★★★★★
k.A.
22.06.2026
ean-shopping.de
Dieses Buch ist eine hervorragende Einführung in das komplexe Thema des Kapitals und fasst es sehr anschaulich zusammen. Ich empfehle es jedem, der mehr über die Funktionsweise der modernen Volkswirtschaften erfahren möchte.
★★★★★
k.A.
22.06.2026
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Dieses Buch ist ein faszinierender Einblick in die Grundlagen des Kapitals und erklärt komplexe Zusammenhänge sehr verständlich. Ich empfehle es jedem, der mehr über die Wirtschaft verstehen möchte.
Ein Meilenstein der Ökonomik, es wird dargestellt, wie die Verrechtlichung ökonomische Praktiken absichert, schädliche ebenso wie nützliche. Man liest die Wirtschaftsnachrichten mit anderen Augen und ist erschreckt über das Ausmaß der täglichen Vernebelung ökonomischer Prozesse in den Medien.
Von der „Financial Times“ und „Business Insider“ zu einem der besten Finanzbücher gekürt hat sich die Professorin Katharina Pistor von der Law School der Columbia Universität in New York heftig ins Zeug gelegt. Sie hat sich darüber Gedanken gemacht, wie die Rechtsordnung („Code“)- insb. das Privatrecht mit seiner Vertragsfreiheit - ganz wesentlich zu Asymmetrien in der Vermögensschaffung und Vermögensvermehrung („Primärverteilung“) beitragen. Dabei entstehende, zu große Vermögensungleichheiten werden dann durch Umverteilung („Sekundärverteilung“) über die Steuerpolitik des Staates je nach ideologischer Ausrichtung mehr oder weniger abgefedert. Gemeinschaftsbesitz (Allmende) wurde zunehmend seit dem 17./18.Jh. eingehegt („enclosure“) in Privateigentum, welches Dritte von der Benutzung ausschließt. Für Rousseau entstand die bürgerliche Gesellschaft, nachdem der Erste seinen Besitz einzäunte und andere dies tolerierten. Indigene (Indianer) kannten kein Privateigentum. Obwohl im dtsch. Grundgesetz beim Eigentum auch von Pflichten die Rede ist, werden individuelle Eigentumsrechte weitgehend von Pflichten befreit.Gesellschaftspolitisches Ziel sollte sein, den Fokus auf eine gerechtere Primärverteilung wegen der nur ihr innewohnenden Produktivität zu legen. Umverteilung dagegen schafft zwar mehr Gerechtigkeit, aber keine Produktivität. Geht die Arm/Reich Schere der Vermögensungleichheit zu weit auseinander, führt das wiederum zu Verletzung des Fairness-Gebotes und unerwünschten gesellschaftlichen Spannungen. Es geht um öffentliches Interesse („Gemeinwohl“) versus Privatinteresse. Es geht auch um „Shareholder Value“ versus gelebten „Stakeholder Value“Zu den wichtigsten Rechtsinstrumenten zählen Vertrags- und Eigentumsrechte, sodann Kreditsicherungs-,Trust-, Gesellschafts-und Insolvenzrecht. Es geht um Schutz des Eigentums auch durch immaterielles Güterrecht (Patent-Marken-Urheberrecht) und natürlich auch Gläubigerschutz. Obwohl Natur nicht patentierbar ist, gab es einen Rechtsstreit um ein Patentrecht an einer Brustkrebs-Gen-Sequenzierung.Unterschiede gibt es in den Rechtssystemen. Im britischen und amerikanischen Recht steht die Einzelfallgerechtigkeit („case law“) im Vordergrund, Judikate haben formelle Bindungswirkung für ähnlich gelagerte nachfolgende Streitfälle. Nicht so im europäischen bürgerlichen Recht (Civil Law, BGB, ABGB,etc.) mit abstrakten Rechtsnormen ohne formelle (höchstens informelle Bindungswirkung) für die Richter.Es geht um vagabundierende Gewinne in Steueroasen oder Apples Steuertrick mit Irland. Es geht um gesetzliche vom Staat garantierte Währung („Chartalismus“) versus Kryptowährungen (digitaler, sehr volatiler Tauschwert ohne Status einer gesetzlichen Währung). Es geht um die beliebten englischen „Trusts“, weil diese als Sondervermögen dem Gläubigerzugriff entzogen sind. Der Eigentümer überträgt an einen Treuhänder und behält die Stellung eines Fruchtnießers (Recht auf Gewinne).Es geht um den Gesellschafterschutz („entity shielding“) vor persönlicher Haftung über den Umweg der „juristischen Personen“ (Gmbh, AG, etc.). Es gibt auch SPV’s („Special Purpose Vehicles“), das sind risikoreiche Zweckgesellschaften mit beschränkter Haftung. Es geht um den Erfindungsreichtum guter Anwälte („legal engineering“), Rechtskämpfe zwischen Landlords und Commons. Securitisation (CDO‘s, ABS, MBS), wenn (toxische) Kreditforderungen der Banken in börsenfähige Wertpapiere umgewandelt werden mit den Folgen der Finanzkrise 2007ff. auch am Beispiel der „Lehmann Brothers“ Insolvenz. Es geht um Derivate, Hedgefonds und damit handelbar, standardisierte Finanzprodukte. Auch Banken schöpfen Geld zur Kreditvergabe und im Zuge von Immobilienblasen gibt es den Crash, wenn die Blase platzt.Der Staat springt bei systemischen Banken idR. als Retter durch „bail outs“(Haftungen) ein mit der Folge, dass Gewinne zwar privatisiert, Verluste dadurch jedoch sozialisiert werden, am Rücken des Steuerzahlers.Die Autorin scheint eine typische Juristin mit Leib und Seele zu sein, höchst gebildet, jedenfalls 5 Sterne. Manches erschien mir jedoch zu ausführlich und langatmig behandelt, bisweilen gibt es auch Wiederholungen, mehr Würze durch Kürze..