★★★★★
claudia hansen-weidmann
09.06.2024
amazon.de
Mit Vergnügen habe ich in dem Buch gestöbert. Ich kann mir richtig vorstellen, wie jemand – wie der Autor –sich die Literatur des Mittelalters zum Thema gemacht hat und sich dann irgendwie wundert, wie Wörter plötzlich oder langsam verschwinden und einfach nicht mehr genutzt werden. Wie z.B. „Tweln“ = Weile ohne Eile. Chillen also. Ich hoffe sie haben damals nur das Wort vergessen, nicht aber das so Tun. Eine kleine Kostprobe:Sus twelte min herre Iwein hie / Unz in diu wilde farwe verlie und wart als e ein schoene man.Was das heißt, erfahrt ihr im Buch. Viel Spaß beim Lesen.
Das Buch ist toll gestaltet und auch für interessierte Laien wie michgut zu lesen. Es ist erstaunlich, wie wie viele Wörter seit demMittelalter zwar aus unserem Wortschatz verschwunden sind, aberirgendwie doch noch präsent sind. Wer hätte gedacht, dass in "Loreley"das mittelhochdeutsche Wort "Lei" steckt, was "Felsen" bedeutete. Oderim "Kreißsaal" das Verb "krizen", womit früher "schreien" gemeint war?Solche verblüffenden Einsichten gewinnt man fast auf jeder Seite desschönen Buches. Für alle, die sich für die Geschichte unserer Spracheinteressieren, daher eine klare Empfehlung.