★★★★★
k.A.
27.05.2026
ean-shopping.de
Dieses Buch ist eine wirklich herzzerreißende und tiefgründige Darstellung des Erwachsenwerdens, die mich emotional stark berührt hat. Die Geschichte von Jim ist unglaublich fesselnd und sehr gut geschrieben.
Bereits wenn man sich den Inhalt so durchliest, ahnt man vielleicht schon, dass es sich hier nicht um ein fröhliches Buch handelt. Und das ist es auch überhaupt nicht. Das Buch ist brutal, erschreckend, tieftraurig und enthält außerdem viele sexuelle und gewalttätige Dinge, weswegen ich den jüngeren Lesern erst einmal davon abraten würde.Neugierig geworden bin ich durch den Autor Daniel Grey Marshall. In der Autorenbeschreibung steht unter anderem: “Nach einer Alkohol- und Drogenkarriere in früher Jugend begann er mit fünfzen Jahren, “No Exit” zu schreiben..” Und solche Dinge machen mich immer sehr neugierig, besonders, wenn der Autor so jung ist.Das Buch handelt von dem 15-jährigen Jim, dessen Leben alles andere als leicht ist. Sein Vater ist Alkoholiker und verprügelt ihn regelmäßig. Zuflucht findet er bei seinen zwei Freunden Philly und Jeremy, seiner Geliebten Leslie und seiner älteren Schwester Mandy. Doch eines Tages passiert etwas Schreckliches, was sein Leben komplett aus den Angeln reist. Er betäubt sich mit Drogen und Alkohol und es dauert nicht mehr lange, bis er endgültig vor einem Scherbenhaufen stehen wird.Daniel Grey Marshall’s Schreibstil ist unglaublich. Er fesselt absolut von der ersten Seite an und irgendwie merkt man richtig, dass es ein Jugendlicher geschrieben hat. Die Ausdrucks- und Denkweise erinnern sehr an die eines 15-jährigen und an Stellen, wie diese hier, stelle ich mir immer die Frage, ob er das alles selbst schon mal erlebt hat, da seine Beschreibungen zum Teil wirklich den Anschein erwecken:"Trinken ist mehr wie bluten. Allen Seelenfrieden herausbluten, alle Normalität, sogar die Liebe. Irgendwann hat man alles rausgeblutet, bis nichts mehr übrig ist. Dann wird man hohl. Das ist der Zeitpunkt, wo es echt schlimm wird. Versucht niemals, hohl zu leben."Das gesamte Buch lässt mich einfach nur staunen, wie gut jemand so junges schon schreiben kann. Viele, viele Gedanken besitzen eine solche Tiefgründigkeit, wie ich sie bei manch älteren Autoren nicht einmal gesehen habe."Ich frage mich manchmal, wie die Welt aussehen würde, wenn wir alle – ich meine wirklich alle – sagen würden, was wir wirklich sagen wollen, was wir wirklich ehrlich fühlen. Ich denke manchmal, wenn nicht alle mit runtergeschluckten Herzen rumlaufen würden, wäre es auf der Welt verdammt viel netter."Die Charaktere sind allesamt facettenreich, haben Ecken und Kanten und sind komplett unterschiedlich. Es gibt keinen Charakter, der dem anderen gleicht. Man lacht, trauert, weint und fiebert mit Jim und seinen Freunden mit. Die Jungs haben in ihren jungen Jahren wirklich alles erlebt, was ich nie durchmachen möchten will. Alle sind mir in gewisserweise ans Herz gewachsen und ganz trocken blieben meine Augen während des Buches auch nicht. Sosehr ich die Jungs und Leslie auch liebte, so entwickelte ich einen ungefähr genauso großen Hass auf Jim’s Vater und seiner Mutter. Ich hätte manchmal wirklich durchdrehen können.Empfehlen würde ich das Buch Jugendlichen ab ungefähr 15 Jahren. Es macht deutlich, wie schnell das Abrutschen gehen kann, besonders da heute gerne früh und viel Alkohol getrunken wird. Es kommt genau deshalb so viel rüber, da der Autor anscheinend am besten zu wissen scheint, von was er da schreibt und vieles selbst durchgemacht hat.Fazit:"No Exit" gehört definitiv zu einem der besten Bücher, das ich jemals gelesen habe. Am liebsten würde ich durch die Gegend rennen und es jedem in die Hand drücken, da es einfach jeder gelesen haben muss. Man durchlebt zusammen mit Jim die Hölle und ist gefangen in einem Achterbahn der Gefühle. Ich würde dem Buch unendlich viele Sterne geben, wenn ich könnte, aber hier müssen leider 5 ausreichen.