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k.A.
03.06.2026
ean-shopping.de
Dieses Buch bietet eine unglaublich wertvolle und umfassende Anleitung für alle, die Demenz betreuen und pflegen möchten, und ist eine großartige Ressource für jede Familie. Die Informationen sind sehr hilfreich und geben viel Sicherheit.
Als Laie habe ich meine Liebe zu med. Sachbüchern vom GU Verlag schon vor Jahren gefunden.Dieses Buch habe ich wegen meiner Mutter gekauft, die nach einem Unfall ein Schädelhirn-Trauma erlitten hat, was eine sofortige Demenz ausglöst hat. Zunehmend kommt jetzt natürlich auch das fortscheitende Alter dazu, was den Umgang mit ihr für mich zur Belastungsprobe hat werden lassen. Vom Hausarzt gab es keine Hilfe, keine Tipps, nur ein Rezept mit Melperon, was nicht mehr hilft.Das Buch habe ich in einer Nacht gelesen. Mit Staunen, Dankbarkeit, aber auch mit Sorge, was noch alles auf uns zukommen kann und wird...und was einem selber irgendwann vielleicht mal ereilen kann.Es werden Fallbeispiele zu jedem Kapitel aufgeführt. Verständnisvoll geschildert, mit allen Höhen und Tiefen. Dann geht das Kapitel auf die einzelnen Problematiken ein. Von einfacher Vergesslichkeit, über Essstörungen, Organstörungen, bis zum traurigen Verlusst aller organischen Funktionen bis zum Ende. Demenz endet nun mal nicht mit Alterschwäche, sondern mit dem Verlusst aller körperlichen Funktionen, was mir bis zu diesem Buch gar nicht wirklich bewusst war. Weder Pflegedienste noch Neurologen bringen das so krass auf den Punkt.Liebvolle Pflege durch Angehörige, Pflegedienst, Nachbarn...am Ende bleibt es doch bei der nächsten Angehörigen "hängen". Das Buch gab mir Einsicht, einige wirklich gute Tipps, das Gefühl nicht allen zu sein. Es bietet Anleitung für den Umgang mit der dementen Person, was ab einem mittleren Grad der Demenz schon kein Spass mehr ist. Aggression, Misstrauen, Beschimpfungen, die ständigen Wiederholungen, die Ignoranz der kranken Person, die plötzlich glaubt, der Mittelpunkt des Universums zu sein....jetzt verstehe ich es wenigstens. Ob ich mit dem Misstrauen und der Aggression noch dauerhaft weitermachen kann, bleibt abzuwarten.Das Buch ist also gut geschrieben, wirbt für Einsicht, Geduld und Liebevolle Zuwendung, die je nach Fall und Ausprägung zum Spiessrutenlauf werden kann, aber mit geeignetem Verhalten und einer eingeweihten Umgebung durchaus noch eine Weile zubewältigen ist.Ein Patentrezept bekommt man hier natürlich nicht. Jeder Demenzkranke ist anders. Es ist wohl die Kombination aus häuslicher Organisation, Pflegedienst, Eigeninitiative und den Ärzten, die einem in einer Kleinstadt zur Verfügung stehen.Was ich vermisste, war ein ausfühlicher Ratschlag wie man verfahren kann, wenn der Patient ein Level erreicht hat, wo es zu Hause in der hier gerühmten, bekannten, liebevollen Umgebung nicht mehr geht.Also der Sprung vom Wohnumfeld ins mögliche Pflegeheim. Wie macht man das der eigenen Mutter klar, dass es nun zu Hause bei allem Good-will nicht mehr geht?Auch wird nur kurz beleuchtet, was im Endstadium der Krankheit auf einen wartet, wenn Essen, Schlucken, Verdauen, Atmen nicht mehr geht.Das Buch springt an dieser Stelle vom heimischen Wohnzimmer gleich ins Krankenhaus, wo dann Angehörige und Ärzte entscheiden sollen, was noch "getan werden soll/darf/muss/kann".Hier hätte ich etwas mehr als nur die Erwähnung dieses Stadiums erwartet. Daher ein Stern Abzug.Ansonsten ist es lesenswertes Buch, was sicher eine grosse Hilfe ist, wenn die Demez die ersten milden Anzeichen zeigt, oder die Diagnose gerade gestellt wurde und man noch einige Zeit hat, um entsprechende Vorkehrungen zu treffen.Meine Mutter hat die Demenz nicht schleichend und langsam bekommen, sondern von einer Sekunde auf die andere und direkt in einem mittleren, mittlerweile fortgeschrittenden Stadium.Ich werde wohl noch ein Buch über Palliativmedizin benötigen...