Wer selbst als Komparse oder Kleindarsteller gearbeitet hat oder arbeitet, wird sicher schmunzeln. Es ist absolut authentisch und ehrlich- was manch Kleindarsteller im Herzen trägt und nicht laut zu denken wagt. Okay paar Rechtschreibfehler und manch etwas herber Witz sind nicht jedermanns Sache, aber wenn man das abstrahiert, liest man es amüsiert in einem Rutsch durch. Dieses ist halt autobiografisch und von jemanden geschrieben, der eben genau das beschreibt, was er macht und liebt. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen, vor allen Dingen an Menschen, die selbst in dieser Welt zuhause sind oder zuhause sein möchten.
Zum ersten Mal überhaupt schreibe ich eine Kurzkritik, aber hier muss es einfach mal sein. Dieses Buch - vom Thema her sehr verheißungsvoll und vielversprechend - ist so unglaublich schlecht geschrieben, dass ich jeden nur warnen kann, sein Geld hierfür auszugeben. Kurios: Gleich einem schlimmen Verkehrsunfall, bei dem man nicht wegschauen kann, quält man sich durch die in sich abgeschlossenen Kapitel, in der Hoffnung, dass es doch endlich besser werden müsste. Dabei ist, wie gesagt, das Thema recht vielversprechend. Doch der Autor wirkt in der autobiografischen Ich-Erzählperspektive derartig blasiert, überheblich und unsymphatisch, dass es einen richtiggehend ärgert. Dabei findet er sich selbst überaus nett, witzig, bescheiden und vor allem (unterbezahlt) talentiert. In wirklich jeder(!) Geschichte wird mehr oder weniger plump hervorgehoben, wieviel Geld man für wie wenig Arbeit erhalten hat, aber - und das ist das Übele - immer in einem gefühlten "Ätsch-Bätsch"-Ton. Fast alle anderen Mitstreiter (bis auf wenige Ausnahmen, mit denen es sich der Autor aus diversen Gründen offenbar nicht verscherzen wollte) sind entweder selbst gierig, geizig, humorlos, langweilig oder sonstwie limitiert. Offensichtlich wollte der Autor um jeden Preis witzig erscheinen, doch hier reihen sich in einer permanenten Abfolge unterster Stammtischhumor mit uralten Plattheiten und Klischees aneinander. Ich will hier nicht Bildungsbürgertum herauskehren, aber darüber könnte man eventuell nur lachen wenn man sehr betrunken wäre und vergessen hätte, dass man die "ollen Kamellen" schon 20mal gehört hat. Es wirkt überhaupt nicht witzig sondern nur bemüht! Von den Rechtschreib-, Grammatik- und Satzbaufehlern will ich gar nicht erst anfangen. Das tut beim Lesen oft weh. Dieses Buch wurde höchstwahrscheinlich von niemandem redigiert oder wenigstens gegengelesen.Einzig die letzten zwei Kapitel (vor allem jenes mit Loriot) wirken plötzlich wieder etwas natürlicher und ehrlicher. Das reicht aber nicht, um dieses Buch nicht sofort wegzuwerfen. Es sollte ein Geschenk für einen Kollegen aus der Filmbranche werden, aber es wäre mir zu peinlich, es weiterzugeben, sogar es wieder zu verkaufen.Absoluter (weil blasierter, überheblicher) Mist!! Null Sterne!!