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k.A.
04.08.2026
ean-shopping.de
Dieser zwölfbändige Zyklus \"Ein Tanz zur Musik der Zeit\" ist eine wahre Bereicherung und überzeugt durch seine inhaltliche Tiefe und formale Gestaltung. Ich bin absolut begeistert von dieser wunderschönen literarischen Reise.
"Könige auf Zeit" ist der gerade erschienene 11. Band des Romans "Ein Tanz zur Musik der Zeit" der Neuausgabe, der letzte Band folgt wohl im September 2018. Dass es sich um eine Autobiographie handelt, sieht man schon daran, dass der Autor, Anthony Powell (sprich: "Pol" wie Südpol), in Eton war, einem ebenso vornehmen Internat wie das des Romanhelden Jenkins, und ebenso wie Powell hat Jenkins in Oxford studiert, beide haben eine Dame aus dem englischen Hochadel geheiratet usw. usf. Powell wurde 1905 geboren und verstarb 2000, er ist in England und anderswo sehr bekannt, in Deutschland nahezu unbekannt. Das ist bedauerlich, denn aus seinem autobiographischen wie auch biographischen "Roman"-Werk erfährt man mehr über die englische Gesellschaft nach dem Ende des 1. Weltkrieges bis ins Jahr 1975 als aus jedem anderen Roman oder Sachbuch. Wer England so schätzt, wie es sich gehört oder auch nur über das England des 20. Jahrhunderts wirklich wichtige Dinge wissen will und dabei auch das sehr britische Lebensgefühl dieser Epoche erfassen möchte, braucht unbedingt das gesamte Werk, das übrigens trotz der scheinbaren Umfänglichkeit bei nur rund 300 Seiten pro Band leider rasch gelesen ist. "Könige auf Zeit" beschreibt nun Episoden aus der Zeit ab ca. Ende der 1950er Jahre, wobei es zunächst um den Besuch eines Symposions in Venedig während der Biennale und des Filmfestivals geht. Powell/Jenkins reist mit Vorbehalten und trifft wieder einmal - wie in allen vorigen Bänden - alte Bekannte, mehr oder weniger bedeutende Menschen, die in mehr oder weniger bedeutenden Positionen durch das gesamte Werk geistern, teilweise sind die Protagonisten schon seit der Internatszeit dabei. Was es mit dem Titel auf sich hat, erfährt man schon auf Seite 12, Jenkins nämlich wird in Venedig, so sein Gönner, der ihn dorthin schickt, leben wie ein König auf Zeit. "Einer dieser Könige auf Zeit in "The Golden Bough. Tod in Venedig?"", wie Jenkins bemerkt. Die Antwort bezieht prompt Thomas Mann mit ein, das sei der Mann für all das. Man sieht schon, es geht ebenso kurzweilig wie hochkultiviert zu, und man erhält immer wieder Hinweise auf Bücher, die man nicht kennt, aber eigentlich kennen sollte. Die Handlung fließt dahin, wie das Leben so fließt, es gibt kein wirkliches Ziel, keine dramatischen Wendepunkte, retardierende Momente oder ähnlichen Kurzweil, wie man das aus echten Romanen so kennt. Aber Powell Werk ist nach meiner Einschätzung so ziemlich das Beste, was man derzeit kaufen kann, fangen Sie aber mit Band 1 an, sonst verstehen Sie einfach zu wenig.
Anthony Powells (1905 - 2000) Romanwerk "Ein Tanz zur Musik der Zeit" wird vollständig gelesen von Frank Arnold: alle 12 Bände. Ob man Anthony Powells Werk nun mit Marcel Proust vergleichen kann oder nicht (vielleicht nur sehr eingeschränkt ?) - eines kann man vergleichen: die Hörbuchfassungen. Die Lesung Frank Arnolds ist ähnlich umfangreich, souverän, großartig wie die Gesamtlesung von Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" durch Peter Matic. Eine sehr große Leistung."Könige auf Zeit" - in Venedig ! Dieser Band ist Band 11 des gewaltigen Romanwerks von Powell. Venedig 1958. Nicholas Jenkins reist nach Venedig zu einem Schriftstellerkongress. Beobachtungen, Dialoge, Kunst und viele Nebensächlichkeiten. Ein unterhaltsamer , aber auch gelegentlich giftiger, kühler und böser Plauderton. Einen richtigen Spannungsbogen gibt es nicht. Wer nicht mit Band-1 angefangen hat, wird sich anfangs schwer tun.Frank Arnolds Stimme passt zum Text. Mit Arnold kommt man auch über Passagen, über die man vielleicht beim Selberlesen nicht hinweggekommen wäre.(J.Fromholzer)
Anthony Powell hat hier einen ganz wunderbaren zwölfteiligen Romanzyklus geschrieben, der das Leben des Protagonisten Nick Jenkins nachzeichnet. Dabei gelingt ihm nicht nur ein Sittengemälde Englands nach 1900, sondern auch die Biographie eines erlebnisreichen Lebens. Witzig, klug, unterhaltsam, spannend ... man will am liebsten alle zwölf Teile in einem Rutsch lesen! Dumm nur, dass dann alles viel zu schnell zu Ende wäre! Man sollte sich tatsächlich auch von Teil 1 an vorarbeiten. Es lohnt sich!