★★★★★
Plattenbesprechungen
28.07.2023
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„Operation: Mindcrime“ heißt das dritte Album der US-amerikanischen Band Queensrÿche aus dem Bundesstaat Washington, welches 1988 veröffentlicht wurde. Die Platte stellt ein Konzeptalbum dar und daher hier zunächst mal die Geschichte zu „Operation: Mindcrime“ in Kurzfassung:Das Album beginnt mit dem Protagonisten, Nikki, der in einem Krankenhaus liegt. Er erinnert sich zunächst nur an kurze Ausschnitte aus seiner Vergangenheit, die sich mit der Zeit jedoch verfestigen und klarer werden. Er war heroinsüchtig und von der heutigen Gesellschaft aufgrund der wirtschaftlichen Ungleichheit, Korruption und Heuchelei um ihn herum frustriert. In diesem Zustand schloss er sich einer angeblichen Geheimorganisation an, deren Ziel die Revolution ist. An der Spitze dieser Organisation steht der geheimnisvolle politische und religiöse Demagoge Dr. X, der Nikki durch eine Kombination seiner Heroinsucht und Gehirnwäsche manipuliert, um ihn als Killer einzusetzen.Immer, wenn Dr. X nun das Wort „Mindcrime" verwendet, wird Nikki seine gelehrige Marionette, ein Zustand, den Dr. X dazu verwendet, Nikki verschiedene Morde aufzutragen. Ein Verbündeter des Dr. X ist der korrupte Priester namens Vater William, der Nikki die Dienste einer zur Prostituierten gewordenen Nonne namens Mary anbietet. Nikki entwickelt eine Freundschaft und wachsende Zuneigung zu Mary und beginnt sein Handeln in Frage zu stellen. Dr. X bemerkt dies und sieht in Mary eine potenzielle Bedrohung und gibt Nikki schließlich den Auftrag, den Priester und Mary umzubringen. Nikki geht daraufhin wieder programmiert in Kirche und tötet den Priester, aber als er auf Mary trifft, kann er den Befehl, sie ebenfalls zu beseitigen, nicht mehr umsetzen. Er und Mary beschließen, gemeinsam die Organisation zu verlassen und Nikki geht zu Dr. X. Dieser erinnert ihn während des Gesprächs daran, dass er ein Süchtiger sei und nur er ihm die tägliche Dosis Heroin zur Verfügung stellen könne. Nikki verlässt unsicher und verwirrt Dr. X, kehrt zu Mary zurück und findet sie ermordet vor.Nikki verzweifelt an diesem Verlust und da für ihn auch noch die Möglichkeit besteht, dass er es selbst sein könnte, der Hand an Mary gelegt hat, ohne es zu wissen, gleitet er langsam in den Wahnsinn ab. Er läuft durch die Straßen und ruft ihren Namen, bis die Polizei kommt und ihn überwältigt. Eine Pistole wird bei Nikki gefunden und er wird in Gewahrsam genommen unter dem Verdacht, Mary ermordet, sowie zahlreiche andere Morde für Dr. X ausgeführt zu haben. Nikki verliert schließlich immer mehr sein Gedächtnis und wird in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Im Bett liegend laufen nebenbei irgendwo gerade die Nachrichten, in denen über die jüngsten politischen Morde berichtet wird. Diese News lassen ihn fast schlagartig wieder klarer werden, sein Gehirn fängt an zu arbeiten, er erinnert sich und fängt an seine Geschichte zu erzählen… und wir befinden uns wieder am Anfang des Albums.Nun aber zur Musik, denn die ist wahrlich hörenswert. Queensrÿche brennen auf „Operation: Mindcrime“ ein wahres Feuerwerk an tollen Ideen ab. Das Album ist angefüllt mit mitreißenden Songs, wunderschönen Harmonien und Melodien, packenden Soli und groovenden Rhythmen. Meist sind diese Zutaten in die Überbegriffe Hard Rock und Metal verpackt, allerdings gibt es auch immer wieder ruhigere und nachdenklichere Abschnitte.Bei den treibenderen Abschnitten steht ebenfalls immer die Melodiösität des Liedes im Vordergrund. Es gibt perfekt gesetzte Breaks und häufige Richtungswechsel, selbst in den einzelnen Liedern, wobei bestimmte Passagen dann immer wieder aufgegriffen werden. So entwickelt sich eine sehr spannende Scheibe, die man am besten in einem Guss durchhört. Ist man des Englischen einigermaßen mächtig, so kann man oben angegebene Inhaltsangabe auch ganz gut mitverfolgen. Der Schwerpunkt der Platte liegt jedoch – bei aller vorhandenen Melodiösität –ganz klar im Genre Hard Rock und ist so gestaltet, dass die einzelnen Titel häufig durch kleine Einspielungen wie Gesprächsausschnitte oder bestimmte, zur Story passende Geräusche miteinander verbunden werden. Somit ergibt sich ein Gesamtwerk, bei dem es sich, entgegen anderen Platten, kaum lohnt, einzelne Titel herauszuheben beziehungsweise unabhängig vom Rest der Platte anzuhören. Alles passt in einen Kontext, der auf seine Weise rund und vollständig zu sein scheint.Fazit: Hörer, die auf Hard Rock mit leichten Metal-Einflüssen stehen, die werden mit dieser Scheibe viel Spaß haben. Ein Album aus einem Guss, welches viele Bands beeinflusste durch seine Machart und Konsequenz, wie hier eine Idee umgesetzt wurde. Ob dies nun progressiver Metal ist, wie man immer wieder nachlesen kann, das sei mal so dahingestellt und ist auch nicht immer ganz nachvollziehbar. „Operation: Mindcrime“ ist allerdings auf jeden Fall eine sehr gelungene Hard Rock Platte, die im Gewand des Konzeptalbums daherkommt und dabei überaus vielschichtig ist.
Mit „Operation: Mindcrime“ gelang QUEENSRYCHE der endgültige Durchbruch, mit diesem Album katapultierten sie sich 1988 ganz an die Spitze des Prog-Metal.Wenn es um dieses Genre geht, wird bis heute der Name QUEENSRYCHE erwähnt, in einem Atemzug mit dem Namen dieses Albums. Dabei ist es eigentlich kein reines Prog-Album, denn man kann immer noch ganz deutliche Einflüsse von klassischem Metal und Hardrock heraushören.„Operation: Mindcrime“ ist ein Konzeptalbum, das die Geschichte die Geschichte eines mannes erzäht, der sich aus gesellschaftlichem Frust heraus, einer amerikanischen Untergrundbewegung anschließt. Diese Bewegung wird von „Dr. X“ angeführt, der die Mitglieder mit Hilfe von Gehirnwäsche und Drogen dazu anstiftet, Anschläge auf korrupte Politiker zu verüben. Als der Protagonist aber mit einer ehemaligen Prostituierten zusammenkommt, kommen ihm langsam Zweifel an der Richtigkeit seines Handelns. Um die Geschichte vorwärts zu bringen, werden immer wieder gesprochene Dialoge eingefügt, die auch Zusammenhänge zwischen einzelnen Songs herstellen sollen.Das ist so die Geschichte im Groben, aber viel interessanter ist natürlich die Musik selbst. Was mir an QUEENSRYCHE schon immer besonders gut gefallen hat ist, dass sie sich zwar dem Prog-Metal verschrieben, aber ihre klassischen Metal-Roots nie ganz außer Acht gelassen haben.Auf „Operation: Mindcrime“ ist der Porg-Metal zwar wieder weiter in den Fokus gerückt worden, dennoch schreddern die Gitarren immer noch in bester Metal-Manier dazwischen. Insofern würde ich nicht von einem reinen Prog-Album sprechen wollen, aber genau das war es, warum dieses Album so durchstartete, es konnte sich irgendwie jeder damit identifizieren.Böse ausgedrückt würde ich sagen, dass „Operation: Mindcrime“ Metal-Mainstream ist.Die Songs sind sehr eingängig, sie werden wieder einmal von der charakteristischen Stimme von GEOFF TATE getragen, der ihnen unheimlich Ausdruck und Tiefe verleiht. Es ist schon beeindruckend, was er hier abliefert, daran dürfte es wohl keine Zweifel geben.Musikalisch ist es einwandfrei, perfekt aufgenommen und arrangiert, von den Musikern exzellent umgesetzt – hier passt irgendwie alles!Anspieltipps erübrigen sich eigentlich, in jedem Fall sollte man aber „Revolution Calling“ und „Eyes of a Stranger“ auf dem Zettel haben, die Songs sind einfach granatenmäßig.Mein Fazit: „Operation: Mindcrime“ ist ein sehr gutes Album geworden, das verschiedene musikalische Stile vereint. Prog- und Heavy-Metal genauso wie klassischen Hardrock, wobei ich persönlich finde, dass der progressive Anteil dominierend ist. Aber da dürfte jeder eine eigene Meinung haben, ich weiß noch, dass wir da früher schon im Freundeskreis diskutiert haben und nicht einig wurden.In jedem Fall ist es ein hörenswertes Album, das definitiv zu den Klassikern gezählt werden muss – ich finde es grandios!