★★★★★
k.A.
08.08.2026
ean-shopping.de
Ein interessanter und provokanter Text, der zum Nachdenken anregt, auch wenn die Darstellung etwas provokativ ist.
★★★★★
k.A.
08.08.2026
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Ein absolut faszinierendes und provokantes Buch, das mich zum Nachdenken anregt. Die Darstellung ist sehr eindrucksvoll und die Geschichte ist packend.
Ein tolles Stück, welches genauso früher wie auch heute gilt...sehr viele tolle Zitate, worüber welche man zwar zuerst nachdenken muss, aber die Nachricht, die Max Frisch uns sagen will, ist sehr gut!
Das 1947 entstandene frühe Theaterstück von Max Frisch handelt von einem Intellektuellen "Der Heutige", der mit anderen historischen Figuren wie z.B. Napoleon, Columbus, Cleopatra und Pontius Pilatus in die Zeit des Chinesischen Kaisers Tsin Sche Hwang Ti, der die Chinesiche Mauer erbauen ließ, etwa 2500 Jahre zurückreist. Dort trifft er auf die Tochter Mee Lan des Kaisers. Zu der Zeit bekämpfen sich noch mehrere Stämme im Raum China. Der Kaiser beschließt die Mauer als eine Art Schutzwall gegen die Barbaren zu bauen. Im großen und ganzen sind seine Feinde jedoch besiegt. Und er füllt sich glücklich. Nur gibt es eine Person im Lande, die sich gegen die Politik von Hwang Ti ausspricht. Es ist der einzige Gegner, den Hwang Ti noch aktiv sucht. Seine Soldaten bringen ihm einen Stummen "Sündenbock" und stellen ihn als Täter hin. Obwohl der Stumme niemals im Stande war, etwas zu sagen, hält jeder ihn für den Verräter des Kaiserreichs. Hwang Ti übt seine diktatorische Gewalt aus und versucht ihn zum Sprechen zu bringen, denn nur wenn er selber gesteht, es getan zu haben, kann er zum Tode verurteilt werden, was ja das Ziel des Kaisers ist. Mit allen Mitteln, Folter etc., wird versucht den Stummen zum Reden zu bringen. Es gelingt nicht. "Der Heutige" kann den Kaiser jedoch von der Unschuld des Stummen überzeugen. Das Theaterstück muss jedoch kurz vor Schluss abgebrochen werden, da Drohungen wahr werden, dass sich alles wieder und wieder ereignet.Die Einwürfe und Kritik des "Heutigen", der uns durch das gesamte Stück führt, darunter auch Erwähnungen der H- und Kobaltbombe (beides atomare Waffen), machen uns deutlich, dass Max Frisch die Atombomben, die am Ende des 2. Weltkriegs auf Japan abgeworfen wurden, kritisiert. Auch zeigt er offen seine Angst vor weiteren Atomangrifen. "Der Heutige" versucht auch etwas mehr Demokratie walten zu lassen.Mir Persönlich gefällt die Grundidee dieses Stückes sehr. Doch manchmal wirkt der Auftritt versch. historischer Personen etwas seltsam und man weiss sie nicht genau zu assoziieren. Doch man schon an diesem Stück die Fähigkeiten des großgewordenen Max Frisch entdecken und sieht, welch Potenzial in diesem Mensch gesteckt hat. Die diktatorischen Verhältnisse in China werden gut beschrieben und man kann sie gut nachfühlen.Auch die oft ironische und urkomische Schreibweise Max Frischs wird in diesem, wie in fast allen seinen Werken, deutlich.Ich kann das Buch für jeden empfehlen, der gerne Theaterstücke liest und historisch etwas interessiert wird. Dies wird ihm mit viel Witz gut vermittelt.