★★★★★
k.A.
05.07.2026
ean-shopping.de
Gut
Lars Schmitz-Eggen hat mit einem unglaublichen Aufwand die 2. deutsche Nordpolarfahrt recherchiert und aufgearbeitet. Da es über diese Expedition nur sehr wenig auf dem Markt gibt, war dieses Buch eigentlich schon lange überfällig. Einige werden ihm vielleicht eine übertriebene Detailverliebtheit vorwerfen. Liebhaber von Expeditionsberichten in die Polargegenden werden ihn dafür lieben. Ich finde durch die detaillierte Beschreibungen und Erzählungen des täglichen Lebens und die Gedanken und Gefühle der Teilnehmer während dieser Expedition geht kein bischen Spannung verloren. Ganz im Gegenteil man bekommt einen intensiven Eindruck, hat fast das Gefühl dabei zu sein. Das Buch hat keinerlei Längen oder langweilige Passagen. Ich konnte es kaum aus der Hand legen. Da die Expedition mit den beiden Schiffen Germania und Hansa aufbricht, diese sich aber dann verlieren und auch nicht wieder zueinander finden, werden in diesem Buch zwei Berichte parallel erzählt. Die der Germania-Gruppe und die der Hansa-Gruppe. Da die Hansa-Gruppe ihr Schiff durch Eispressungen verliert, beginnt für sie ein Überlebenskampf auf einer Eisscholle, die an der grönländischen Küste entlang südwärts treibt. Die Germania-Gruppe überwintert sicher in einer Bucht und dringt weiter nordwärts vor, wenn auch nicht so weit nördlich wie Petermann es gefordert und Koldeway es sich gewünscht hätte. Der Konflikt zwischen Koldeway und dem selbstherrlichen Petermann wird hier auch gut erzählt und aufgearbeitet.Verschollen im Packeis ist ein richtig tolles, spannendes Buch was ich jedem Liebhaber von Polarexpeditionen nur empfehlen kann.Ein ganz kleines Manko (führt aber nicht zu einem Stern Abzug!) gibt es meiner Meinung dann aber doch. Das Format des Buches. Ich habe schon keine kleinen Hände, aber mit 21,5cm Höhe und 13,4cm Breite ist das Buch beim Lesen "blöd" anzufassen, weil es größer wie ein normales Taschenbuch ist. Es liegt einfach unhandlich in der Hand. Man hätte es auf Taschenformat bringen sollen und dafür lieber ein paar Seiten mehr drucken sollen. Aber wie gesagt, keinen Abzug hierfür.
Ich habe dieses Buch ganz spontan meinem Mann geschenkt, weil er Bücher über Expeditionen ganz besonders gerne liest. Oft kann ich beobachten, wie er immer wieder in dem Buch liest. Er findet es total spannend und fesselnd.Mir selbst gefällt das Cover sehr gut! Und ich mag Bücher, die bei BOD veröffentlicht werden.Sind das doch unverbrauchte Autoren, deren Werbung nicht von irgend einem Unternehmer gesponsert wird. Autoren, die nicht schon bekannt sind als Schauspieler, Politiker etc. Menschen, die etwas aussagen möchten, das sie ganz persönlich fasziniert! Unter diesen Büchern finden sich zahlreiche SCHÄTZE, die noch entdeckt werden müssen...Selbst habe ich drei Bücher bei BOD herausgegeben. Viele positive Mails und Äußerungen zu meinen Büchern erfreuen mich sehr und bestätigen meinen Weg. Schön ist es auch, dass der Autor/die Autorin sein/ihr Buch weitgehend selbst gestalten kann.Wir wünschen uns weitere authentische Bücher, wie man sie bei BOD sehr oft findet!Lena
Ich fand das Buch sehr zermürbend zu lesen.Der Autor eröffnet das Buch mit der Frage ob es nun ein Sachbuch, oder ein Roman ist und lässt die Grenzen bewusst ineinander fließen. Nach dem Lesen des Buches habe ich diese Frage für mich klar als Roman beantwortet, und nicht Mal ein guter.Anfangs noch spannend, häufen sich später inhaltlichen Fehler. Personen handeln in meinen Augen irrational und die Handlung widerspricht sich in Teilen selbst. Da geht ein Wissenschafter abends noch Mal raus um ein Gerät abzulesen. Trotz Eisbärengefahr tut er das allein, da alle anderen schon schlafen gegangen sind. Als er vom Eisbären angefallen wird, werden seine Hilferufe von den Karten spielenden Männern gehört. ...[facepalm]Ich habe angefangen Eselsohren an solche Stellen zu knicken und hatte am Ende derer 10, und das sind nur die ab Seite 180, als mir langsam die Hutschnur geplatzt ist.Zugegeben ich lese viel Polarliteratur, vielleicht ist mein Anspruch da zu hoch, aber die Protagonisten verhalten sich irrational. Da wird medizinischer Alkohol im Ofen verbrannt, der goldene Rahmen eines Spiegels und Tabak. Dazu muss man sagen, sie hatten zu diesem Zeitpunkt das Schiff schon verlassen und saßen auf einer Scholle fest! Zum Klabautermann, das ist die erste Expedition von der ich lese, die beim verlassen des Schiffs einen goldenen Spiegel rettet um diesen fortan mit sich übers Eis zu schleppen. Keine Expedition von der ich je las verbrannte Alkohol oder gar Tabak, das wäre etwa so als würde man seine Hose verbrennen. Egal wie viel man davon hat, das verbrennt man nicht! In der Arktis ist alles wertvoll! Wenn man zuviel hat, macht man ein Depot für später, oder für den Nächsten, aber man würde es nicht verbrennen. Ich finde das einfach so völlig absurd, selbst für einen Roman.Später, 80 Seiten vor Schluss, alle sind schon ziemlich fertig von den Monaten im Eis und den Entbehrungen, aber irgendjemand findet Rosenquarz. Das ist, außer für den Geologen, völlig nutzlos! Aber die Männer stürzen sich darauf um es freizuhacken, weil jeder ein Stück haben will. Wozu schreibt der Autor zwar nicht, aber hey Rosenquarz, pack ein! Einer der Männer hat "sein Werkzeug" nicht mehr und muss seinen Kameraden eine Essensration zum Tausch anbieten damit sie ihm ihr Werkzeug leihen!Solche Stellen hängen mich einfach ab. Ich dachte Kameradschaft entsteht gerade dort wo man zusammen Widrigkeiten übersteht, wie bei Polarexpeditionen. Hier scheinbar nicht. Aus wissenschaftlicher Sicht hätte eine Probe des Quarzes gereicht und mehr als nötig mitzunehmen erhöht nur den Ballast für alle. Muss ich nicht verstehen.Unterm Strich war es für mich als mitdenkender Leser, der versucht sich ein bisschen in die Rolle der Forscher zu versetzen sehr anstrengend zu lesen. Das Buch steht nicht bei der anderen Polarliteratur im Schrank und auch nicht bei den guten Romanen, mal sehen, vielleicht wackelt ja mal ein Tisch.