★★★★★
k.A.
06.06.2026
ean-shopping.de
Das Hörbuch ist sehr unterhaltsam und die Geschichte fesselt, allerdings gibt es ein paar Stellen, die etwas langsamer angelegt sind.
Inhalt:Sim, die eigentlich Simona heißt, versucht alles, um aufzufallen. Sie trägt ihre Haare in einer knall roten Stachelfrisur, schneidert sich selbst kunterbunte Shirts und extrem kurze Röcke. Mit ihren Eltern hat sie nur Probleme und der Konkurrenzdruck, den sie durch ihre scheinbar perfekte Schwester spürt, entfernt sie immer mehr von ihrer Familie. Eines Tages erleidet sie eine Alkoholvergiftung und ihre Eltern sehen nur noch einen Ausweg: Entziehungskur oder sechs Wochen Zwangsurlaub bei ihrer Tante Jo, die in Amerika in einem Indianerreservat lebt. Die Wahl fällt Sim nicht schwer. Kaum dort angekommen trifft sie auf die Indianer Jimmi und Lukas. Wie sehr dieser Aufenthalt und gerade diese beiden Jungs ihr Leben verändern werden, kann sie zu diesem Zeitpunkt nicht einmal erahnen.Meine Meinung:Auch dieses Buch von Frau Babendererde spielt wieder in der Welt der Indianer, welche die Autorin wie keine Zweite vor dem inneren Auge ihrer Leser entstehen lassen kann.Von der ersten Seite an zieht die Geschichte ihre Leser in den Bann. Sim ist ein sehr spannender Charakter, der auf den ersten Blick verrät, dass es noch einiges an ihr zu entdecken gibt und sie ein Geheimnis mit sich herum trägt. Ich war sehr gespannt auf ihre Entwicklung im Laufe der Handlung.Die indianische Welt ist wieder einmal sehr gut getroffen. Die Autorin schafft es immer wieder den schmalen Grat, der zwischen der bitteren Realität der in den Reservaten lebenden Indianer und der Mystik um die indianische Kultur liegt, nicht in eine Richtung zu überspannen. Besonders gut gefällt mir, dass sich die Autorin nie in Klischees verfängt, sondern die unverblümte Wahrheit beschreibt, wobei sie auch nicht vor Themen wie dem Alkoholmissbrauch und dem Drogenkonsum innerhalb der Reservate zurückschreckt. Gleichzeitig wirkt die ganze Problematik nicht aufgesetzt oder zu aufdringlich.Die durch die aufeinander prallenden Kulturen entstehende Situationskomik hat mich an einigen Stellen laut auflachen lassen. Die optisch doch sehr ausgeflippte Sim will so gar nicht in die enge, traditionelle Welt des Reservates passen und sorgt dadurch für so manch lustige Situation.Ihre Charaktere entwickelt Frau Babendererde mit sehr viel Liebe zum Detail und versieht sie mit so vielen Facetten, dass sie absolut echt wirken und man selbst dem Widerling der Geschichte noch immer etwas Positives abgewinnen kann und ihn letztlich ins Herz schließt.Die Handlung an sich hat alles was eine gute Geschichte ausmacht. Sie hat Witz, Charme, Spannung und durch die beiden Brüder, auf die Sim gleich zu Beginn ihrer Reise trifft, auch eine gehörige Portion Herzklopfen.Fazit:Ein Buch, das wieder einmal das Leben in den Reservaten vor meinem inneren Auge hat entstehen lassen, mich hat mitfiebern, lachen und bangen lassen und welches ich jedem Fan der Autorin und auch solchen, die es noch werden wollen, sehr ans Herz legen kann!
Endlich wieder ein Buch von Antje Babendererde...und 480 Seiten dick...das klang vielversprechend, deshalb landete es sofort auf meiner Vorbestellerliste. Kam dann am Montag, durchgelesen bis Mittwoch Vormittag, deswegen auch jetzt die Rezension!Im Gegensatz zu ihrem letzten "neuen" Buch, Starlight Blues, das eher etwas für "Erwachsene" war, hier wieder einmal eine typischen Babendererde Geschichte...was durchaus als Kompliment gedacht ist.Simona, ein sechzehnjähriges Mädchen aus einem kleinen Dorf in Thüringen eckt überall an. Sie hat Probleme mit ihren Eltern, denen Beruf und Karriere wichtig ist, kann deren Erwartungen einfach nicht erfüllen. Und zu allem Überfluss gibt es da noch eine ältere Schwester, der all das, was Simona so schwer fällt, spielend schafft.So bricht sie aus, beginnt zu rebellieren...nicht untypisch für einen Teenager, mag man denken...ist es sicher auch nicht, weshalb sich einige der Leser hier wiedererkennen werden.Aber Simona überzieht das ganze, beginnt mehr Alkohol zu trinken als gut für sie ist, lässt sich dann zu einigen dummen Sachen verleiten. Eines Tages stellen ihre Eltern sie vor die Wahl...Entziehungskur oder sechs Wochen Indianerreservat in South Dakota, USA. Dort lebt ihre Tante Jo und Alkohol und Drogen sind streng verboten!Zumindest offiziell, denn die Realität sieht anders aus, wie auch Simona sehr bald feststellt.Soviel zur Vorgeschichte. Simona entscheidet sich also für die "Verbannung", reist zu ihrer Tante, die sie am Fluhafen in Rapid City abholen soll.Ihre Tante kommt nicht selbst, schickt statt dessen zwei junge Indianer, Jimi und Lukas, "Brüder", die sie zu ihrem Ziel bringen.Nun, ich will an dieser Stelle nicht zuviel verraten, sonst ist die Spannung dahin. Man merkt aber bereits hier, dass es Verwicklungen geben wird, und diese nicht zu knapp.Antje Babendererde liefert eine bunte Mischung ab...Leben pur. Natürlich spielt die Handlung auch diesmal wieder in Amerika, South Dakota, Pine Ridge. In einem Indianerreservat, mit seinen ganz besonderen Problemen.Geschickt werden Simonas persönliche Schwierigkeiten mit denen verwoben, die man dort antrifft. Arbeitslosigkeit, Entwurzelung, Resignation, Drogen und Alkohol, Gewalt. Aber es wird auch die andere Seite gezeigt, das traditionelle Leben der Lakota, ihre Spiritualität, ihre tiefe Verbindung mit ihrem Land und ihrer Vergangenheit...und am Schluss, nach vielen Verwicklungen, reichlich Spannung und ziemlich vielen Gefühlen, verlässt Simona dieses fremde Land als "anderer" Mensch...Ein wunderbares Buch, toll geschrieben, macht Lust auf mehr, wie fast immer bei dieser Autorin. Ich stelle fest: 480 Seiten sind nicht genug! Toksa aké...hoffentlich!