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k.A.
09.07.2026
ean-shopping.de
Dieses Buch bietet eine hervorragende Kombination aus Theorie und praktischen Anleitungen zum Thema Kinderschutz in Organisationen und ist absolut empfehlenswert. Die Inhalte sind sehr praxisnah und helfen dabei, komplexe Sachverhalte gut zu verstehen und umzusetzen.
Zugegebenermaßen ist das DIN A4-Format des Buches erst einmal wenig einladend zum Lesen. Es wirkt auf den ersten Blick hin nicht lesefreundlich. Bei der Lektüre aber vertieft man sich immer mehr in die Thematik und wird sich der wahren Bandbreite der Schutzkonzepte bewusster. Theorie und Praxis des konzeptionellen Kinderschutzes werden hier bezüglich der Implementierung in Organisationen sehr gut vermittelt. Sowohl das Wissen um empirisches Material als auch hilfreiche, umsetzungsrelevante Praxisanregungen für die Durchführung von Schutzkonzepten werden hier vortrefflich geboten. Sehr gut ist es, dass hier nicht nur die Forschungssichtweise dargelegt wird, sondern vielmehr auch die Sicht der Kinder und Jugendlichen sowie beteiligter Fachkräfte zur Geltung kommt. So ist dieses im wahrsten Sinne des Wortes "beteiligungsorientierte" Werkbuch eine gute Möglichkeit, dass die jungen Menschen in Einrichtungen bei der Erarbeitung von Schutzkonzepten partizipativ einbezogen werden.Konkrete Vorgehensweisen, Erfahrungen bei schon bestehenden Konzepten und insbesondere die "Beispiele aus der Praxis für die Praxis", welche im letzten Buchteil mit entsprechenden Informationshinweisen erläutert werden, helfen dem angesprochenen Personenkreis der Akteure im Kinderschutz, ihr bisheriges Handeln und bisherige Strukturen zu überdenken und neue Ideen zu entwickeln. Graphiken, Zeichnungen, Tabellen und zahlreiche Literaturhinweise machen dieses Schutzkonzeptbuch zu einem gründlichen Werk, das erforschte Erkenntnisse und Umsetzungsmöglichkeiten in die Praxis hervorragend verbindet. Insbesondere das Zitieren von Teilen der Befragungen von Jugendlichen ist hier von enormer Relevanz; macht es doch deutlich, was letzten Endes zum Schutz Jugendlicher hilfreich ist.Das Gesamtwerk ist in drei Teile untergliedert. Während im 1. Teil Hintergründiges zu Schutzkonzepten mit dem entsprechend neuesten Forschungsstand vermittelt wird, geht es im 2. Kapitel um das Forschungsprojekt "Ich bin sicher!", welches Schutzkonzepte aus der Sicht von Jugendlichen und Betreuungspersonen untersucht. Einzelne Ergebnisse werden in dem Abschnitt "Ergebnisse der Gruppendiskussionen" vorgestellt.Wie ist die Sicht Jugendlicher auf stationäre Hilfen? Wie gestaltet sich die Beziehungsgestaltung bei den Jugendlichen? Wie wird in den stationären Einrichtungen mit Sexualität und Paarbeziehungen umgegangen? Wie wird Gewalt betrachtet? Wie sehen die informellen Strukturen der Peers aus? Wie konkret kann Schutz und Sicherheit geboten werden? Welche Schlussfolgerungen sind nicht nur für Heime und Internate, sondern auch für Kliniken zu ziehen? Diese Fragen werden in intensiven Darlegungen beantwortet, ehe im Buchteil 3 fachpolitische Aspekte und die Transferprobleme der Etablierung im Vordergrund stehen.Bei diesem Werk haben Forscher/-innen zusammen mit Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeitern/-innen aus Hildesheim, Landshut und Ulm bedeutsame Erkenntnisse zusammengetragen. Es ist zu wünschen, dass dieses Werk gründlich erarbeitet wird; insbesondere von Verantwortungsträgern/-innen und Leitungskräften in Institutionen der stationären Erziehungshilfe - und dass die politischen Entscheidungsträger/-innen die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen.Ein Buch, das zeigt: Beteiligung kann gehen, Konzepte müssen sich entwickeln und Schutz muss laufen!
Wer keine Ahnung von Schutzkonzepten und die Hintergründe hat, wird wahrscheinlich doch noch Freude an dem Buch haben. Für meine Wissenschaftliche Arbeit war es jedoch nicht zu gebrauchen. Wer sich bereits umfangreich mit dem Thema beschäftigt hat, benötigt dieses Buch nicht, wer keine Ahnung hat, sollte es sich sofort kaufen.