Medizintechnik durchdringt zahlreiche Lebensbereiche
Ohne Medizintechnik ist unser Leben kaum noch denkbar. Sie sorgt für gesunde Zähne, für präzise Diagnosen oder für vielerlei technische Hilfsmittel bei chronischen Erkrankungen. Vor allem ist die Herstellung und Bereitstellung von Medizintechnik ein immenser wirtschaftlicher Faktor - Deutschland ist der drittgrö?te Produzent auf diesem Gebiet weltweit, mit der zweithöchsten Anzahl an Patenten. Nicht nur in Krankenhäusern kommen Medizinprodukte zum Einsatz. Immer mehr mobile Geräte werden für den Privatgebrauch entwickelt, vor allem wenn es um eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff geht.
Einteilung von Medizinprodukten in Risikoklassen
Die biomedizinische Technik, wie die Medizintechnik auch genannt wird, ist ein Gebiet, auf dem ingenieurwissenschaftliche Prinzipien angewendet werden. Aus diesem Grunde ist bei in Krankenhäusern eingesetzten medizinischen Geräten immer ein Ingenieur dabei, um den sicheren Betrieb von EKG-Apparaten und anderer Krankenhaustechnik zu überprüfen. Hier sind die Sicherheitsstandards besonders hoch, um lebensbedrohliche Risiken auszuschlie?en. Medizintechnik findet man in verschiedenen Bereichen Diagnostik, Krankenpflege, Intensivmedizin, Therapie, Rehabilitation - aber auch in der häuslichen Pflege und für den privaten, individuellen Gebrauch.
Komplexe Diagnostik und künstliches Gewebe
Eine zentrale Gruppe mit einer enormen Bandbreite innerhalb der Medizintechnik bilden Medizinprodukte. Ihre Anwendung ist äu?erst vielfältig. Sie helfen,
Wirtschaftliche Bedeutung von Medizintechnik
Bekannte Medizinprodukte beziehungsweise -geräte sind Herzschrittmacher, Dialysemaschinen oder künstliche Organe. In Deutschland sorgt das Medizinproduktegesetz (MPG) dafür, dass medizintechnische Geräte auf mögliche Risiken hin überprüft werden. Für die Risikobewertung dieser in vier Risikoklassen eingeteilten Produkte - von einfachen Pflastern über Pulsoximeter bis hin zu Röntgengeräten - ist als Oberbehörde das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zuständig. In der Klasse I mit geringem Risiko findet man zum Beispiel Lesebrillen, Rollstühle, Mullbinden, Stützstrümpfe und Fieberthermometer. In der Klasse IIa mit mittlerem Risiko sind Hörgeräte, Kontaktlinsen, Zahnfüllungen, Röntgenfilme und Desinfektionsmittel, zur Klasse IIb mit hohem Risiko gehören Defibrillatoren, Röntgengeräte, Infusionspumpen, Zahnimplantate sowie Kondome, und die Klasse III mit sehr hohem Risiko umfasst Herzschrittmacher, Knie- und Hüftprothesen, Cochlea-Implantate, Brustimplantate oder Stents, also Gefä?stützen für Blutgefä?e.