★★★★★
k.A.
05.07.2026
ean-shopping.de
Dieses Konzept bietet eine sehr wertvolle Perspektive auf die elterliche Erziehung, auch wenn ich persönlich noch etwas mehr Tiefe im Detail wünsche. Die Umsetzung ist jedoch gelungen und regt zum Nachdenken an.
Dieses Buch kann ich jedem Elternteil empfehlen, der Schwierigkeiten im Umgang mit dem heranwachsenden Nachwuchs hat. Durch Fallbeispiele werden die Ratschläge in diesem Buch gut veranschaulicht. Es werden etliche Probleme angesprochen u. betrifft dabei die Altersspanne von 12-18 und noch darüber. Durch gute Gliederung kann man darin auch immer wieder mal Tipps nachlesen.
Nach den grundlegenden Basisbüchern "Autorität ohne Gewalt" und "Autorität durch Beziehung" sind schon einige weitere, sich bestimmte Bereiche konzentrierende Bücher erschienen. Dieses neue Buch von Haim Omer - teilweise zusammen erarbeitet mit Tal Fisher,Yael Nevat, Yaara Geyra, Or Nethaneli, Casriel Juravel, Avigail Assa, V`Yaara Shimshoni und Ayala Alexandron (über deren beruflichen Hintergrund im Buch leider keine näheren Angaben zu finden sind) - bringt wesentliche Punkte des Neue Autorität- Konzeptes zum Tragen.Gut ist, dass hier auch im Titel und Untertitel nicht Autorität verwendet wird, sondern mit Begriffen wie "Wachsame Sorge" und "guter Anker" sehr gut das Konzept übertitelt wird.Es wird zunächst erläutert, wie die Wachsame Sorge aussieht; und zwar als "offene Aufmerksamkeit", als "fokussierte Aufmerksamkeit" und als "einseitige (Schutz-) Maßnahmen". Es gibt quasi Stufenschritte, mit welchen man flexibel auf Probleme und Herausforderungen mit Kindern und Jugendlichen (die hier in dem Buch im Fokus stehen) eingehen kann.Haim Omer geht hier auch offensiv mit Kritikpunkten an dem Konzept der Neuen Autorität um und erläutert, welche Unterschiede zwiscchen wachsamer Sorge, Kontrolle und Unabhängigkeit bestehen und wie und wann die Privatsphäre geachtet werden kann und muss und wie man Vertrauen und Spionieren auseinander hält.Im zweiten Buchabschnitt geht es um die Aufsicht im Alltag zwischen Begleitung und Nähe. Hier wird auch die Zusammenarbeit der Eltern - selbst wenn sie getrennt leben sollten - besprochen.erst hieran anschließend werden in einzelnen Kapiteln Erläuterungen gegeben, wie man bei den Problemfeldern Lügen, Freunde, Widerstand des Kindes, Geld und die "Welt der Versuchungen" vorgehen kann. Bei letzterem schafft es Haim Omer zusammen mit der Mitautoren/-innen für viele herausfordernde Verhaltensweisen mögliche Handlungsschritte aufzuzeigen, ohne hierbei in die Falle von "Patentrezepten" zu verfallen. Vielmehr werden Internetnutzung, Alkohol, Drogen, Schulabstinenz, Umgang mit Medien, Autofahren, von zuhause fernbleiben und vieles andere mehr so erörtert, dass man Ideen erhält, wie man persönlich auf Problemlagen reagieren kann.Hilfreich sind hier auch die das ganze Buch präzise beschriebenen Fallverläufe mit vielen Dialogbeispielen. Damit wird ermöglicht, dass man sich das Konzept selbst vorstellen kann und persönliche Umgangsweisen findet.Gut ist es, dass hier immer wieder auch verdeutlicht wird, wie elementar wichtig das Einbeziehen von Unterstützungspartnern/-innen und dass professionelle Hilfe oftmals notwendig ist.Dieses Buch eignet sich für begleitete Eltern und vor allem für professionelle Helfer/-innen, welche Familien in oftmals scheinbar ausweglos erscheinenden Situationen unterstützen.Absolut lesens- und umsetzungswert; nicht als Patentrezeptsammlung, sondern vielmehr als Kochbuch, damit man weiß, man muss nicht immer in der eigenen Suppe kochen, sondern benötigt Zutaten und "Beiköche", damit nicht noch mehr anbrennt und das Leben wieder schmackhafter wird für alle Beteiligten!Es wäre noch gut gewesen, wenn zu der Literaturliste noch Internetlinks hinzugefügt worden wären; damit sich Interessierte auch im deutschsprachigen Raum an entsprechende Stellen, die sich mit "Neuer Autorität" befassen, leichter wenden können.