Das schmale Bändchen enthält zehn nicht verbundene Geschichten, je sechs bis 20, meist knapp zehn luftig bedruckte Seiten lang. Einige erschienen zuvor in Esquire, Paris Review oder New Yorker.Salter schreibt sparsam flüchtig, federleicht, impressionistisch, fast schon abstrakt. Dabei sitzt jedes karge Wort, ruft Bilder und Eindrücke hervor. Manchmal lässt Salter Bezüge und Zuordnungen unklar, zumindest für mich unklar (ich kenne nur das englische Original, nicht die Eindeutschung). Einige Geschichten zu Beginn driften etwas, runden sich nicht, manchmal wirken die Schwenks auf andere Figuren oder Zeitabschnitte zu willkürlich; doch sie haben immer etwas Bezwingendes, fast mehr als die späteren, eher kompakt durcherzählten, schon zu dramatisch konstruierten Geschichten.Die Geschichten wirken insgesamt zugänglicher und weniger eigenwillig als in Salters Sammlung Dämmerung/Dusk (1988). Die Figuren – meist arrivierte Mittdreißiger und Ältere in New York und auf Long Island, alle in unbefriedigenden Beziehungen – erinnern an Jay McInerneys Sammlung The Last Bachelor; die Figuren ringen aber bei Salter mehr mit sich selbst und weniger um Status und schnelle Hormonabfuhr. Ehebruch und resigniertes Erinnern glücklicherer Zeiten gehören zum Programm, mehrfach auch unheilbare Krankheiten, mild verrückte Poeten und welkende weibliche Schönheit.In Such Fun erzählt Salter ein wichtiges Detail erst auf der letzten Seite, es rückt die ganze Erzählung in ein neues Licht – ich habe sie gleich noch einmal gelesen, kein Problem. Freilich haben die Geschichten um Liebe und Verrat in der Beletage von New York auch einen Hauch von Seifenoper, mindestens von Sex and the City.Internat. Kritikerstimmen und Links in meinem Blog.
★★★★★
U. Miesen-Schürmann
29.11.2024
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Die ersten Erzählungen bzw. Kurzgeschichten versieht man noch mit Fragezeichen, besonders am Ende. Wie geht es jetzt weiter? Doch schon in diesen kurzen Prosastücken sind die Charakterbeschreibungen wunderbar griffig und treffend.Die Titelgeschichte "Letzte Nacht" ist weitaus subtiler als die lieblose Zusammenfassung weiter oben und ein böser Konflikt zum "Hinlesen".Die Menschen, derer sich Salter bedient, sind oft solche mit Geld und zu viel oder zu wenig Liebe für sich und andere.Auf jeden Fall ist dies eine Sammlung, die sich zu kaufen lohnt.