Die Rezension des Buches fällt mir nicht so leicht. Es haut mich weder vom Hocker, noch denke ich, dass irgendwie schlecht ist. Deswegen 3 Sterne - mehr als "Nicht schlecht" ist für mich hier nicht drin.An sich empfinde ich die Idee des Buches als sehr gut. Sich der Herausforderung zu stellen einmal komplett zuckerfrei zu leben ist eine Erfahrung, die ich nur jedem empfehlen kann. Es gibt anfänglich einen Teil, der die Vorteile einer solchen Ernährung zeigt, warum der klassische Haushaltszucker für unseren Körper zum Problem werden kann und hinter welchen Namen sich Zucker alles in Lebensmitteln versteckt. Es folgen die mehr oder weniger üblichen Tipps & Tricks, die man in Büchern im Bereich gesunder Ernährung findet, um seine Motivation dafür zu gewinnen und nicht zu verlieren. Für mich persönlich nicht unbedingt notwendig, aber ich empfinde es auch nicht als negativ. Es gibt eine relativ grob gehaltene Liste mit Lebensmitteln, die OK sind und denen die nicht OK sind. Es wird der Aufbau der Challenge erklärt: 2 Phasen. In Phase 1 (30 Tage) sind auch sehr stärkehaltige Lebensmittel (z.B. Kartoffeln) tabu. In Phase 2 (10 Tage) können diese wieder konsumiert werden.Persönlich hätte ich mir (wie viele meiner Vorredner) noch ein bisschen mehr Infos bzgl. der Auswirkungen von raffiniertem Zucker auf den Körper gewünscht. Es hätte auch gern wissenschaftlich tiefgehender (aus cytologischer und verdauungstechnischer Sicht) sein können. Allerdings verstehe ich auch, dass dies vielleicht bewusst eingegrenzt wurde, um möglichst viele Lesergruppen zu erreichen und für eine zuckerfreie Ernährung zu gewinnen.Die Rezepte wiederrum sind für mich im Gegensatz zum erklärenden und einleitenden Teil gelungen. Ich habe bisher nicht alle gekocht, aber die die ich ausprobiert habe sind sehr lecker, einfach in der Umsetzung und erfordern meines Erachtens keine großes Küchentalent. So kann auch jeder Beginner ohne Frustration was Gutes für sich tun. Die Rezepte sind, wenn man sich bereits eine Weile im Bereich zuckerarmer und Vollwerternährung bewegt sicherlich keine großen Überraschungen. Allerdings sind einige Rezepte, die man vielleicht schon kennt so abgewandelt, dass sie weniger aufwendig in der Herstellung sind, was für vielbeschäftigte Gesundesser wie mich sehr praktisch ist und dann doch ein bisschen Neues birgt.Gleichzeitig ruft die Autorin dazu auf neben dem reinem Kauf des Buches sich während der Challenge in den dafür von ihr bereit gestellten Social Media Kanälen auszutauschen und Gleichgesinnte zu finden. Den Ansatz finde ich für die, die in ihrem direkt Umfeld keine Gleichgesinnten finden können gut und praktisch.Konkrete positive und negative Aspekte aus meiner Sicht:Positiv:+ einfache, aber lecker Rezepte für Einsteiger, die zeitsparend aber dennoch zuckerfrei und gesund sind+ Auflistung vieler Namen/Synonyme von Zucker, die auf Labels verwendet werden, um ihn zu verstecken+ Autorin verweist explizit darauf, dass auch Zuckeralternativen (Dattelsirup, Kokosblütenzucker etc.) nach der Challenge nur Ausnahmen sein sollten und keine Dauerlösung sind, da auch diese in zu Hohem Maße schädlich sindNegativ:- einleitender Teil zu wenig wissenschaftlich für meinen Geschmack - besonders vor dem Hintergrund, dass die Autorin Gesundheitswissenschaften studiert hat, hätte ich mehr erwartet- es fehlt mir eine zumindest kleine Auswahl an etwas umfangreicheren, aufwendigeren Rezepten für wenn die Lust aufs Kochen groß ist- die Liste der Lebensmittel die OK sind und welche nicht, sollte etwas detaillierter sein und interaktiver mit dem Buch verknüpft sein (sie steht eher wie ein "Ach übrigens" ganz am Ende des Buches)- dafür, dass die Phase 2 der Challenge nur 25% des Gesamtzeit ausmacht, gibt es relativ viele Rezepte, die nur in Phase 2 ok sindInsgesamt kann ich das Buch den Leuten empfehlen, die das ganze Konzept einer zuckerfreien Ernährung einfach mal ausprobieren möchten. Das heißt, dass wenige bis gar keine Vorkenntnisse zur zuckerarmen und auch Vollwerternährung bestehen und es einem eher um die Idee für einfach in den Alltag zu integrierende Rezepte, als um den tiefergehenden Hintergrund für die Challenge geht. Man bekommt schon einige Infos, aber eben wirklich eher "Einsteiger"-Infos. Für alle, die bereits Erfahrung mit zuckerfreier Ernährung gesammelt haben und auch generell im Thema gesunde und Vollwerternährung nicht neu sind, ist das Buch wahrscheinlich eher nicht geeignet, da weder der erklärende, noch der Rezepte-Teil wirklich fortgeschritten ist. Das einzige was ich mitnehmen konnte, war die Idee für eine etwas einfachere/schnellere Zubereitung von mir bereits bekannten Rezepten. Ich denke ich werde das Buch eher weiter verschenken an Freunde, die in das ganze Konzept einfach nur mal hereinschnuppern wollen, ohne gleich zu tief einzusteigen.
Positiv ist die wirklich liebevolle Aufmachung, ein bisschen im Bloggerstil, mit sehr hübschen Bildern, motivierenden Sprüchen und einem ansprechenden Schreibstil. Das Lesen und Blättern macht Spaß. Ist definitiv das hübscheste Ernährungsbuch in meinem Regal :-)Was dem Buch aus meiner Sicht fehlt, sind einfache Übersichten: Ich vermisse z.B. eine wirklich ausführliche Liste, was man denn jetzt in welcher Phase essen darf/soll und was nicht - die Übersicht auf der Umschlagseite ist ja schon mal ein netter Anfang, aber das hätte ich mir dann im Innenteil nochmal in Form einer umfangreicheren Tabelle gewünscht, in der ich einfach schnell nachschauen kann, ob ein bestimmtes Lebensmittel in die betreffende Phase passt. Die Info, dass man keinen Kuchen und keine Nusscreme essen soll, hätte ich nicht wirklich explizit gebraucht, dafür vermisse ich die üblichen Obst- und Gemüsesorten oder die verschiedenen Pseudogetreide in tabellarischer Form - das würde das Mahlzeiten planen, das im Buch ja auch empfohlen wird, deutlich erleichtern.Die Doppelseite mit den "Decknamen", die Zucker im Handel hat, ist zwar sehr hübsch aufgemacht, aber es wäre doch deutlich einfacher, wenn das ganze in einer alphabetisch sortierten Liste aufgeführt wäre.Die Rezepte sind ansprechend. Wie hier schon mal erwähnt wurde, sind sie nicht nach Phase 1 und 2 sortiert - kein großes Problem, aber etwas störend. Außerdem sind die Rezepte mit verschiedenen Farben gekennzeichnet, deren Bedeutung sich mir nicht erschließt. Der Rezeptteil ist umfangreich und die Rezepte klingen lecker, sind allerdings teilweise recht kalorienhaltig. Da aber bei jedem Rezept die Nährwertangaben dabei stehen, kann ich solche Rezepte gleich aussortieren und mich auf die kaloreinfreundlicheren Varianten stürzen. Neben Kaloriengehalt werden, wie ich es von GU kenne, auch Protein-, Kohlehydrat- und Fettmenge abgedruckt, was mir für die Mahlzeitenplanung sehr wichtig ist.Insgesamt finde ich das Buch eine gute und ansprechende Anregung zum Thema Zuckerverzicht, man könnte aber meiner Meinung nach noch etwas mehr daraus machen.