*Der Autor des Buches " Bumsen, Bügeln, Bergsteigen und was das Leben ausmacht" legt nach mit einer ganzen Reihe von Microabenteuern in München, Hamburg und Berlin. Diese Microabenteuer sind für Jugendliche und junge Familien geschrieben. Ob sie ganz ernst gemeint sind, konnte ich auch nach zweimaligem Lesen nicht herausfinden. Aber fangen wir mal an, der Reihe nach:Das Buch mit dem trendigen Titel "Microabenteuer in München" beschreibt den Ausbruch aus dem Alltag in 4 großen Kapiteln - zu Fuß, mit dem Rad, auf dem Wasser oder mit Familie - und zirka 70 Vorschlägen. Die Vorschläge sind teilweise banal, teils völlig verrückt, ein paar sind fehlerhaft und ganz allgemein fragt man sich, ob alle Vorschläge ernst gemeint sind oder das Ganze nur eine Gaudi ist.Auch finde ich es leichtsinnig vom Verlag, im Vorspann keine rechtlichen Sicherungen eingebaut zu haben, um etwaigen Schadenersatzansprüchen entgehen zu können .... Wenn der Autor da meint: " wage jedes Abenteuer, auch wenn Du Angst hast, bringen dich in nie dagewesene Situationen", dann finde ich das schon etwas leichtsinnig, vor allem für ein Buch, das auf einen recht jungen Leserkreis abzielt.Trotzdem konnte ich (als guter Kenner der geheimen Ecken in Oberbayern) dem Buch einiges abgewinnen, ein paar Tipps fand ich wirklich gut, die meisten waren ziemlich simpel (mit der S-Bahn zur Endstation und wieder nach Hause laufen, oder einfach mal barfuß gehen, oder Sternschnuppen anschauen, oder auf den Sonnenaufgang auf dem Olympiaberg genießen), andere ziemlich irre ( mit dem SUP nach über den Ammersee paddeln, im Schrecksee oder Plansee baden), und es gibt auch irre Schnitzer:- mit der S-Bahn nach Tutzing fahren und in Utting (???) vom Turm springen, um dann über Neuried nach München zu wandern. Ich denke, dass der Autor hier den STA-See mit dem Ammersee schlichtweg verwechselt hat!- mit dem SUP (auch im Winter) von Gauting aus die Würm hochpaddeln. Ob er das schon mal gemacht hat? Da gibt es auf einem Kilometer drei große Turbinen mit Wehren, danach kommt sehr flaches, schnellfließendes Wasser bis zur nächsten Aufstauung in Mühlthal. Nein, der perfekte Einstieg ist STA Bahnhof am See und in Stockdorf raus, bzw. hoch ab Mühlthal.Gut fand ich die Beschreibung der Gruppenzwänge, d.h. möglichst alleine oder zu zweit gehen, sonst ist die Gruppe unter sich beschäftigt, zu laut und zu auffallend. Gut auch der Besuch der Osterseen, die Isarfahrt, Königssee, Wandern mit Eseln oder Kamelen und der Staffelseezeltplatz.Sehr gut fand ich, dass die meisten "wirklichen Geheimtipps" südlich von München gar keine Erwähnung gefunden haben. Zum Beispiel die Karlsburg, der Moorweg durch Leutstetten, die Roseninsel (nachts ein Traum!), der größte Eibenwald Europas oder die Goldnuggets in der Ampel suchen, die dort bereits seit hunderten von Jahren aus dem Fluss geholt werden. Auch finde ich es schade, dass Geschichte in diesem Buch keine Erwähnung findet.FAZITEin Buch für Jugendliche, die erste Ausläufe genießen wollen. Mal barfuss gehen, mal vor dem Supermarkt schnorren, legal Äpfel und Nüsse von den Bäumen mitgehen lassen oder mit dem Rad zum Bodensee wollen. Es sind kleine Abenteuer, und man kann sich sicherlich ein paar gute Ideen rausholen..