★★★★★
k.A.
20.05.2026
ean-shopping.de
Die Audio-CD ist in einem akzeptablen Zustand angekommen. Das Format ist ordentlich und die Aufmachung ist nicht besonders auffällig. Die Bindung hält den Inhalt zusammen, und das Papier fühlt sich bei näherer Betrachtung nicht besonders fein an.
Robert Habeck ist ein Mensch (ich durfte ihn einmal ganz kurz kennen lernen und habe zwei Veranstaltungen von ihm besucht), der ungemein sympathisch und locker, dann aber auch ernsthaft und absolut an den Dingen interessiert herüber kommt. Durch ihn habe ich das Vertrauen in eine gute und verantwortungsvolle Politik für unsere Zukunft bekommen. Das hat dieses Buch wieder einmal gezeigt. Er stellt sich nicht in den Vordergrund (das machen andere, bezogen auf sich beziehungsweise auf ihn), ist auch keiner, der belehrt, sondern verstehen will, eine Politik des Gehörtwerdens leben will, Hoffnung und Kraft für die Zukunft in unstabilen Zeiten geben will und sicherlich auch geben wird. Zudem zeigt er sehr interessante Aspekte eines gemeinsamen Zusammenlebens auf, der Politik und damit unser Welt, indem er nicht wie andere sagt, es sei alternativlos, was er fordert und allein er habe den Stein des Weisen gepachtet. Unter anderem er, aber vielleicht auch gerade er, hat mir die Grünen nähergebracht und hat mich gewonnen!
Buchrezension vonRobert Habeck: Von hier an anders – eine politische Skizze, Kiepenheuer & Witsch, Köln, 2021, 374+ Seiten.Eigentlich nicht ernst gemeintEin mutloser Habeck nimmt nicht einmal sich selbst ernstMinister Habecks neuestes Buch „von hier an anders – eine politische Skizze“ hebt sich zunächst sehr positiv von anderen Büchern dieses Genres ab. Dies nicht nur deshalb, weil er es offensichtlich durchweg selbst verfasst hat, sondern auch, weil es sich in philosophisch und soziologisch anspruchsvoller und entsprechend erklärungsmächtiger Höhe bewegt, ohne die Leser damit zu überfordern.Stattdessen allerdings hätten die ständig in den Text eingestreuten Gendersternchen fast meinen guten Willen überfordert, die Meinung dieses „anders Denkenden“ zu reflektieren, denn sie widersprechen allem, was Habeck in seinem neuen Werk über die Voraussetzungen unseres auch künftig „einvernehmlichen“ demokratischen Zusammenlebens und die dazugehörige Streitkultur detailscharf darlegt und sehr gut begründet.So las ich interessiert weiter. Auf Seite 254 schließlich stockte mir dann doch kurz der Atem. Dort gesteht sich Habeck (als Autor noch kein Bundesminister) zwar ein, dass „sich einige über die Gendersternchen ärgern, die ich in diesem Buch benutze“, aber nur, um gleich danach zu behaupten, sie täten „eigentlich“ niemandem weh. Woher weiß er das bloß? Er bleibt die Antwort schuldig. Wenn er dann auf Seite 293 beklagt, eine politische Kommunikation, die nur nach innen gerichtet und nicht darauf aus sei, „auch die Gegner der eigenen Ansicht zu erreichen“, kann er auch das kurz davor auf Seite 254 Gesagte „eigentlich“ nicht ernst gemeint haben.Seit Jahren reden und stimmen immerhin mindestens 70% der Bevölkerung, und darunter keineswegs nur irgendwelche „Somewheres“, die bloß die eigene Region, den eigenen Bioladen oder Kirchturm im Blick hätten, gegen die von vielen öffentlich Sprechenden willkürlich in die Sprache verpflanzten und in vielfacher Hinsicht höchst ärgerlichen Gendersternchen und Sprechpausen an. Es handelt sich dabei um nichts anderes als gendersprechpolitischen Respekt heischende Geßlerhüte. Zu den öffentlich Sprechenden gehören längst auch viele gebührenfinanzierte (!) TV-Anstalten. Alle „anders Sprechenden und Schreibenden“ entwürdigen (vgl. S. 273) diese Respektheischer zu unwandelbaren Gegnern der von Habeck so überzeugend beschworenen gesellschaftlich-soziokulturellen Wandlung.Habeck scheint so sehr in seinem eigenen moralischen „Stamm“ (vgl. S. 290) ver- oder gefangen, dass leider selbst ihm der Mut abgeht, im Interesse einer politisch eindeutigen Wahrheit aus dessen Schatten herauszutreten. Er redet und denkt zwar versöhnlich, schreibt jedoch spalterisch, nimmt also wesentliche Aussagen seines Buchs nicht einmal selbst ernst. Das macht ihn letztlich unglaubwürdig und unterminiert genau jenes politische Grundvertrauen zwischen Regierenden und Regierten, das er von der ersten bis zur letzten Seite seines neuen Buchs so vehement einfordert.H. H. Dieter