★★★★★
k.A.
12.05.2026
ean-shopping.de
Ich habe das Buch für eine kleine Bescherung besorgt. Die Anordnung der Seiten und die Druckqualität sind in Ordnung. Die Bindung hält den Inhalt zusammen. Man kann es ohne Probleme lesen.
Für die Autorin gern sogar sechs Sterne !Der Übersetzerin und den Lektoren des Verlags würde ich allerdings wegen grammatikalischer Unbeholfenheit und total schlampigen Korrekturlesens höchstens einen Punkt geben. Das Buch wimmelt von so vielen Druckfehlern und grammatischen Irrläufern wie sie mir in meinem ganzen Lektüreleben noch nicht begegnet sind. Für letztere hier nur zwei typische Beispiele:"...eigentlich fühlten sich alle Kellehers m i t dem Land, seiner Geschichte, seiner Musik und Tänze (sic!) und der traurigen Erzählungen (sic!) vergangener Zeiten verbunden." (Der Übersetzerin entgleitet der präpositionale Bezug nach drei Elementen der Aufzählung und sie gerät in haltloses sprachliches Torkeln.)"Sie...kam schließlich i n das acht Kilometer entfernt gelegene York Beach, einem (sic!) etwas verwahrlosten...Städtchen."(Zielsicher vergeigte Apposition - auch hier wieder totale Unsicherheit im präpositionalen Bezug.)usf. Ich empfehle der Übersetzerin und dem Verlag dringend, die deutsche Ausgabe zu überarbeiten. Den Roman selbst halte ich allerdings für ein äußerst lesenswertes Meisterwerk, das sogar die Erzählungen einer Elizabeth Strout oder einer Alice Munro an Vielschichtigkeit und psychologischem Tiefgang noch übertrifft.
Sommer in Maine ist ein Familienroman, in dem die Frauen der Familie Kelleher und ihr Sommerhaus in Maine die Hauptrollen spielen. Die Besitzerin des Sommerhauses ist Alice, die verwitwete Vorsteherin des Kelleher Clans. Eine alles andere als herzliche und liebenswürdige Person, die immer nach Außen hin den Schein einer perfekten Dame gibt. Das Haus samt Grundstück hat ihr Ehemann vor Jahrzehnten bei einer Wette gewonnen. Seitdem ist es im Familienbesitz und wird von den Mitglieder der Familie jedes Jahr für den Sommerurlaub genutzt. Traf sich früher die Familie nach Lust und Laune und ohne Voranmeldung im Haus, um den Sommer am Meer zu verbringen, so hat sich dies mittlerweile geändert und Alices Sohn samt Ehefrau haben einen Urlaubsplan vorgelegt, wobei jedem der drei Kinder ein Sommermonat zusteht.In diesem Jahr ist es anders. Verschiedene Umstände führen dazu, dass nicht nur Kathleen, die älteste Tochter und ihr Tochter Maggie im betreffenden Monat das Haus mit Alice nutzen, auch die Schwiegertochter Ann Marie ist im Haus anzutreffen. Natürlich ist keine der vier Frauen begeistert über das konfliktträchtige Zusammentreffen. Kathleen hat sich nie sonderlich gut mit ihrer Mutter verstanden und das Ferienhaus seit zehn Jahren nicht mehr aufgesucht. Maggie hat sich grade von ihrem Freund getrennt und will am Meer zur Ruhe kommen und Ann Marie führt eine Vorzeige-Ehe mit Alices einzigem Sohn und möchte sich um Alice kümmern, damit sie den Monat nicht alleine am Meer verbringen muss. Dann hat jede der vier Frauen noch ein Geheimnis, dass sie den anderen nicht offenbaren will. Außerdem stellt sich die Frage, was der Pfarrer des Ortes andauernd im Haus möchte und warum es sich so selbstlos für Reparaturarbeiten hergibt.Der Roman besteht aus Kapiteln, die jeweils aus der Sicht einer der Protagonistinnen geschrieben sind. So erfährt der Leser einige Begebenheiten nach und nach aus den teils divergenten Perspektiven der Frauen und kann tief in die Verstrickungen und Konflikte der Familie eintauchen. Die Geschichte umspannt mehrere Generationen und es ist interessant zu lesen, wie und unter welchen Umständen die Frauen aufgewachsen sind und welche Lebensarten ihnen zueigen geworden sind.Ein schönes Buch, das sich schnell und flüssig lesen lässt, sprachlich äußerst ansprechend ist und sich für eine Urlaubslektüre besonders gut eignet.