★★★★★
k.A.
04.06.2026
ean-shopping.de
Das Buch ist in Ordnung. Die Gestaltung der Seiten und der Druck sind sauber ausgeführt. Die Bindung hält den Inhalt zusammen. Die Anordnung der Inhalte ist lesbar.
Enola versteckt sich weiterhin sehr erfolgreich vor den Augen ihrer Brüder in London. Die Suche nach ihrer Mutter hat sie vorerst auf unbestimmte Zeit verschoben, obwohl sie gern wüsste, was die Mutter im letzten Versteck für sie hinterlegt hatte. Sie bewohnt ein kleines Zimmer in einer heruntergekommenen Herberge. Unter dem Namen „Dr. Ragostin, wissenschaftlicher Perditor“ hat Enola ein Büro eröffnet und arbeitet dort verkleidet als Assistentin Ivy Meshle. Durch Zufall begegnet sie während einer Recherche ihrer Freundin Lady Cecily. Diese übermittelt eine verzweifelte Botschaft auf einem rosa Fächer, in welcher sie dringend um Hilfe bittet. Bei der gefährlichen Jagd nach Informationen liefert sie sich ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel mit ihrem Bruder, dem berühmten Detektiv Sherlock Holmes. Um die Lady zu retten und nicht selbst gefangen zu werden, muss sie mehr als einmal Cleverness, Geschick und Entschlusskraft beweisen. Dabei gerät sie nicht nur in tödliche Gefahr sondern muss sich sogar mit ihrem Bruder verbünden und ihre Freiheit aufs Spiel setzen.Enola Holmes ist die jüngere Schwester von Mycroft und Sherlock Holmes. Sie möchte ihren Brüdern unbedingt beweisen, dass sie auf eigenen Füßen stehen kann und entzieht sich ihrer Kontrolle. Ihre Leidenschaft ist das Suchen und Finden vermisster Personen bzw. Gegenstände. Sehr gern würde Enola als Perditorin Anerkennung in der Gesellschaft finden. Ein Perditor ist, laut Definition der Autorin, ein professioneller Sucher vermisster Personen.Um ihren Brüdern zu entgehen muss Enola immer wieder auf ungewöhnliche Verkleidungen zurückgreifen. Sie ist emanzipiert, selbstbewusst, risikofreudig, clever und unangepasst. Von ihrer Mutter zu einer selbständigen jungen Frau erzogen, ist es für Enola absolut nicht akzeptabel, sich den Entscheidungen ihrer Brüder zu unterwerfen. Der spannende Jugendkrimi beginnt im Mai 1889. Frauen dieser Zeit hatten keinerlei Rechte und mussten sich einem männlichen Vormund unterwerfen. Durch einige geschickte Winkelzüge der Mutter, gelang Enola die Flucht in die Selbständigkeit.Die von Enola in der Ich-Form im Präteritum erzählten spannenden Ereignisse sind eingerahmt von Prolog und Epilog eines auktorialen Erzählers. Der Prolog entführt seine Leser in eine in einen Herrenclub, in welchem die Brüder Sherlock und Mycroft Holmes angeregt über den Verbleib ihrer Schwester diskutieren. Im Epilog wird die Krimigeschichte durch eine weitere Szene mit Sherlock perfekt abgerundet.Dieses Buch ist der vierte Band einer abenteuerlichen Krimireihe um Enola Holmes. Die Story ist in sich abgeschlossen. Eine spannende Handlung, beklemmendes Setting, finstere Charaktere und eine außergewöhnliche Protagonistin entführen die Leser in das viktorianische London. Schreibstil und Wortwahl schaffen den Spagat zwischen historisch angepasst und jugendlich frisch perfekt. Die Anteile von Handlung, Setting und Dialog sind im Text ausgewogen und zu keiner Zeit langweilig. Buch- bzw. Textumfang sind verhältnismäßig gering und daher perfekt für kleine Lesemuffel. Das Buch ist für Leser*innen ab 12 Jahre sehr zu empfehlen. Eine wundervolle, spannende und kurzweilige Lektüre für eine vergnügliche Lesezeit. Nun warten wir gespannt auf den nächsten Teil.
★★★★★
Aleshanee @ Weltenwanderer
13.09.2024
amazon.de
Enola Holmes, die "kleine" Schwester der berühmten Brüder Sherlock und Mycroft, ist ja den konventionellen Zwängen der Gesellschaft im wahrsten Sinne des Wortes entflohen und widmet ihre Zeit mit dem Lösen von Rätseln. Ganz nach dem Vorbild ihres großen Bruders Sherlock Holmes, zu dem sie eine ganz außergewöhnliche Bindung hat. Einerseits versteckt sie sich ja vor ihren Brüdern, die sie ein Internat stecken und heiratsfähig machen möchten, andererseits strebt sie ihm nach, da er ein unbewusstes Vorbild für sie ist.Enola ist mit ihren 14 Jahren noch sehr jung, aber eben auch pfiffig und weiß sich zu helfen. Mittlerweile hat sie sich in ihrer Situation gefestigt, in der sie sich als Sekretärin des (nicht vorhandenen) Dr. Rasputins ausgibt. Durch ihre vielen Verkleidungen schafft sie sich einen Schutzraum, in dem sie sich durch die Straßen von London begibt und auf ihre Weise rätselhafte Fälle löst.Dieses Mal muss sie nochmals Lady Cecily helfen, die wir schon in Band 2 kennengelernt haben und es wird eine schwierige Mission, da sie nicht nur kaum Ansatzpunkte hat, sondern auch ihre Brüder ihr ständig in die Quere kommen. Mit ihrem Mut, ihrer Kombinationsgabe und ihrem Sinn für Gerechtigkeit setzt sie sich jedoch durch und schafft es immer wieder, zu überraschen.Es unterlaufen ihr dabei einige Schnitzer, was sie nur noch sympathischer macht! Ihre Fähigkeit, sich immer selbst Mut zu machen, auch wenn sie sich manchmal sehr verloren und einsam fühlt, ist eine ganz starke Eigenschaft und bekräftigt sie, Lösungen zu finden und ihr Ziel zu erreichen.Dabei spielt natürlich eine große Rolle, dass ihre Mutter noch immer verschwunden ist und zeigt Enolas Unsicherheit, wie sie damit umgehen soll. Die Suche nach ihr schiebt sie immer wieder hinaus, da sie Angst hat, nicht das zu finden, was sie sich erhofft.Sherlock und Mycroft selbst erlebt man hier ja immer nur eher am Rande, doch der Prolog und Epilog mit den beiden ist eine gute Kompontene, um einen Einblick zu geben, was sie über ihre Schwester denken. Vor allem bei Sherlock bemerkt man, dass seine Bewunderung und sein Verständnis seiner Schwester gegenüber zunimmt, was ihn natürlich umso mehr ins Herz schließen lässt.Insgesamt wieder eine sehr gelungene Fortsetzung, die die Atmosphäre der damaligen Zeit lebendig aufleben lässt. Viele Details geben ein eingehendes Bild ab über die unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und welche Probleme sich damit ergeben, wie die Menschen damals lebten und miteinander umgegangen sind und noch viele weitere Einblicke, die grade auch jungen Lesern überzeugend und prägnant veranschaulicht werden.
Ich rezensiere gern und wenn es erforderlich ist, auch sehr ausführlich. Bei manchen Produkten ist es jedoch nicht immer leicht oder sinnhaft, ins Detail zu gehen.Bei Büchern ist es eigentlich sinnlos; es steht ja der Inhalt geschrieben und ein Buch oder Heft ist wie es ist. Schönes Buch!