Das Ende der Führung? Scheint für die meisten wohl eher undenkbar, so auch für mich im ersten Moment. Das ganze Buch hindurch habe ich mich selbst dabei ertappt zu denken: "Oh, das wäre aber eine große, anstrengende Veränderung". "Hm, das funktioniert bestimmt nicht ohne Weiteres, da sind alle doch was ganz anderes gewohnt."Aber kennen wir nicht alle den Spruch: "Alle sagten, das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hat es einfach gemacht." So jemand könnte Herr Thönneßen sein. Nur mit dem Unterschied, dass er den Weg sehr gut informiert gehen würde. Er kennt die typischen Probleme, Hindernisse, Einwände... und adressiert sie alle. Von A-Z, durch alle Themen der Führung hindurch. Und er bietet zu allen Führungsthemen, die seiner Meinung nach auch ohne Führung funktionieren müssten, oder sogar besser laufen könnten, praktische Lösungsansätze, Methoden, Tipps.Ich persönlich glaube nicht, dass man sich das Buch schnappt und sagt "So, und nun schaffen wir die Führung ab." Aber Herr Thöneßen bricht Denkmuster auf. Er stellt all das, was wir einfach schon immer so gemacht haben, auch wenn es nicht optimal lief, in Frage. Er erklärt, warum es anders besser funktionieren kann und wie der Weg dahin gestaltet werden könnte. Und das gefällt mir sehr gut. Denn solch eine Transformation passiert sicherlich nicht im größeren Stil innerhalb von einer kurzen Zeit. Aber jeder Personalentwickler / Personalverantwortliche - oder noch besser: jede Führungskraft, jeder Geschäftsführer oder Vorstand, der sich selbst abschaffen oder seine Führungsspanne reduzieren möchte, um allen mehr Eigenverantwortung zu geben - kann sich einzelne Themenbereiche herausgreifen und angeleitet ausprobieren, wie andere Entscheidungsfindungen und co funktionieren außer über klassische Hierarchien mit definierten Führungsaufgaben.Und dann wird man vermutlich an Grenzen stoßen. Weil viele Menschen Strukturen, Ordnung und klare Verantwortlichkeiten schätzen. Weil es für sie entlastend ist, Entscheidungen abgeben zu dürfen. Oder einfach, weil ihre Stärken bspw. nicht darin liegen, im Konsens Entscheidungen herbeizuführen oder häufig neue Abläufe auszuprobieren. Dann kommt es auf die Geschwindigkeit und Masse der Veränderungen an, auf das Feingefühl und eine bewusst langsame Veränderung fest etablierter Strukturen. Aber dafür müssen die Verantwortlichen sich erstmal trauen, diese neu zu denken. Und darum zu wissen, dass es durchaus viele berechtigte Gründe gibt, warum es gut oder sogar besser funktionieren kann und dass sie sich an klaren Handlungsempfehlungen orientieren können, in einem Gebiet, das auch für sie Neuland ist. Dafür ist das Buch perfekt.
Ich beschäftige mich schon seit langem mit Themen rund um Führung und Führungskräfteweiterbildungen. Daher hat mich der Titel des Buches sehr neugierig gemacht, da ich sehr oft das Gefühl habe, dass es zum Thema „Führung“ schon seit langem keine wirklich neuen Impulse mehr gibt. Aber dieses Buch ist anders und hat mich positiv überrascht.Einerseits ist es kein klassisches Coachingbuch, welches ich ehrlich gesagt erwartet habe. Vielmehr ist es ein umfassendes Werk mit verschiedenen Impulsen hinsichtlich Führung und Leadership. Und das ist auch gut so. Es dient vielmehr dazu, aufgeworfene Fragen zu diskutieren, die ich nach dem Lesen gerne weitergedacht und in verschiedene Gespräche mitgenommen habe. Thönneßen versteht es sehr gut, das Konzept der Führung in verschiedene Kontexte zu stellen und dieses ernsthaft in Frage zu stellen, bspw. hinsichtlich Mitarbeiterführung, Moderationen und Konflikte innerhalb eines Unternehmens. Ich selbst habe mich häufig dabei ertappt an verschieden Führungskräfte, die ich kenne, zu denken und ihre oder seine Herangehensweisen zu hinterfragen.Manche Kapitel und Gedanken des Autors wirken vielleicht im ersten Lesefluss als unmöglich umsetzbar oder utopisch, aber dafür bietet er gelungene und m.E. gut durchdachte Alternativen zum herkömmlichen und über Jahre eingestaubten Führungsverständnisses.Ich mag das Buch sehr, nutze es gerne für meine Führungskräfteworkshops und lese gerne zwischendurch eines der kurzen Kapitel. Ich kann das Buch daher wärmstens empfehlen und freue mich, darauf aufmerksam geworden zu sein.
Ich kenne Johannes Thönneßen seit vielen Jahren über seine Plattform MWonline und seinen Newsletter. Seine Kommentare und die Informationen rund ums Management sind für mich sehr anregend. Umso mehre freue ich mich, dass er in seinem Buch das Thema Führung aus einer interessanten Perspektive betrachtet.Eine Alternative zur traditionellen FührungTönneßen beginnt mit einer Analyse der traditionellen Führungskultur. Er zeigt, dass sie in vielen Fällen nicht mehr funktioniert und zu Konflikten und Missverständnissen führt. Daraus folgert er, dass eine neue Ära der Führung notwendig ist: Kennzeichen dieser Führung sind: mehr Zusammenarbeit und Kreativität, statt Hierarchie, Anweisungen und Kontrolle. Durch die Förderung von Zusammenarbeit und Kreativität kann die Organisation eine Kultur schaffen, die auf Innovation und Wachstum ausgerichtet ist.Für den Autor ist Führung heute nicht mehr nur eine Sache der Führungskräfte, sondern die eines jeden Mitarbeiters und dieser in der Lage sein muss Führungsqualitäten zu entwickeln. Aus diesem Grund sollten sich nicht nur Führungskräfte mit diesem Thema beschäftigen.Das nehmen Sie von der Lektüre mit:Ideen und Konzepte für eine Führung, die in die heutige Welt passt. Diese sind fundiert und gut durchdacht und geben dem Leser viele Impulse für seine eigene Tätigkeit.Der StilDas Buch ist sehr gut geschrieben und gut strukturiert. Die Sprache ist klar und verständlich, so dass es auch für Menschen, die nicht mit dem Thema vertraut sind, leicht zu lesen und zu verstehen ist. Der Autor verwendet viele Beispiele, um seine Thesen zu illustrieren, was es dem Leser erleichtert, seine Argumentation zu folgen.Die AutorJohannes Tönneßen ist 1998 Betreiber der Plattform MWonline, die aktuelle Trends und Methoden beschreibt und kommentiert und Autor zahlreicher Fachbücher zu Managementthemen.Fazit:Ich empfehle diese Buch, weil es mich zum Nachdenken über das Thema Führung angeregt hat und ich dies für eine wichtiges Thema halte, dass alle betrifft, die ein Interesse an der Gestaltung der Zukunft haben.