★★★★★
k.A.
23.07.2026
ean-shopping.de
Die Geschichte von Nora Sophie ist sehr fesselnd und packt sofort die Aufmerksamkeit, allerdings finde ich die Darstellung der körperlichen Symptome etwas sehr stark.
Erich Kästner dachte, als er seine „Lyrische Hausapotheke“ veröffentlichte, dass bestimmte Gedichte ihren Lesern und Leserinnen als seelische Lebens- und Überlebenshilfe dienen, ihnen mit Witz und Ironie in schweren Zeiten die Existenz erleichtern können. Es ging ihm dabei, kurz gesagt, um das befreiende, rettende Wort.Diese Assoziation hatte ich anfangs beim Lesen von Nora Sophie Aigners "Stimme der Hoffnung". Der rund 105 Seiten umfassende Band enthält 27 Gedichte. Viele davon sind mehrere Seiten lang und erzählen eine Geschichte. Natürlich geht es bei einer jungen Autorin wie dieser oft um die Liebe, um Sehnsucht, Zweifel und Einsamkeit, um überwältigende Glückseligkeit und Trennungen, die zu schaffen machen. Das Besondere ist jedoch der unverwechselbare Tonfall dieser eingängigen Texte. Im Stil der "spoken word poetry" – manche lassen sich gut als Songs vorstellen – haben sie einen ganz eigenen Rhythmus, spielen klug und gewitzt mit Worten, Metaphern und Reimen. Und sind dabei zugleich realistisch und romantisch, tragikomisch und nachdenklich.Beim Schreiben von Gedichten ist, sozusagen, das Schwere und Schwierige die Leichtigkeit, also auch: das komplexe Dilemma des Daseins in Worte zu fassen, die dessen Schwere in Lachen aufheben. So gesehen ist es, denke ich, für ernsthaft Schreibende kaum möglich, Leichtigkeit in der Sprache ohne Erfahrung „des Schweren“ zu erreichen. Eine solche existentielle Erfahrung – genauer: ein Schicksalsschlag – war für Nora Sophie Aigner, wie im Nachwort zu lesen, eine seltene Krankheit namens „Eagle Syndrom“, die ihr von einem Tag auf den anderen die Stimme raubte. Weshalb sie zu schreiben begann und, während sie in der unermüdlichen Hoffnung auf Hilfe von Spital zu Spital, Operation zu Operation reiste, Hefte und Zettel mit ihren Notizen füllte. Aber um ihre Biographie – ebenso wie ihr öffentliches Engagement für Menschen, die ebenfalls unter einer Rare (also wenig beachteten) Disease leiden – muss nicht einmal wissen, wer diese Gedichte liest. Denn die sprechen, als zweite Stimme ihrer Autorin, für sich. Mir hat besonders „Virtual Tragedy“ gefallen, ein langes Liebesgedicht (eigentlich ein Liebesbrief in Versen) über die Unruhe und Zweifel einer (vielleicht) Verliebten, die anhand von Facebook-Botschaften die Gefühle ihres Schwarms zu erkennen, sich einen Reim auf dessen Lesebestätigungen (statt Antworten) und die Posts seiner „Ex“ auf seiner Site zu machen versucht, und nebenbei bemerkt, dass ihr ebenso Klarheit wie „Flirttaktiken“ fehlen … Ihr Fazit:„Nur’n Smiley mit ‘ner Zunge?Da läuft doch etwas schief …Ich bin raus, mein lieber Junge:Schreib mir halt einen Brief.“Mein Fazit: Lese-Empfehlung!
Die Poesie dieses Buches und der verschiedenen Geschichten die durch ihre Gedichte erzählt werden, geben mir immer wieder Hoffnung und Kraft. Es ist einfach hervorragend geschrieben und exzellent gereimt.In meinen Augen einfach ein Meisterwerk mit dem die Tage doch wieder etwas heller und schöner wirken als zuvor.