★★★★★
k.A.
12.06.2026
ean-shopping.de
Dieses Wörterbuch ist eine fantastische und umfassende Ressource, die mir tiefe Einblicke in die Geschichte der Philosophie vermittelt. Die Darstellung der zentralen Begriffe von der Antike bis zum Deutschen Idealismus ist hervorragend aufbereitet.
Ich möchte den negativen Rezensionen ("oberflächlich", "überflüssig") widersprechen. Zunächst einmal ist es ein Wörterbuch, und keine Enzyklopädie. Für nur 14,90 EUR 750 Seiten, 4000 Begriffe, Sachregister + Autoren und Werksverzeichnis, geballtes Wissen, ich finde, es wird viel geboten.Ich besitze mehrere Wörterbücher, jedes hat seine eigene Charakteristik.Das philosophische Wörterbuch von Brugger/Schöndorf (Alber Verlag) hat weniger Begriffe, wie viele konnte ich nicht raus lesen. 34 Autoren, die meisten sind Professoren und lehren in München, haben für das Buch geschrieben.Nehmen wir als Beispiel den Begriff "Glaube"Brugger, ca. 300 Wörter. Begriff ist ein epistemischer, Glaube im Christentum, Gegensatz zum beweisbaren Wissen, Humes nicht begründbare Überzeugungen, Kant und Fichte über Glaube.Regenbogen (Meiner): Ca. 400 Wörter zum Begriff "Glaube". Zuerst Begriffsgeschichte des Begriffs bis Noter Teutonicus, katholische Lehre des ersten Vatik. Konzils, Offenbarungsglaube, natürliche Religion, Kants Theismus, dann Veränderung durch Handel, Wissenschaft, Technik zur Aufklärung, Lessing, Treu- und Glauben im Rechtsleben.Schischkoff, Philosophisches Wörterbuch, Kröner Verlag 1990. 2000 Begriffe. Im Unterschied zu Brugger und Regenbogen können auch Philosophen nachgeschlagen werden. Das geht aber deutlich auf Kosten der Sachbegriffe.Viele unbekannte Philosophen, wer kennt schon Kirejewski oder Meurers Joseph. Für "Glaube" ca. 300 Wörter. Führwahrhalten ohne objektive Geltung, Englisch belief/faith, Wissenschaftlicher Glaube im Rahmen des Natürlichen, Übernatürlicher Glaube, von Gott geschenkte Tüchtigkeit, Kants Vernunftkritik, Glaube als Wagnis, Glaube an den Freund.Man sieht, wie unterschiedlich diese Bücher sein können.Brugger verzichtet komplett auf Begriffsgeschichte, erläutert den Begriff aus heutigem Wissen. Regenbogen macht fast nur Begriffsgeschichte.Ich nutze solche Wörterbücher nicht nur zum Nachschlagen. Wenn ich wenig Zeit habe nehme ich mir so ein Wörterbuch vor, blättere und lese einzelne Begriffe.So lernt man etwas dazu, ohne sich stundenlang in ein Thema vertiefen zu müssen. Die Wikipedia hat Lexika verdrängt, ein Fachwörterbuch ersetzt sie noch nicht.