Anna Hubrich hat das Buch zum Thema "Sternenkinder" mit viel Herzblut geschrieben und sehr gut recherchiert. Die Autorin schildert die Geschichte betroffener Menschen und ihre therapeutische Arbeit mit ihnen. Weitere Experten (unter anderem eine Hebamme, eine Sternenkindbestatterin und ein Mediziner) kommen in ausführlichen Interviews zu Wort.Die Autorin beschreibt eindrucksvoll, dass Trauer zum Leben dazugehört und sehr individuell von Mensch zu Mensch verschieden ist. Durch ihre eigene Geschichte und ihren fachlichen Hintergrund weiß sie wovon sie spricht und wie schmerzlich und heilsam zugleich Trauer sein kann. „ Was allen Trauerenden hilft ist, sich verstanden zu fühlen und mit dem Erlebten nicht alleine zu sein.“ Sehr schön schildert Anna Hubrich mit einem Bild aus dem Tierreich was trauernde Eltern von Sternenkindern brauchen: Präsenz, Anteilnahme, Mitgefühl, Nähe, Schutz, Geborgenheit.Das Buch „Sternenkinder und ihre Familien“ macht einfühlsam deutlich, dass viele Menschen diesen Schicksalsschlag erleben müssen. Immer mehr Betroffene teilen diese Erfahrungen und eine neue Trauerkultur entsteht. Das Wissen darüber, was in der Trauer helfen kann, ist bedeutsam für die verwaisten Eltern wie auch für Angehörige und Fachkräfte.Die Erfahrungsberichte der betroffenen Eltern werden sinnvoll ergänzt von Kommentaren der Autorin, wo sie beschreibt, wie sie diese Menschen jeweils therapeutisch begleitet und was hilfreich sein kann: der Blick auf die systemische Sicht mit dem Familiensystem, die Seelenkommunikation, sich selbst umarmen und wiegen, eine Schatzkiste mit Erinnerungsstücken, die Kraft der Rituale und vieles mehr.Ebenso bedeutsame Themen in diesem Buch sind die Kommunikation mit Geschwisterkindern, der Tod eines Embryos bei Mehrlingsschwangerschaft, Bewältigung der Situation ohne Partner sowie Abschied und Bestattung. Die Informationen über Geburt, Abschied und Bestattung und die Kommunikation darüber empfinde ich als sehr wertvoll, auch da sie durch die Interviews mit den jeweiligen Experten untermauert werden.Sehr gut gefällt mir auch das Kapitel, in dem die Trauer der Väter thematisiert wird und diese auch zu Wort kommen lässt. Dies wird meiner Meinung nach bisher in der Literatur zu wenig betrachtet.Ich kann dieses Buch allen Menschen, die mit dem Thema Sternenkinder in Berührung kommen sehr empfehlen: den Eltern, die ihr Kind verloren haben, ihren Angehörigen und Freunden sowie Experten, die sich beruflich damit beschäftigen.