Dresden: eine Stadt mit tausend Gesichtern. Dresden ist durch die Zeit des Barocks zu einer
Stadt als Gesamtkunstwerk geworden. Inspiriert durch seine Reisen durch Europa ließ August der
Starke (1694-1733) die damalige Residenzstadt umbauen. Er und sein Sohn Friedrich August II.
gelten als Stadtgestalter und haben Dresden in ihrer augustinischen Periode den Ruf als
Kunststadt verschafft. Neben dem Barock prägte auch die Zeit der Renaissance in der das
Schloss und die benachbarten Neorenaissancebauten (Semperoper) entstanden sind das Stadtbild
von Dresden. Auch die Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzende gründerzeitliche Stadterweiterung
beeinflusste das heute bestehende Bild von Dresden das nicht nur Hauptstadt des Bundeslandes
Sachsen sondern auch Verwaltungs- Kunst- und Musikstadt ist. Zudem hat sich die Stadt im
Laufe ihrer 800-jährigen Geschichte zu einem Zentrum der Wissenschaft entwickelt. Diese
Entwicklung Dresdens von einem slawischen Fischerdorf zur weltbekannten Großstadt vollzog sich
allerdings nicht immer unproblematisch. Man kann sogar sagen dass die Stadt Dresden zweimal
gegründet wurde. Die Zerstörung der Stadt durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg in der
Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 gilt für die sächsische Landeshauptstadt wohl als
schwärzester Tag in ihrer Geschichte. Gleichzeitig kann man dieses Ereignis aber auch als
Geburtsstunde eines neuen Dresdens mit einer international anerkannten Zukunft sehen. Der
Wiederaufbau der Stadt begleitet von einem gleichzeitigen Wandel und die Wiedervereinigung
des geteilten Deutschlands bilden Meilensteine in der Entwicklung Dresdens zu einer
internationalen Stadt. Dieses Buch soll den enormen Strukturwandel Dresdens vor und nach der
Wende aufarbeiten und erklären. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf der Veränderung des
Stadtbildes und der durchgeführten Stadtplanung.