★★★★★
k.A.
11.06.2026
ean-shopping.de
Ein interessanter und atmosphärischer Blick auf die Zeit der Proteste und der politischen Spannungen, die in der Geschichte mitschwingen. Die Darstellung ist gut, aber es gibt ein paar kleine Schwächen in der Ausführung.
Sommer 1984:Nick Marzek und Graziella Altieri sind wieder in München nachdem sie der Gruppe LUDWIG das Handwerk gelegt haben.Doch die Hintermänner blieben unentdeckt.Den Ermittlern wurden weitere Untersuchungen untersagt.Doch sie haben nicht vor sich daran zu halten.Dann fordert ein neuer Fall ihre Aufmerksamkeit.Maria Ursa und ihre Tochter Dinka werden im Perlacher Forst ermordet aufgefunden.Von Stjepan dem Ehemann und Vater fehlt jede Spur.Es stellt sich die Frage ob er Frau und Kind erschossen hat.Nick Marzek und Graziella Altieri nehmen die Ermittlungen auf.Sie beginnen mit ihren Ermittlungen im Umfeld der Opfer, einer Gemeinde der Exilkroaten.Die Ermittler finden Hinweise, dass Stjepan Ursa Mitglied der Kroatischen Revolutionären Bruderschaft, einer terroristischen Vereinigung war.Die Vereinigung sieht sich als Freiheitskämpfer gegen Tito und das kommunistische System.Steckt der jugoslawische Geheimdienst hinter den Morden?Je tiefer sie in die Ermittlungen eintauchen je mehr stoßen sie auf Intrigen und Lügen.Bald wissen sie nicht mehr, wem sie überhaupt noch trauen können.„Der Kreis“ ist der zweite Band der Nick Marzek Reihe von Martin Maurer.Zwischen dem ersten und zweiten Band ist nicht viel Zeit vergangen.Nick Marzek und Graziella Altieri sind noch mit der Nachbearbeitung ihres Falls rund um die Gruppe LUDWIG beschäftigt. Zu gerne würden sie doch die Hintermänner aufspüren.Doch da wird ihre Aufmerksamkeit auf einen neuen Fall gelenkt.Auch hier gibt es wieder einen politischen Hintergrund.Die Ermittler stoßen auf die Bruderschaft kritischer Freiheitskämpfer und auf Machenschaften des jugoslawischen Geheimdienst der von Deutschland aus operierter.Die Hauptfiguren sind der Hauptkommissar Nick Marzek und Graziella Altieri.Beides sehr facettenreiche Charaktere.Nick Marzek ist sehr sympathisch. Er ist kein glattgebügelter Protagonist sondern hat durchaus seine Macken was ihn sehr lebensnah erscheinen lässt..Auch wenn ich immer von Ermittlern spreche ist die Italienerin Graziella Altieri keine Polizistin sondern Putzfrau bei der Mordkommission.Sie diente Nick Marzek als Dolmetscherin bei seinen in Italien.Auch Graziella ist ein sehr lebensnaher Charakter. Sie besticht durch ihre Intelligenz und ihr Temperament.Nick Marzek ist sehr von ihr angetan und das nicht nur beruflich.Die Story ist sehr spannend erzählt und legt zu Beginn gleich ein ordentliches Tempo vor.Es gibt verschiedene Handlungsstränge die scheinbar lose nebeneinander herlaufen.Beide sorgen für große Spannung.Da ist zum einen der Mord an der Mutter und der Tochter und zum anderen die Gruppe LUDWIG, die die Ermittler immer noch beschäftigt.Gekonnt führt der Autor die Handlungsstränge Stück für Stück zusammen.Alles endet in einem überraschenden und turbulenten Finale.„Der Kreis“ ist ein Politkrimi mit vielen historische Fakten die bis ins Detail hervorragend recherchiert sind.Auch wenn es ein zweiter Band ist der auf den ersten Band aufbaut kann man das Buch gut ohne Vorkenntnisse lesen.Die wichtigsten Details aus dem ersten Band werden an gegebener Stelle erläutert.Das Ende lässt auf einen weiteren Band hoffen. Ich würde mich freuen wieder mit Nick Marzek und Graziella Altieri ermitteln zu können.
Zeitreise in die 80er JahreDer Berliner Kommissar Nick Marzek nimmt nach dem Tod seiner Frau ein Angebot seines Freundes Aki, Kommissar in München, nach München in die Mordkommission zu wechseln an.Kurze Zeit später findet im Rotlichtbezirk Münchens ein Brandanschlag statt. Zunächst sieht es wie ein Bandenkrieg aus, nimmt dann doch eine politische Dimension an. Ein mit Hakenkreuzen und Runen versehenes italienisches Bekennerschreiben einer Gruppe LUDWIG, die sich schon zu verschiedenen Anschlägen in Europa, vornehmlich in Italien, bekannt hat, trifft ein. Die Ermittlungen in München laufen auf Hochtouren, jedem Hinweis wird nachgegangen. Schnell steht fest, dass vor Ort in Italien recherchiert werden muss. Die Wahl des Ermittlers fällt auf Nick Marzek. Doch Nick beherrscht die italienische Sprache nicht. Daher wird ihm als Alternative, aus Ermangelung eines Übersetzers, die italienische Putzfrau der Mordkommission, Graziella, zur Seite gestellt, die für ihn übersetzen soll. Doch schnell stellt Nick fest, dass Graziella Schwierigkeiten beim Lesen hat. Das hat zur Folge, dass das Durchforsten der Aktenberge mühsam wird. Trotzdem erweist sich Graziellas als kluge, landeskundige Ermittlerin. Sie versteht die Mentalität der Italiener, insbesondere der italienischen Polizei und Nick Marzek lässt sich gerne von ihrer Lebensfreude anstecken.Je mehr sich die beiden in die Akten der italienischen Kollegen vertiefen, umso klarer wird, dass die Anschläge das Werk der radikalen Grupp LUDWIG sind. Nick Marzek und Graziella erhalten bei ihren Nachforschungen Amtshilfe von der italienischen Polizei. Zusätzlich als Unterstützung hilft ihnen ein mittlerweile pensionierter Ermittler, den die ungelösten Fälle nie losgelassen haben.Sprache und StilDie Sprache ist umgangssprachlich, wörtliche Rede und in kurzen Sätzen aneinandergereiht. (Parataxen). Dadurch wird der Thriller lebendig, Der Leser taucht in die achtziger Jahre ein und die Spannung wird greifbar.Der Autor mischt wahre Begebenheiten mit einer Fiktion. Der Anschlag auf die Diskothek Liverpool hat 1984 tatsächlich stattgefunden. Ebenfalls die Gruppe LUDWIG ist real. Alle Personen im Roman, bis auf Abel und Furlan, sind fiktiv. Auch die abenteuerliche Reise nach Italien hat so nicht stattgefunden.Ob diese Verknüpfung der Geschichte zwischen Fiktion und Wirklichkeit so dargestellt werden darf, beantwortet Martin Maurer in seinem Nachwort:„Mit genau dieser Frage beschäftigt sich die Krimireihe, um Hauptkommissar Nick Marzek, denn Kriminalliteratur darf, was Dokumentaristen, Journalisten und Historikern verwehrt bleibt: Geschehnisse fiktional einkleiden, Spuren weiterverfolgen und Gedanken weiterspinnen. Sie darf eine Geschichte erzählen, und vielleicht ist deren Wahrheit am Ende gar nicht so weit weg von der Realität. „(S. 361)Das Buch ist in 17 Kapitel in römischen Zahlen aufgeteilt mit jeweils kurzen Stichworten zum Inhalt. Im Nachwort gibt der Autor Martin Maurer einen historischen Überblick über das damalige Geschehen und ordnet es seinem Roman mit entsprechenden Hinweisen auf Quellen und Unterstützungen zu.Fazit„Die Krieger“ ist ein gut recherchierter, spannender und gleichzeitig klug durchdachter Thriller mit einer komplexen Geschichte um die Gruppe LUDWIG. Martin Maurer vereint die Geschichte in einer Mischung aus wahrer Begebenheit mit Fiktion.Die Frage bleibt offen: „waren die Täter Abel und Furlan alleine oder stand hinter ihnen ein komplexes Netzwerk, das bis heute im Dunkeln liegt?“ (Nachwort S, 361)Ich vergebe insgesamt 4/5 Punkten.