Jack Nasher ist wohl einer der weltweit führenden Verhandlungsexperten, vor allem in Deutschland bekannt. Sein Bestseller "Deal" ist meines Erachtens ein Meisterwerk, mit einer sehr großen Informationsdichte, in einem angenehmen, unterhaltsamen Schreibstil geschrieben, und mit schönen Geschichten garniert. Ich habe es seit Erscheinen im Jahr 2013 mehrmals gelesen, und immer wieder Neues entdeckt.Diesmal, in der neuen Jubiläumsausgabe, steht sogar etwas Neues drin. Allerdings nicht viel. Ich konnte jedenfalls nur wenige Unterschiede finden, aber es sollte ja auch nicht das ganze Buch neu geschrieben, sondern lediglich überarbeitet und erweitert werden.Den wohl auffälligsten Unterschied findet man im Kapitel "Alternative Kommunikationswege". Dieses wurde um die Punkte "Face-to-Face" und "Videokonferenz" ergänzt, was sich jedoch auf dreieinhalb Seiten beschränkt. Alles andere ist weitestgehend gleich geblieben.Ein Unterkapitel fehlt in der Neuauflage, bzw. wurde weggelassen, nämlich unter Kapitel 1 "Die Macht", "Von der Macht zum Ziel". Warum auch immer.Einige Beispiele wurden aktualisiert, aber auch hier sind die Unterschiede marginal und kaum erkennbar. Alles in allem ist und bleibt es ein hervorragendes Buch, das ich uneingeschränkt empfehlen kann, wenn man etwas über Verhandlungstechniken und -taktiken lernen möchte. Ich habe bisher noch kein besseres Buch zu dem Thema gefunden.Einen kleinen Schönheitsfehler möchte ich doch noch erwähnen: Die Originalausgabe beginnt Jack Nasher mit einer kleinen Geschichte über einen wohlhabenden Mann im Orient, der nach seinem Tode seinen drei Söhnen siebzehn Kamele hinterlässt, die nach einem bestimmten Schlüssel aufgeteilt werden sollen, was natürlich nicht funktioniert, da man ein Kamel nicht zerteilen kann. Ein alter, weiser Mann kommt vorbei und findet eine Lösung. So weit, so gut. In der Neuauflage wurde der alte Weise durch eine alte, weise Frau ersetzt. Kann man machen, aber dann bitte konsequent. Als Jack Nasher nämlich am Schluss des Kapitels wieder auf die Eingangsgeschichte zurückkommt, ist plötzlich wieder von einem alten Mann die Rede. Ein kleiner Fehler, der offenbar im Lektorat übersehen worden ist.Fazit: Beide Ausgaben sind lesens- und empfehlenswert. Wer die alte Ausgabe hat, braucht die neue nicht unbedingt zu lesen. Für diejenigen, die das Buch "Deal" noch nicht kennen, würde ich der Aktualität halber zu der Neuauflage tendieren.