★★★★★
k.A.
11.07.2026
ean-shopping.de
Ich habe dieses Buch für eine Recherche über die Zeit zwischen 1850 und 1865 benötigt. Die Art, wie die Informationen präsentiert sind, ermöglicht eine ruhige Durchsicht der historischen Abläufe. Die Druckqualität ist angemessen und die Seiten lassen sich gut lesen. Die Bindung hält den Umfang des Buches gut zusammen. Es ist ein sachliches Werk, das die gewünschten historischen Sachverhalte darstellt.
★★★★★
k.A.
26.06.2026
ean-shopping.de
Das Buch hat eine angemessene Schriftgröße und einen ausreichenden Zeilenabstand, was das Lesen angenehm macht. Die Satzspiegel sind gut strukturiert und die Lesbarkeit ist auch bei gedimmtem Licht gegeben.
★★★★★
k.A.
29.09.2025
ean-shopping.de
Das Buch kam in einer unbeschädigten Verpackung an. Der Einband ist sauber und die Seiten sind unbeschrieben. Die Bindung scheint intakt zu sein und das Buch ist gut haltbar. Die Lieferung war ohne Mängel.
Der amerikanische Bürgerkrieg hat die Geschichte der USA, die politischen Gegebenheiten und die Mentalität der Menschen in einer Weise umgeworfen, wie es wohl nur mit der Unabhängigkeitserklärung der Kolonien an sich vergleichbar ist. Aber auch für den Rest der Welt stellt dieses Ereignis eine entscheidende Zäsur in kultureller und politischer Hinsicht dar. Auch aus diesem Grund war ich als historisch interessierter "Laie" stets auf der Suche nach einer wirklich guten Übersicht über diesen Konflikt. Mit James M. McPhersons "Für die Freiheit sterben" bin ich mehr als fündig geworden.Auf gut 850 Seiten (Anhang nicht mit eingerechnet) legt McPherson den amerikanischen Bürgerkrieg in einer Vielzahl von Facetten dar und schafft dabei den schwierigen Spagat eine große Menge an Information prägnant zu vermitteln, ohne dabei in Belanglosigkeit oder Detailsucht zu verfallen. Dabei gibt McPherson sich größte Mühe, dem Leser ein wirklich "komplettes" Bild zu vermitteln: Politische (Außen- wie Innenpolitik!) und kulturelle Hintergründe werden ebenso vermittelt wie Charakterzüge der historischen Figuren, militärische Bewegungen, wirtschaftliche Rechnungen und geographische Umstände. Auch das Los der Zivilbevölkerung kommt nicht zu kurz. Mit Hilfe dieses kompletten Bildes kann der Leser nicht nur die Etappen dieses Konfliktes *nachvollziehen* sondern tatsächlich *verstehen*. Entsprechend verhält sich auch die Struktur des Buches:McPherson gibt dem Leser in seiner Einleitung ein detailliertes Bild der Vereinigten Staaten in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Erwägungen konstruieren eine solide Ausgangsposition um den Weg der Bundeststaaten in die Sezession zu skizzieren. Besonders die Beschreibung der politischen Ursachen der Sezession empfinde ich als schlüssig und einleuchtend. Im Hauptteil des Buches widmet sich McPherson dem Kriegsverlauf, den er zusammenhängend aber doch mit Schwerpunkten erläutert. Dabei geht er im Prinzip chronologisch vor, nimmt sich aber sinnvollerweise immer mal wieder zwischendurch die Zeit, kausale Zusammenhänge an einem Kriegsschauplatz (z.B. Kansas) in einem Ausblick mit den "aktuellen" Geschehnissen in Verbindung zu setzen. So gliedert sich die Erzählung in mehrere "Arme", die jedoch im Ganzen einer chronologischen Ordnung folgen. Der Leser wird gekonnt geführt und verliert nie den Überblick.An ausgewählten Zeitpunkt nimmt sich der Autor den Raum, auf besondere Aspekte des Konfliktes zu sprechen zu kommen - wie haben die Wahlen 1864 die militärischen Geschicke der Union und der Konföderierten beeinflusst? Wie konnten die beiden amerikanischen Staaten den Krieg ökonomisch schultern? Wurde der Krieg tatsächlich "auf dem Rücken der Armen" ausgetragen? Diesen und einer Vielzahl von anderen Fragen widmet sich McPherson mit der gebührenden Sorgfalt. Das Buch schließt dann mit einem Epilog, der die Folgen des Krieges für die USA und die Welt noch einmal zusammenfassend darstellt.Beeindruckend ist dabei für mich vor allem, dass der Autor so gut wie immer fair und sachlich bleibt. McPherson bemüht sich beide Seiten zu beleuchten und in den damaligen Kontext einzuordnen. So werden die Sklavenhalter aus den Südstaaten beispielsweise nicht als bösartige Schufte mit Spaß an Oppression dargestellt, sondern ihre Absichten (die sich im Wesentlichen auf einen aus heutiger Sicht pervertierten Freiheitsgedanken gründen) werden plausibel gemacht. Natürlich bezieht McPherson auch (löblicherweise) an der ein oder anderen Stelle moralische Position - dies aber stets aus der heutigen Sicht heraus, die der Leser auch leicht einzuordnen weiß. Auch bei der Darstellung der Personen bleibt McPherson differenziert: So wird Grants angebliche Trunksucht beispielsweise ebenso skeptisch thematisiert wie General Lees militärische Unfehlbarkeit oder McClellans Eignung als Kommandant der Potomac-Armee.Weiterhin gefällt mir der spannende und lockere Stil des Buches, der zwar durchaus seriös ist und mit zahlreichen Quellenangaben aufwarten kann, aber selbst bei knallharten politischen Detailfragen spannend zu lesen und auf angenehmer Distanz zum trockenen "Lehrbuchstil" bleibt. Aufgepeppt wird das Dargestellte immer wieder durch militärische Karten, Anekdoten aus Briefen, Bilder der wichtigsten Protagonisten und andere Details, die die Erzählung angenehm abrunden. McPherson hat dabei auch den Mut, "etablierte" Deutungen von Historikern in Frage zu stellen und argumentativ seine Interpretation schlüssig zu verteidigen. So gerät "Für die Freiheit sterben" nicht blos einfach zu einer knackigen Zusammenfassung von schon bekannten Fakten und Thesen (Was auch eine beachtliche Leistung wäre), sondern vermittelt einen ganz eigenen, wohl fundierten Blick auf den Konflikt.Sicherlich könnte man auch bei diesem Buch Kritikpunkte finden, wenn man verbissen genug sucht. So hätte dem Werk sicherlich ein sorgfältigeres Lektorat gut getan. Beispielsweise ist manchmal von Konföderierten die Rede, wo klar Unionisten gemeint sind und auch so mancher Druckfehler schleicht sich ein. Darüber hinaus sind die abgedruckten politischen und militärischen Karten mitunter schwer zu lesen (Grauschattierungen sind kaum erkennbar) oder werden kaum erläutert. Dennoch: Aufgrund der vielen positiven Eigenschaften fällt dies kaum ins Gewicht.Fazit:Ein so fairer, kompletter und sorgsam dokumentierter Überblick über den amerikanischen Bürgerkrieg dürfte in der Literatur seines Gleichen suchen und es fällt leicht zu verstehen, wieso McPherson gemeinhin als der Bürgerkriegsautor schlechthin verstanden wird. Positiv anzumerken ist in diesem Schlusswort auch, dass dieses Buch für "Hobbyhistoriker" und Menschen die sich einfach nur privat etwas über diese Thematik anlesen wollen, in meinen Augen hervorragend geeignet ist - ohne dabei aber all zu sehr an wissenschaftlichen Anspruch zu verlieren. Ich kann also guten Gewissens eine generelle Kaufempfehlung für dieses Buch aussprechen. Einzig wer sich von der hohen Seitenzahl oder dem Faktum, dass McPherson politischen/gesellschaftlichen Erwägungen mehr Beachtung schenkt, als detaillierten militärischen Winkelzügen abgestoßen fühlt, könnte mit "Für die Freiheit sterben" Probleme bekommen.Für den Rest: Zugreifen! 5/5 Sterne!