★★★★★
k.A.
21.05.2026
ean-shopping.de
Für den ersten Kontakt mit dieser Art von Literatur war der Einstieg schnell gelungen. Die Art und Weise, wie der Text präsentiert ist, ist klar und gut lesbar. Mir war anfangs etwas unklar, wie die Struktur der Darstellung aufgebaut ist. Insgesamt ist die physische Erscheinung des Buches in Ordnung.
★★★★★
k.A.
21.05.2026
ean-shopping.de
Dieses Buch ist absolut fesselnd und bietet eine unglaubliche Darstellung der goldenen Stadt mit plastischen und farbenfrohen Figuren. Ich kann die Beschreibung „makellos geschrieben“ und „unvergesslich“ vollkommen bestätigen.
★★★★★
k.A.
21.05.2026
ean-shopping.de
Das Buch hat eine solide Aufmachung. Das Papier fühlt sich gut an und der Druck ist gut lesbar. Die Bindung hält das Buch in einer guten Form. Es ist ein Buch, das man als Geschenk überreichen kann.
Ja, dieses Buch gibt es wirklich! Es ist die Geschichte eines Jungen, der seine Phantasien in die Realität mitnehmen konnte und aus der Realität in seine Phantasien driften, um daraus die Kraft zu entwickeln, seine Realität zu verändern. Es ist die Geschichte eines Menschen, der nicht einfach zufrieden war. Oder mit dem Einfachen zufrieden war. Es musste schon das Großartigste sein.Und die Frau, die diese Geschichte erzählt hat, dieses Buch geschrieben, hat offensichtlich so einiges von ihrem Helden, denn auch sie war nicht einfach zufrieden, aus einer ungewöhnlichen Biografie ein Buch zu machen. Es musste schon großartig und atemberaubend werden. Und das ist es geworden! Nicht alles ist schön und nett und lieb und brav. Aber - Entschuldigung - es zieht einem einfach die Schuhe aus! An diesem Buch muss sich Literatur messen lassen.
Die Lebensgeschichte des Deutschen Augusto Berns, der Jahrzehnte vor Hiram Bingham Machu Picchu entdeckte, liefert einen aufregenden Stoff, den Sabrina Janesch aufwendig recherchiert hat, dem sie aber sprachlich und in der psychologischen Beschreibung letztlich nicht gewachsen ist.Die vielen Dialoge führt Janesch am liebsten als indirekte Rede und schafft durch den umständlichen Konjunktiv Distanz zum Geschehen, das wir eigentlich live mitverfolgen. Wann und warum sie dann doch gelegentlich zu direkten Äußerungen greift bleibt unklar, z.B. wenn der kleine Indio-Junge Melchor zur Wort kommt, obwohl dieser garantiert kein Deutsch spricht.Janesch lässt ihre Sätze auch gern mal ohne Verb stehen und erinnert damit an atemlose Fußball-Berichterstattungen, was der epischen Geschichte nicht gerecht wird und letztlich unbeholfen wirkt. Örtlichkeiten werden kaum räumlich beschrieben. So fällt es schwer sich Centenos Haus, die Sägemühle am Urubamba oder Machu Picchu anhand des Texts vorzustellen. Unter Anderem weil Janesch konsequent körperrelative Richtungsangaben (links, rechts, usw) macht und so gut wie nie Himmelsrichtungen verwendet.Und schließlich enthält der Text auch noch peinliche Ausrutscher, die einem guten Korrektorat hätten auffallen müssen, z.B. wenn Berns unironisch denkt: "was hätte er vor Feuerland für Feuer gegeben". Oder wenn ein Kanoneneinschlag bei der Schlacht um Callao ernsthaft mit "Rumms!" beschrieben wird.Neben den sprachlichen Problemen überzeugen auch die Charaktere nicht. Janeschs Beschreibung von Berns Kindheit und dem Tod seines Vaters ist zwar äußerst einfühlsam, aber seine spätere Entwicklung ist kaum nachvollziehbar. Der Konflikt zwischen seinem Wissensdurst nach dem Reich der Inka und seiner schnöden Gier nach Gold wird nie thematisiert, geschweige denn die Frage woher die kolonialistische Herablassung kommt, mit der er den Nachfahren der von ihm bewunderten Inka begegnet.Spätestens als Berns Arteagas kleinen Enkel nach dem Ort des Goldes auszuhorchen versucht, wünscht man ihm ein paar Nattern in den Schlafsack. Man liest den Rest nur noch für die Befriedigung, seinen großen Entdeckertraum scheitern zu sehen.Janeschs Nebenfiguren bleiben leblos, klischeehaft und unglaubwürdig. Während der Überfahrt lässt die Autorin einen karikaturenhaften Passagier auftauchen, der Berns zwar hasst aber trotzdem seinen besten Anzug gegen dessen Knöpfe im Kartenspiel einsetzt. Später taucht ein unglaublich naiver (und natürlich fetter) Abt auf, der Berns auf eine unlogische Geschichte hin Zugang zum Archiv verschafft. Ein dämlicher Bandit und eine schöne reiche Witwe, die sich Berns sogleich hingibt, sind auch dabei. Seinem Partner Singer genügt die Motivation, dass er sich mal fast vom Dach geworfen hätte, um Berns jahrelang zu folgen.Daneben gibt es für den Leser den die wahre Geschichte des Augusto Berns interessiert aber noch ein grundsätzlicheres Hindernis: Da die Original-Dokumente zu Augusto Berns spärlich und kaum zugänglich sind und seine Lebensgeschichte kaum erforscht ist, kann man sich nie sicher sein, welcher Teil dieser Geschichte der Fantasie der Autorin entspringt.Sabrina Janesch hat zwar umfangreich recherchiert aber letztlich die Romanform gewählt, die ihr alle schriftstellerischen Freiheiten lässt. In "Die Stadt Z" etwa beschreibt der Autor David Grann seine Recherche und Auseinandersetzung mit den klar dargelegten Fakten. Dadurch kann man sich dem Helden selbst nähern und ein eigenes Bild machen. In "Die Goldene Stadt" erzählt Sabrina Janesch eine Geschichte, die zum Teil von Augusto Berns handelt und zu einem verdeckten Teil von ihr selbst. Vermutlich ist das sogar der besser beschriebene Teil (in Berlin), aber als Annäherung an den historischen Berns bleibt es unbefriedigend.