, die keiner bei den drei *Musketieren* für möglich gehalten hätte. Privatdetektiv Jackson Brodie arbeitet gerade an einem harmlosen Fall. Einen Fall, der ihn zu den drei *Saubermännern* führt.Meine MeinungIch habe mich sehr auf diese Geschichte gefreut. Leider haben es mir die zu ausführlichen Beschreibungen nicht leicht gemacht. Das Thema ist interessant und brisant. Tiefe menschliche Abgründe tun sich hier auf. Geldgier, die keine Grenzen kennt. Bis es richtig los geht, werden aber, (für meinen Geschmack,) zu viele Nebensächlichkeiten ausführlich beschrieben. Ich mag es wirklich gerne, wenn ich mir von den Protagonisten ein deutliches Bild machen kann. Aber hier habe ich ewig gelesen, bis endlich mal was passiert ist.Der Prolog fängt spannend an. Man weiß sofort, um was es in diesem Krimi geht. Ich war sehr gespannt auf den weiteren Verlauf. Die Scheinwelt, die die angesehenen Männer sich aufgebaut haben, hätte wirklich viel Potenzial für einen spannenden Krimi gehabt.Die zwei Polizistinnen Reggie Chase und Ronnie Dibick fand ich richtig knuddelig. Sie arbeiten an einem älteren Fall, der auch wieder zu den drei Musketieren führt. Zwei kleine junge Frauen, die irgendwie den Charme von Hanni und Nanni haben. Ihre Befragungen kommen etwas unbeholfen daher und total putzig. Sie konnten mir des öfteren ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Es fiel mir schwer, sie ernst zu nehmen. Aber dennoch hatten die Zwei des öfteren den richtigen Riecher.Das Nebengeschäft der Männer hat mich total angeekelt. Besonders grausam ist die Tatsache, dass es solche Verbrechen wirklich gibt. Ein idyllische Küstenstädtchen, mit zum Teil angesehenen Menschen, hinter deren Fassade Monster stecken. Auch manch einer der Ehefrauen fehlt es an Warmherzigkeit. Die Liebe zu den Kindern kommt aufrichtig rüber.Jackson Brodie beweist Talent, wenn es darum geht in skurrile Situationen zu kommen. Auch er konnte mir des öfteren ein Lächeln entlocken. Das Ende hat mich ein bisschen ratlos zurückgelassen. Es war mir zu einfach.Der Schreibstil, wenn man von den Abschweifungen absieht, ist flüssig.FazitDieser Krimi enthält sehr viel familiäre Dramen. Wer einen knallharten Krimi erwartet, wird hier nur zum Teil zufrieden gestellt. Viele Nebensächlichkeiten nehmen einen zu großen Raum ein. Das hat zeitweise meinen Lesefluss gestört.Trotz meiner Kritikpunkte ist es jedoch ein lesenswertes Buch, welches sich vom Einheitsbrei abhebt. Köstlicher Humor lockert die Geschichte auf. Die Thematik ist hochexplosiv und realitätsnah. Die Protagonisten sind gut gezeichnet und lehren einem stellenweise das Fürchten. Man stellt sich die Frage: Ist der Nachbar nebenan wirklich der, für den man ihn hält? Gute 3 Sterne von mir.Danke Kate Aktinson.