★★★★★
k.A.
22.06.2026
ean-shopping.de
Ein sehr ansprechendes Buch, das die Faszination des Bergsteigens wunderbar einfängt, auch wenn man vielleicht noch mehr tiefe Einblicke wünscht. Die Darstellung ist sehr inspirierend und gut für alle, die eine Verbindung zur Natur suchen.
Messners Erstlingswerk, geschrieben vor 51 Jahren, war so etwas wie der Entwurf seines Lebens, in dem er seine Gedanken über die Berge mitgeteilt hat, er philosophiert, wie man mit den majestätischen Giganten richtig umgehen soll, zwischen industrieller Beschäftigung und ruhigem Rückzug. Nun, nachdem er 50 Jahre lang alles bestiegen hat, was es an großen Gipfeln gibt, zieht er gleichsam Resümee, so wie ein Bergsteiger, der nach dem Abstieg vergleicht, wie die Tour gelungen ist und ob sie die Erwartung erfüllt hat, die man vor dem Aufstieg hatte. Längst hat Messner eine Lawine losgetreten an Eiferern, die es ihm gleichtun wollen, Jahr für Jahr auf den Everest pilgern in einer langen Schlange wie vor einer Supermarktkassa zum erhofften Glück, das für viele im Absturz endet und im Tod, weil sie zu viel wollten und ihre Grenzen nicht kannten. Das Risiko des frühen Todes, das auch Messners Bruder Günter ereilte, ist oft unverschuldet, durch Wetter, Lawinen und Felsstürze bedingt, und doch Folge der Verantwortung des Einzelnen, eben am Rande dieses Risikos zu klettern, dem Himmel nahe und oft schneller dort als gewollt. Grenzgänger suchen diese Angst wie einen Kick oder einen Rausch, um dem Leben Sinn zu geben, den aber die Berge eben nicht hergeben, denn Sinn sind sie sich nur selbst und ebendiesen können die Insekten-kleinen Affen nur erahnen und erstaunen.Macht die Stampede unerfahrener Bergtouristen noch Sinn? Müssen alle ihre Grenzen überschreiten, statt sich um die Grenzen dieser Welt zu kümmern, die einzuhalten längst für die Menschheit überlebensnotwendig geworden? Darauf hat auch Messner keine Antwort als nur jene: Er kann und konnte nicht anders, so wie alle, die von den Bergen gepackt wurden.Dr. Rüdiger Opelt, Autor von "Problem Zukunft. Es kommt anders, als man denkt"