★★★★★
k.A.
13.05.2026
ean-shopping.de
Das Buch hat mich interessiert und die Geschichte war spannend. Die Beschreibung der Personen war in Ordnung, aber die Gespräche waren etwas lang. Für die reine Lektüre ist es okay.
Das ist mein erstes Buch von diesem Autor und ich war angenehm überrascht.In seinem neuen Roman „Klara und die Sonne“ zeigt der britische Literaturnobelpreisträger einmal mehr, wie spielend er zwischen Zeiten und Genres wechseln kann.Inhalt: Josie ist viel allein, deswegen bekommt sie eine Künstliche Freundin namens Klara. Erzählt wird die Geschichte von Klara, einer künstlichen Intelligenz in Form eines Roboters, die der kleinen und kranken Josie geschenkt wird, um ihr die Einsamkeit zu vertreiben. Klara lernt sich einzufühlen, zieht mitunter irrwitzige Schlüsse, altert in Rekordgeschwindigkeit und zieht den Leser schnell in ihren Bann.Das neue Erzählexperiment von Nobelpreisträger Kazuo Ishiguro ist betörend. Kazuo Ishiguro hat dieses Buch über die künstliche Intelligenz Klara nicht geschrieben, um das Verhältnis der Gesellschaft zur Technik auszuloten, sondern um über den Kontrast zum Inhumanen das Menschsein zu reflektierenFazit: Ein guter empathischer Roman über Künstliche Intelligenz.
Klara wurde als Artificial Friend erschaffen, sie "wächst" im Schaufenster eines Geschäfts auf und beobachtet die Welt draußen. Eines Tages wird sie von der schwerkranken Josie, für die sie die nächsten Jahre eine Begleiterin wird ausgewählt. Klara ist eine außergewöhnliche Beobachterin und versucht zu verstehen, was es bedeutet ein Mensch zu sein, außerdem muss sie über die angebliche Verbundenheit der Menschheit lernen.Nobelpreisträger Kazuo Ishiguro bleibt sich auch in seinem neusten Werk seinem thematischem Lebenswerk "Romane die den Abgrund in unserer vermeintlichen Verbundenheit mit der Welt aufdecken“ treu.Die Welt die der Autor zeichnet, ist von unserer aktuellen gar nicht so weit fortgeschritten. Es gibt jetzt hochentwickelte künstliche Intelligenzen, inzwischen werden Kinder scheinbar genetisch angepasst um sie zu verbessern. Schulunterricht findet nur von Zuhause aus statt (von Klara Rechteckunterricht genannt), die Kluft zwischen arm und reich fällt immer mehr zurück in alte Muster, und für ungehobene ist der Zugang zu Bildung fast unmöglich geworden. Angehende heutige Probleme wie die immer stärker werdende Kommunikationsunfähigkeit und das Versagen im Umgang mit anderen Menschen haben sich weiter verstärkt. Viel mehr Details gibt das Buch nicht Preis, die Funktionsweise von potentiellen KIs sowie technische Voraussetzungen bleiben komplett unklar, aber Kazuo Ishiguro ist eben kein Science Fiction Autor und eine möglichst detaillierte und realistische Zukunftsvision zu beschreiben, darum geht es hier nicht.Der Schreibstil ist wie gewohnt sehr strukturiert. Was auffallen sollte sind die teilweise recht ungewöhnlichen Begrifflichkeiten, mit denen Kazuo Ishiguro scheinbar versucht das teilweise philiströse Wissenheit einer potentiellen künstlichen Intelligenz zu replizieren. Sonderbar ist, das auch die humanen Charaktere die gleichen Begrifflichkeiten verwenden - vielleicht ein Übersetzungsfehler?Wie bereits antezediert zeigt Ishiguro auch hier mal wieder überdeutlich wie geheuchelt die Verbundenheit und Solidarität untereinander sind. Klara ist ein präzedenzlos selbstloser Charakter, der für die anderen nur das Beste will, diese Selbstlosigkeit ist von den meisten aber unerwünscht. Charaktere die auf einem falschen Weg sind mögen vielleicht mal eine Sekunde der Erleuchtung haben, in denen sie sich fragen, ob sie auf ihrem Weg alles richtig gemacht haben, die dann aber wieder in alte Muster zurückfallen und genauso weiter machen wie bisher. Auf Fehlern lernt man nicht, man macht sie wieder und wieder und fragt sich warum nichts besser wird, trotzdem überzeugt davon, das richtige zu tun. In unserer angeblich solidarischen, hochentwickelten und vernünftigen Gesellschaft klafft ein Abgrund der immer und immer größer wird. Trotz des immerdar warmen und hoffnungsvollen Untertons ist der Roman ziemlich trostlos. Auch Massenphänomene in denen der Mensch seine Individualität ablegt um der Gruppe zu gefallen werden angeschnitten. "Klara und die Sonne" ist wieder mal ein sehr vielschichtiges Buch von Kazuo Ishiguro, in das man bestimmt noch viel mehr hineininterpretieren und entdecken kann – und das ist doch, was Literatur ausmacht.Trotzdem habe ich das Gefühl, das irgendwas fehlt. Ich hatte irgendwie immer den Eindruck dass das was der Autor sagen wollte irgendwie nicht vehement genug ist, das es keinen so rechten Höhepunkt gibt, das die Geschichte irgendwie "zu lieb" ist. Genau beschreiben kann ich das nicht, aber den Eindruck hatte ich während der ganzen Lektüre. Natürlich ist der Roman natürlich trotzdem äußerst Lesenswert. Nur nicht ganz auf der Höhe mancher anderen Werke von Kazuo Ishiguro."Glaubst du an das menschliche Herz? Ich meine natürlich nicht einfach das Organ, sondern spreche im poetischen Sinn. Das Herz des Menschen. Glaubst du, dass es so etwas gibt? Etwas das jedes Individuum besonders und einmalig macht?"(Seite 251)