★★★★★
k.A.
20.07.2025
ean-shopping.de
Die Schallplatten sind in Ordnung und die Aufmachung ist funktional. Die Wiedergabe der einzelnen Teile ist ohne Schwierigkeiten möglich. Für Studierende, die Material benötigen, ist das eine akzeptable Quelle. Ich würde diese Sammlung anderen, die Material suchen, empfehlen.
Als Tochter einer seit Jahren an Demenz erkrankten Mutter, hat mir dieses wunderbare Buch sehr geholfen mit vielen Alltagssituationen, die diese Krankheit so mit sich bringt, noch besser umzugehen, vor allem besser zu verstehen. Hätte ich dieses Buch vorher gekannt, wären uns als Angehörige, aber vor allem meiner Mutter als Betroffene, viele Tränen, Aufregung, Wut und Scharm erspart geblieben. Obwohl wir inzwischen durch eigene Erfahrungen und auch Tips von anderen Betroffenen viel gelernt haben, hat mir der Autor durch seine einfühlsamen Schilderungen und Erklärungen,nochmal mehr geholfen das Verhalten meiner Mutter nachzuvollziehen. In vielen beschriebenen Erlebnissen konnte ich meine Mutter wiedererkennen.Etwas zu ausführlich allerdings manchmal sehr persönliche Kindheits und Jugenderinnrungen. Aber das gehört wohl dazu.
Arno Geiger (geboren 22.7.1968 in Bregenz) ist ein österreichischer Schriftsteller, der mit Romanen wie "Es geht uns gut" und "Alles über Sally" bekannt geworden ist. Geiger wuchs in Wolfurt, nahe Bregenz auf, studierte in Innsbruck Deutsche Philologie, Alte Geschichte und Vergleichende Literaturwissenschaft, arbeitete neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit zunächst als Videotechniker bei den Bregenzer Festspielen und lebt seit 1993 in Wien und Wolfurt als freier Schriftsteller.Mit dem "Alten König" im Titel des Buches ist der Vater von Arno Geiger gemeint, der seit vielen Jahren an Alzheimer leidet. Traktatartig beschreibt der Sohn, wie sich die Krankheit schleichend manifestiert hat und wie die Verwandten, besonders er selbst, damit umgegangen sind und heute noch damit umgehen. Interessant war für mich zu erfahren, wie sich die Krankheit genau manifestiert: der unscheinbare, schleichende Beginn macht es nicht leicht eine Demenz- oder Alzheimererkrankung sofort als solche zu erkennen. Dass bestimmte Wörter manchmal entfallen oder dass man Namen vergisst oder vergisst bestimmte Tätigkeiten zu verrichten, die man gerade verrichten wollte, ist ja nichts krankhaftes und passiert jedem Menschen manchmal. Das ist das Problem, das auch Arno Geiger hatte, denn er glaubte einige Jahre, sein Vater würde sich gehen lassen, hätte keine Interessen und benähme sich absichtlich seltsam. Als Arno erfuhr, dass der Vater an Alzheimer litt, war er zunächst erleichtert, denn die Krankheit sprach aus dem Vater und nicht der Vater selbst. Dass Alzheimer eine progressive Krankheit ist, die immer mehr Regionen im Gehirn angreift und zu einer Veränderung der Persönlichkeit insofern führt, als dass Alzheimer Patienten in Zeit und Raum keine Orientierung mehr besitzen, stellt die große Herausforderung für deren Betreuer dar. Gut beschrieben wird, wie Arno mit dieser Krankheit umgeht. Alzheimer Patienten und alte Menschen die an Demenz erkranken, werden oft ausfällig, beschuldigen und beleidigen nahe stehende Menschen, ohne sie jedoch zu erkennen. Im schlimmsten Fall fühlen sie sich verfolgt und haben Angst, beraubt oder getötet zu werden. Beim Vater von Arno äußerten sich seine größten Ängste darin, dass er sich verloren fühlte, und ständig nach Hause gehen wollte, obwohl er schon zu Hause war. Arno versuchte zunächst den Vater davon zu überzeugen, dass er schon zu Hause war, bis er sich dessen bewusst wurde, dass dies den Vater noch unsicherer und wütender werden ließ, so beschloss er in seine eigene Welt einzutauchen und mitzuspielen, indem er ihm versicherte, sie würden bald nach Hause gehen. Im Prinzip zeigt Arno Geiger sehr feinfühlig auf, dass das Beharren auf die Wahrheit sich eher schädlich auf die "Kranken" auswirkt. Der Vater, der aufgrund seiner Vergesslichkeit sein Zuhause nicht mehr erkennt, jedoch fühlt, dass mit ihm und seiner Wahrnehmung irgend etwas nicht stimmt, ist höchst verunsichert, deshalb wird er wütend und fühlt sich machtlos, wenn ihm jemand einreden will, was richtig und falsch ist. Am Besten geht man mit Alzheimer Patienten so um, dass man ihre Wutausbrüche, Beschuldigungen und verzerrte Realitätsaussagen nicht ernst nimmt und im schlimmsten Fall ignoriert, bis sich der Patient wieder beruhigt hat. Diese Vorgehensweise bedeutet aber nicht, dass man den Menschen nicht ernst nimmt oder ihn nicht als Mensch würdigt. Im Gegenteil, genau diese Vorgehensweise bedeutet im Grunde, dass man sich als Angehöriger bewusst macht, dass der Mensch neben mir einerseits in großer Not ist, andererseits dass man mit ihm nicht mehr wie gewohnt umgehen kann und darf. Das bedeutet wiederum großes Leid für den Angehörigen, der sich klar machen muss, dass er selbst nicht mehr erkannt und dauerhaft und konstant als das wahrgenommen wird, was er ist.Dieses Buch sollte als Prävention gelesen werden, bevor jemand in der Familie an Alzheimer oder Demenz erkrankt. Arno Geiger gelingt es nämlich aus der Krankheit für sich und für den Vater das Beste zu machen, auch wenn natürlich unter sehr großer Anstrengung. Für Angehörige stellt diese Art von Leiden eine sehr große psychische Belastung dar, die jedoch etwas gemildert werden kann. Dass Alzheimer Patienten außerdem sehr feinfühlig sind und andere Qualitäten entwickeln, wie im Falle von Arnos Vater eine kreative Sprachverwendung, wertet diese Menschen auf, nur muss man diese Dinge auch sehen und sehen wollen. Insgesamt ein sehr feinfühliges Buch, das für mich sehr lehrreich war.