★★★★★
Bernhard Zaglmayer
29.09.2023
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Ich kann mich dem ersten Rezensenten nur anschliessen. Habe noch kein Buch in den Händen gehalten, das dieses Thema so flächendeckend und kurzweilig dargestellt hat. Es sind spezielle die grossen Zusammenhänge, die hier herausgestellt werden, die nur jemand so erzählen kann, der den Jazz bis ins letzte Detail kennt. Ich fand bereits sein Buch über den Jazz in Europa 1960-80 höchst aufschlussreich. Aber, wie Ekkehard Jost auch selbst in der Einleitung seines Buches schreibt, kann man unmöglich alles ansprechen, und als Autor wollte er eben Schwerpunkte setzen. Fair enough! Dennoch, hätten zB die Maters of Unorthodox Jazz und die Reform Art Unit aus österreichischer Sicht zumindest Erwähnung finden können (ja, ich bin Österreicher). Auch Jan Garbarekt in Norwegen (die frühe Phase), Per Henrik Wallinn in Schweden und Enrico Rava und Gianluigi Trovesi in Italien haben den europäischen Jazz nachhaltig geprägt und hätten sich eine Erwähnung verdient. Dennoch, dies ist keine Kritik am Buch sondern eher persönliche Präferenz. Das ideale Geschenk für Neueinsteiger und Kenner!
Jazzgeschichten süffig und amüsant zu lesen, mit vielen spannenden Personen und Ereignissen ab den 1920ern. Interessant finde ich, wie sich der Jazz in den verschiedenen europäischen Ländern verbreitet hat und sich, beeinflusst durch Kultur, Politik, Wirtschaft mit der Zeit zu einem europäischen Kulturgut entwickeln konnte, zunächst mit der damaligen gängigen Musik vermischt wurde, sich aber auf ihren Urprung "black music" besinnte, provozierte, geliebt oder verhasst war. Gleichzeitig aber entwickelten sich auch neue, "europäische" Jazzstile und dies bis heute.Schade fand ich die kurze Abhandlung der Jazzgeschichte in der Schweiz, da hierzulande auch über dieses Thema geschrieben wurde und es zahlreiche, sehr lesenswerte Bücher gibt u.a. von Theo Mäusle: "die geistige Landesverteidigung" oder von Bruno Spörri: "Jazz in der Schweiz:Geschichte und Geschichten"