niemand weiß woher der hochwechsler ursprünglich kam. jene alten die ihn noch getroffen
haben kannten ihn auch als feistritzer gloggnitzer defregger rettneger birkfelder
kreuzrabler ohrwasch- ler und mutschler. übereinstimmend wird allerdings berichtet er sei
ein wilder hund gewesen. als klausner hauste er auf der kalten alp etwa 1900m über adria
genau da wo die narrischen schwam- merl wachsen. die sammelte er jedes jahr im august
trocknete sie an langen leinen die er quer durch seine hütte spannte und ver- kaufte sie
im winter an die freaks aus der hauptstadt was ihm ein bescheidenes auskommen sicherte. an
warmen nebellosen tagen besuchte er das kloster wo sein freund verweyser mit harter hand
den mostkeller führte. dort lag in aller regel ein mit hartem apfeltre- ster halb gefülltes
bambusrohr für ihn bereit. er dünnte den trester mit maische aus warf sich das rohr über die
schulter und zog wort- los von dannen. sein hut bestand aus birkenrinde hose und rock
waren aus dem sämisch des dachses gefertigt und an den füßen trug er selbst gesägte
sandaletten. denn so verwischen die wilden menschen ihre spur: sie vereinigen die kategorien
und verschmelzen mit der welt. hochwechsler lachte viel und oft und in den sternenklaren
nächten führte er mit den ochsen auf der hochalm kleine schauspiele auf. drei tage nach
meiner ankunft ging ich nun persönlich zum kloster um mich den mönchen vorzustellen. als ich
mich aber nach hochwechsler erkundigte erwiderte der abt: die liege des meisters findet ihr
hinter der bibliothek. dort wohnt mittlerweile ein tiger und bewacht die mingus- platten
seines herrn. manchmal erscheint der meister in den morgen- stunden klopft an kunstwadls
fenster ergreift dessen hände und tanzt mit ihm den lindy hop im alten sugar hill style.
zurück in der präfektur ließ ich dem hochwechsler durch einen boten weihrauch und frische
wäsche schicken. er verweigerte die annahme. und als sich die fels- wand hinter ihm schloss
erklang ein geräusch wie ungefähr "zklapp".