Getrieben durch die positive Entwicklung der Weltwirtschaft konnte der Welthandel in den
vergangenen Jahren ein überproportionales Wachstum verzeichnen. Der Großteil dieses Handels
lässt sich ausschließlich über Schiffe abwickeln sodass die weltweite Nachfrage nach
Schiffstonnage ein kontinuierliches Wachstum verzeichnet. Die Folge dieser Entwicklung ist ein
stetig steigender Kapitalbedarf in der Schiffsfinanzierung. Als Kapitalquellen bieten sich
verschiedene Finanzierungsinstrumente an wovon das Schiffshypothekendarlehen gemessen am
Volumen die mit Abstand größte Bedeutung hat. Allerdings lassen sich auch Schiffe nicht
ausschließlich mit Fremdkapital finanzieren. In Deutschland erfolgt die Eigenkapitalversorgung
vor allem durch das so genannte KG-Modell. Hierbei werden Schiffsbeteiligungsgesellschaften in
der Rechtsform einer GmbH & Co. KG als geschlossene Fonds konzipiert. Von großer Bedeutung ist
in diesem Zusammenhang die pauschale Gewinnermittlung nach der Tonnagesteuer die den Anlegern
eine nahezu steuerfreie Vereinnahmung der aus dem Fonds erhaltenen Ausschüttungen ermöglicht.
Das KG-Modell ist allerdings nicht in der Lage den gesamten Eigenkapitalbedarf der
Schiffsfinanzierung zu decken so dass die Notwendigkeit nach weiteren Kapitalquellen besteht.
Hierbei ist insbesondere an institutionelle Anleger zu denken die in der Lage sind große
Beträge bereitzustellen und sich bisher kaum im Bereich der Schifffahrtsmärkte engagiert haben.
Börsennotierte Modelle wie die Schifffahrts-AG oder das Modell des Business Trusts in Singapur
bringen ebenso wie die Konzeption eines offenen Schiffsfonds eine marktgerechtere Bewertung mit
sich und sind verhältnismäßig fungibel. Daher sind sie auch für institutionelle Anleger
geeignet. Aufgrund ihres innovativen Charakters müssen sich die neuen Produkte jedoch erst noch
etablieren. Diese Arbeit liefert eine vergleichende Darstellung über die aktuell diskutierten
Alternativen zum klassischen deutschen Schiffsfonds. Dabei werden die jeweiligen Strukturen
beschrieben sowie einzelne Vor- und Nachteile hervorgehoben. Ausgehend von der Tonnagesteuer
dem Kernelement des deutschen KG-Modells wird die Bedeutung dieses Modells für die deutsche
Schifffahrt ebenso aufgezeigt wie seine Zukunftsperspektiven. Vorab wird die Entwicklung der
Schifffahrtsmärkte in der jüngeren Vergangenheit dargestellt und der Leser mit den gegenwärtig
genutzten Instrumenten der Schiffsfinanzierung vertraut gemacht.