★★★★★
k.A.
19.08.2026
ean-shopping.de
Dieses Buch bietet eine tiefgehende und sehr interessante Analyse des Diskurses um Hassrede und Sprechaktt, die äußerst aufschlussreich ist. Ich habe die komplexe Thematik auf eine sehr verständliche Weise dargelegt und bin begeistert von der wissenschaftlichen Tiefe.
★★★★★
k.A.
19.08.2026
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Dieses Buch bietet eine hervorragende und tiefgehende Analyse des Konzepts des Hate Speech im Kontext der amerikanischen Rechtsauffassung und ist äußerst informativ. Ich habe es sehr geschätzt und empfehle es jedem, der sich mit diesem Thema auseinandersetzt.
Butler geht es hier um die demokratietheoretisch wichtige Frage über den politischen Stellenwert performativer Äußerungen: "Wenn die performative Äußerung kollektive Anerkennung erzwingen muss, um zu funktionieren, kann sie dann nur eine bereits institutionalisierte Anerkennung oder kann sie auch eine kritische Perspektive auf bestehen Institutionen erzwingen?" Um Klarheit zu gewinnen, widmet sie sich zunächst der Sprechakttheorie von Austin, ohne allerdings wie dieser ein im vollen Sinne handlungsmächtiges Subjekt hinter dem Sprechen vorauszusetzen.Butler sucht nach Antworten auf weitere Fragen wie: "Folgt nun die Macht der Sprache, uns zu verletzen, aus ihrer Macht der Anrufung? Und wenn dem so ist, auf welche Weise schält sich aus dieser ermächtigenden Verletzbarkeit die sprachliche Handlungsmacht heraus?" Sie macht deutlich, inwieweit mit der sprachlichen Verletzung eine konventionelle Haltung einhergeht, durch die das Subjekt angerufen und konstituiert wird. Mit der Anrufung erhält es die Möglichkeit einer gesellschaftlichen Existenz, auf die es aber nicht nur festlegt wird, sondern auch unerwartete, ermächtigende Antworten hervorzurufen vermag.Butler sieht die "Möglichkeit einer Theorie der sprachlichen Handlungsmacht, die eine Alternative zu der endlosen Suche nach rechtlichen Gegenmitteln darstellt." Sie wirbt für einen gesellschaftlichen und kulturellen Sprachkampf, in dem sich die Handlungsmacht von der Verletzung herleitet und ihr gerade dadurch entgegentritt: "Die Resignifizierung des Sprechens erfordert, dass wir neue Kontexte eröffnen, auf Weisen sprechen, die noch niemals legitimiert wurden, und damit neue und zukünftige Formen der Legitimation hervorbringen."Butler nimmt insbesondere auf Bourdieu und Derrida Bezug, weil diese die rituelle Dimension der Konvention, die den Sprechakt stützen, hervorheben. In den letzten beiden Kapitel ihres Buches, versucht sie, zwischen deren beiden Positionen (Bourdieu: Was heißt sprechen?/Derrida: Signatur Ereignis Kontext) zu vermitteln. Insbesondere Derrida bietet für sie die Möglichkeit, Performativität in Verbindung mit Transformation zu denken, d.h. mit dem Bruch mit früheren Kontexten und der Möglichkeit, Kontexte zu inauguieren, die erst noch wirklich werden müssen.Ein Buch, das sich als kritische Hommage an den liberalen Rechtsstaat und die mit ihm verbundenen Zensur-Gefahren lesen lässt. Großartig!