★★★★★
k.A.
16.06.2026
ean-shopping.de
Die gebundenen Briefe sind sehr schön und stimmungsvoll, aber die Qualität des Papiers könnte etwas besser sein.
Bisher gar nicht mein Genre.. hat mich die Autorin vom Gegenteil überzeugt. Auf der einen Seite Urlaubslektüre, leicht und luftig, hat mich die Geschichte von Moa hier und da auch zum Nachdenken gebracht. Allzu lange konnte man dennoch nicht inne halten, da ein Erlebnis das andere jagte. Wirklich gut erzählt!
Das kriegt Moa zu hören als sie einen alten Schrank ihrer verstorbenen Großmutter behalten möchte, den ihr Freund Ruben für überflüssig hält. Dass alte Sachen auch eine Seele besitzen, jedenfalls für Menschen mit Erinnerungsvermögen, geht nicht in Rubens Kopf. Er möchte alles neu und modern haben, kalt und seelenlos. Moa soll die Eigentumswohnung ihrer Großmutter, die herrlich in der Stockholmer Innenstadt liegt, einfach möglichst teuer verkaufen, damit sich die beiden irgendwo draußen etwas Neues kaufen können.Ruben möchte alles bestimmen und nimmt keine Rücksicht auf die Gefühlslage seiner Freundin. Seine Beschlüsse definiert er gerne auch als die von Moa um. Bisher nahm sich Moa immer zurück, weil sie davon ausging, dass man im Leben zu zweit auch Kompromisse machen muss, um anderen zu gefallen. Es wundert nicht, dass sich wohl viele Frauen darin besonders gut auskennen. Sie haben in Wirklichkeit keine Kompromisse geschlossen, sondern sich lediglich in der Hoffnung getäuscht, dass ihr Nachgeben auch Vorteile erschaffen würde. In der Regel passiert jedoch das genaue Gegenteil: Die Übergriffigkeit nimmt zu, weil der andere Part der Beziehung sicher sein kann, dass es zu keinem nennenswerten Widerstand kommen wird.Nun aber erkennt Moa langsam, was ihr gut tut und was sie wirklich will. Nach dem Tode der Großmutter bekommt sie Briefe von ihr. In ihnen wird sie in eine Richtung gestupst, in die sie schon lange hätte gehen sollen. Nebenbei erfährt sie auch noch viel über das Leben ihrer Oma, Geheimnisse, mit denen sie nicht gerechnet hat.Sicher ist dieser Roman keine große Literatur, aber er beschäftigt sich mit einem Problem, das sich im Leben vieler Frauen eingenistet hat und dort sein Unwesen treibt. Natürlich betrifft das Zurückweichen hinter die eigenen roten Linien auch Männer, aber bei ihnen laufen diese Prozesse ein wenig anders ab. Insofern handelt es sich bei diesem Buch um einen typischen Frauenroman zum Wohlfühlen und Nachdenken über das eigene Leben. Und wer weiß, vielleicht stößt er ja auch etwas an, ähnlich wie Omas Briefe an Moa.Am Ende wird Ruben losgelassen. Und das ist wohl auch gut so. Bekanntlich öffnet sich ja eine Tür, wenn eine andere zugeht. Da am Ende alles gut ausgeht, freut sich sicher auch die romantische Leserin.
Meinung:Das Buch ist gut und flüssig zu lesen. Tolle Beschreibungen von Orten und Charakteren. Man durchlebt einmal die komplette Gefühlswelt. Es gibt interessante Geheimnisse, die sich zeigen. Und die Geschichte ist definitiv nicht vorhersehbar, hält also immer eine spezielle Spannung aufrecht. Es hat eine gewisse Tiefe und vermittelt dem Leser stets darauf zu hören, was man im Leben wirklich möchte und geht daher mit einem gewissen Drang zur positiven Veränderung einher.Inhalt:Moa führt kein Bilderbuchleben. Ihre Mutter ist verstorben, das Verhältnis zum Vater angespannt, ihr Freund ist in die Arbeit eingespannt und jetzt verstirbt ihre Großmutter Elsa, welche ihr eine renovierungsbedürftige Wohnung und ihren Hund hinterlässt. Während sich Moa mehr und mehr in die neue Wohnung als Projekt flüchtet, findet sie Briefe ihrer Großmutter, die sie an Moa gerichtet hat. Sie beinhalten kleine Aufträge. Und Elsas Lebensgeschichte.