★★★★★
k.A.
25.07.2026
ean-shopping.de
Ein interessanter Austausch zwischen den beiden Protagonisten, die die Vergangenheit beleuchten, macht das Buch zu einer angenehmen Lektüre. Allerdings empfand ich die Entwicklung der philosophischen Gedanken als etwas zu langsam.
Für Menschen, die sich bereits mit dem Konstruktivismus beschäftigt haben.Zwei der drei Begründer des radikalen Konstruktivismus erzählen und plaudern vor sich hin. Entspannt menschlich mit langer Lebensspanne, wird Geschichte über die Jahrzehnte verknüpft. Eine nahezu unvorstellbare Menge an Zu- und Unglücksfällen verbindet sich zu dem, was die grundlegende Denkrichtung des Computerzeitalters werden sollte.Gleich, ob ein Algorithmus für paralleles Rechnen, oder die Verbindung von Bewusstsein und Gewissen - das Buch ist voller neuer und voller Hintergründe bekannter Erkenntnisse. Es verbindet Vordenker des Internet, mit der Wiener Schule, die Ablehnung von Wissen an sich, mit den Grundlagen von Google. Selten gab mir ein Buch ein so mächtiges Heimatgefühl.Die Person von Foerster, die permanent durchscheint, beantwortet zugleich eine der drängensten Fragen der Disziplin: wenn die Wirklichkeit in jedem einzelnen Menschen einzigartig konstruiert wird, der zudem beständig vergisst, wie können wir dann zusammen leben? Indem wir Mensch sind. Heinz von Foerster nicht nur als vorbildlicher Denker, sondern auch als denkendes Vorbild. Ernst von Glasersfeld hingegen als Inbegriff des Zweiflers, im ständigen Kampf mit der Substanz der Sprache.Nicht zuletzt stellt das Buch die Wissenschaft an sich in Frage, mithilfe sehr vieler kleiner Geschichten aus der "wirklichen Welt". Die Antwort auf die Frage nach dem Sinn von Wissenschaft gibt dann das Buch als Ganzes. Nicht nur, weil es K. Popper direkt in die Zusammenhänge von Geschichte und Denkgeschichte bringt, sondern vor allem --- aber mehr möchte ich hier nicht verraten. Das sollte wohl jeder selbst einmal gefühlt haben...
Ich kann mich den 5-Sterne-Rezensionen nur anschließen. Von Glasersfeld und Von Förster führen einen lebendigen Dialog über ihr Leben und das des Konstruktivismus, der leicht zu lesen ist und wichtige Theoreme des Konstruktivismus beleuchtet. Als Einführung für den philosophischen Laien eine sehr gute Wahl.
★★★★★
Harald Rottensteiner
20.05.2024
amazon.de
Als Leser wohnt man einer sehr netten Plauderei mit vielen interessanten Themen bei, in der die Lebensgeschichten von Förster und Glasersfeld in einer lockeren, einfach zu lesenden Form erzählt werden. Also Achtung, wenn man sich im Konstruktivismus vertiefen will, dazu ist dieses Buch nicht geeignet, aber auch nicht gedacht.Einen Punkt Abzug gibt es, wenn in der 5. Auflage, noch immer ein nicht unbedeutender österreichischer Bundeskanzler (Figl nicht Fiegl!) falsch geschrieben wird, das hätte doch schon mal auffallen dürfen. Auch die Firma Schrack-Ericsson wird in der 5ten Auflage noch immer mit "k" geschrieben. Gut, das sind Details, aber schon ärgerlich.Ansonsten ist das Buch lesenswert, gerade weil es locker und dahinplätschernd geschrieben ist, und es motiviert, sich in bestimmte Themen, wie z.B. die Gedächtnistheorie zu vertiefen. Es erinnert mich in der Form vielleicht ein wenig an Montaigne, obwohl dieser ja eher Monologe geschrieben hat, wenn man seine Essays so nennen darf.