★★★★★
die_kleine_Raupe_gruen
09.07.2023
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Einleitung:Die Krimi-Buchreihe um Agatha Raisin der englischen Schriftstellerin M.C. Beaton ist bisher in 6 Bänden im deutschen Buchhandel erhältlich. Im Englischen Original sind es bereits mehr als 20 veröffentlichte Bücher. Die folgende Rezension bezieht sich auf die in Deutsch erschienenen Bücher insgesamt, ohne auf die Einzelgeschichten einzugehen.Handlung(en):(eigentlich ist es nur eine und dazu immer die gleiche)Die Geschichten der Agatha Raisin-Reihe sind ein leider allzu deutlicher Versuch, Agatha Christies Miss Marple in eine etwas modernere Zeit zu übertragen. Dieser Versuch misslingt trotz glaubhafter Charaktere, einem passend idyllischen Umfeld in den Englischen Cotswolds und „netten“ Ideen zu „kleinen“ Morden, schlichtweg an der Umsetzung des kriminalistischen Handlungsteils. Hier fehlt es an jedweder Raffinesse und durch das immer gleiche Ermittlungsverhalten der Hauptdarsteller wird auch dem ungeübten Leser von Kriminalgeschichten relativ schnell die Lust am mitermitteln genommen, zumal sich erst auf den letzten Seiten zufällig ein entscheidendes Detail ergibt.Wenn man sich jedoch dieses Handlungsmusters bewusst ist, kann man sich auf die Beziehungskomödie, die sich als roter Faden durch alle Bücher und das Leben der Agatha Raisin zieht, konzentrieren und sich an lockerer, leichter Erzählweise erfreuen. Der Schreibstil ist authentisch und einfach, jedoch ohne plump zu erscheinen. Die Personen und der jeweilige Handlungsrahmen sind überschaubar und man findet sich sehr schnell zurecht. Etwas verunsichernd wirkt gelegentlich, die scheinbar nach wie vor existierende, Unterwürfigkeit des sogenannten kleinen Mannes gegenüber Vertretern des alten Adels. Ist das wirklich noch so oder handelt es ich hierbei um den Britischen, selbstironischen Humor? Hier wäre etwas weniger mehr, aber ich unterstelle letzteres mit einem eigenen Augenzwinkern.Charaktere:Die Protagonisten Agatha Raisin, James Lacey und deren näheres Umfeld an Freunden und Bekannten, werden im Verlauf der Serie deutlich herausgearbeitet und unterliegen einer stetigen Entwicklung. Die einzelnen Charakterzüge bleiben, trotz zeitweise ablenkender bis hin zu nervtötender Auswalzung als Keksteig für ein Backblech, nachvollziehbar und haben einen gewissen Wiedererkennungswert beim Leser. Speziell die Darstellung der Agatha Raisin dürfte eher die weibliche Leserschaft ansprechen, was ich als Mann jedoch nur vermuten kann.Fazit:Leichte Urlaubslektüre, die das Genre „Krimi“ pro forma mit einfachen Kriminalgeschichten zu bedienen versucht, jedoch eindeutig der Rubrik „Beziehungskomödie“ zuzuordnen ist.Durch die jeweils zirka 220-seitigen Geschichten zieht sich ein roter Faden, dem der Leser leicht zu folgen vermag.Durch gelungene Beschreibungen von idyllischer Landschaft, dörflicher Umgebung, netten und zum Teil schrulligen Leuten, sowie gemütlicher Pub-Atmosphäre bekommt man durchaus Lust auf einen Englandurlaub.