Dr. Jason Fung ist ein in Toronto ansässiger Arzt. Ihm gelingt es mit dem Buch „Die Schlank Formel“ die Debatte um die „richtige Ernährung“ endlich aufzulösen: Alle klassischen Diäten sind eine reduzierte Betrachtung, welche die Hauptsache nicht bewerten, denn in unserem Körper geschieht nichts durch Zufall: Ob unser Herz schneller oder langsamer schlägt, ob wir Wasser einlagern oder nicht, ob Energie verbrannt oder gespeichert wird, alles wird durch Hormone kontrolliert!Diese Hormone stehen zueinander in einem Gleichgewicht und der Körper hat einen „Setpoint“ der (ähnlich dem Thermostat einer Heizung) angesteuert wird. Das Hauptproblem von Fettleibigkeit sind nicht die Kalorien, die wir essen, sondern wie der Körper den Setpoint für den Umgang mit den Kalorien eingestellt hat. Hierbei geht im Wesentlichen um das Gleichgewicht für das wichtigste Schlankheitshormon, das wir kennen müssen: Insulin.Da alle Nahrungsmittel den Insulinstoffwechsel unterschiedlich beeinflussen (ja auch Eiweiß und Fett), sind alle Diäten vermeidlich erfolgreich und scheitern am Ende. Insulin ist ein fettspeicherndes Hormon. Wenn wir essen, steigt das Insulin an und signalisiert dem Körper, etwas Nahrungsenergie als Körperfett zu speichern. Ein dauerhaft höherer Insulinspiegel veranlasst unseren Körper, dauerhaft mehr Nahrungsenergie als Körperfett zu speichern.Und das ist die Wurzel des Übels, die dauerhafte Neueinstellung, auch Insulinresistenz genannt. Der Thermostat wird hochgedreht und man kann essen/strampeln so viel man will: der Körper will „sein Fett“ haben, das er für „normal“ hält und will zu „seinem Wohlfühlfettbereich“ zurückkehre.Der Hintergrund ist verständlich: Der Körper überlässt eine so kritische physiologische Variable, wie die Körperfettigkeit, nicht den Launen der täglichen Kalorienzufuhr. Da wirken viel mächtigere Systeme die immer wieder „zurück“ gehen auf den „richtigen Punkt“. Auch der Blutdruck und der Herzschlag wird bei Sport nur kurz der Belastung angepasst – so ist es auch beim Essen: Körperfett war und ist eine kritische Determinante für das Überleben unserer Art und mehr als 99,99% aller Arten sind auf der Welt bis heute ausgestorben! Wir (unsere DNA) hat überlebt – wir schulden diesen Automatismen also auch viel Dankbarkeit! Unserer DNA will einen „normalgewichtigen“ Menschen, denn der fette Mensch kann nicht mehr vor dem Tiger weglaufen / keine Beute fangen und würde, wenn er zu dünn wäre, in mageren Zeiten längst ausgestorben sein.Fettleibigkeit ist ein hormonelles, nicht ein kalorisches Ungleichgewicht. Die Hypothese "Insulin verursacht Fettleibigkeit" ist leicht zu testen. Wenn Sie einer zufälligen Gruppe von Menschen Insulin geben, werden sie dann Fett aufnehmen? Die kurze Antwort ist ein klares "Ja".Insulin verursacht eine Gewichtszunahme. Wenn der Insulinthermostat steigt, steigt das Körpergewicht. Der Hypothalamus sendet hormonelle Signale an den Körper, um Gewicht zuzulegen. Wir werden hungrig und essen. Wenn wir die Kalorienzufuhr bewusst einschränken, dann wird unser Gesamtenergieaufwand gesenkt. Das Ergebnis ist Gewichtszunahme.Sobald wir verstehen, dass Fettleibigkeit ein hormonelles Ungleichgewicht ist, können wir es behandeln. Aber: Wenn wir glauben, dass „überschüssige Kalorien Fettleibigkeit verursachen“, dann ist die Behandlung, Kalorien zu reduzieren. Diese Methode ist falsch! Die Ursache des Problems wird nicht erkannt und höchstens zufällig „mitbehandelt“. Die Frage ist nicht, wie man Kalorien ausgleicht, sondern wie man unsere Hormone, insbesondere das Insulin, richtig „dauerhaft einstellt“.Die Kontrolle des Insulins erfordert eine Veränderung in unserer Ernährung. Zwei Faktoren sind hierzu zentral: Wie hoch ist der Insulinspiegel (nach den Mahlzeiten) und wie lange dauertes, bis das Insulin wieder reduziert wird.Was wir essen bestimmt, wie hoch die Insulinspitzen sind.Wann wir essen bestimmt, wie lange es dauert, bis das Insulin wieder abgebaut wird.Die meisten Diäten beschäftigen sich nur mit der ersten Frage und scheitern daher langfristig. Es ist nicht möglich, nur die Hälfte des Problems zu lösen und Erfolg zu erwarten.Was die Wahl der „richtigen Lebensmittel“ betrifft, so ist keine kalorienarme Ernährung nötig um abzunehmen. Es ist nicht einmal unbedingt eine kohlenhydratarme Ernährung nötig. Ebenso keine fleischreiche / vegetarische / fettarme Ernährung.Ziel ist es sich so umzustellen, dass langfristig eine Senkung des Insulinspiegels erfolgt. Wenn Sie die Fettspeicherung reduzieren wollen, müssen Sie das Insulin senken. Das erreicht man mit: Fasten!Wenn wir essen, speichern wir Energie.Wenn wir fasten, verbrennen wir Energie.Wenn wir beides in ein Gleichgewicht bringen, wird der Körper beide Systeme „gleichwertig“ nutzen und nicht das eine System ständig „verschlimmbessern (6 Mahlzeiten am Tag)“, während er das andere System als „überflüssig (niemals hungrig sein)“ abstraft.Der beste Tipp für das Abnehmen lautet also:Mach große Essenspausen (Intervallfaste)!Es hilft auch, regelmäßig Ausdauersport zu machen, im niedrigen (!) Fettverbrennungsbereich. Am besten nachdem man eine Spiroergometrie gemacht hat. Hierbei kommt es nicht (!) auf die Kalorienverbrennung an, sondern darauf, dass der Körper lernt den Stoffwechsel zum Abbau von Fett zu verbessern (vorher und währenddessen wird Insulin minimiert, das gegenläufige System also trainiert).Wer Insulin reduzieren will, um Körperfett zu verlieren, sollte darüber hinaus:• Zucker bestmöglich verbannen (ganz besonders Fruchtzucker).• Da auch „Süße ohne Kalorien“ den Insulinstoffwechsel beeinflusst, wird generell von „süß“ abgeraten (ja, auch von Stevia).• Raffinierte Getreideprodukte stark reduzieren und dazu/vorher (Apfel-) Essig trinken• Die Eiweiße / Proteinzufuhr mäßigen (20%)• Gesunde Fette deutlich erhöhen (Olivenöl, fetter Fisch, gute gesättigte Fette)• Ballaststoffe erhöhen, Knochenbrühe (echte) konsumieren• Kaffee und grüner Tee sind gute Begleiter für die FastenzeitenUnd• Darmflora optimieren (breit aufstellen) sowie• Viel schlafen und• Stress reduzieren
Es ist das Insulin! Und es ist messbar.Diese Bewertung schreibe ich vor allem für alle Typ1-Diabetiker, die es schwerer haben, Gewicht zu reduzieren als viele andere Menschen. Es gibt verschiedene Modelle zur Gewichtsreduktion bei Diabetes Typ 1 von Krankenkassen, Ernährungsberatern, Ärzten usw. Und alles ist langfristig und nur unter Disziplin durchzuhalten - und die Erfolge sind mickrig und nicht schnell zu sehen.Nach nunmehr 37 Jahren mit Diabetes Typ1 kenne ich eigentlich alles an Empfehlungen und Ernährungsformen. Bin sehr diszipliniert und habe trotz der vierten Dekade mit Diabetes keinerlei Spätfolgen.Ich trieb jahrelang extrem viel Sport, aß äußerst maßvoll und diszipliniert lowcarb (selten mehr als 1400 kcal pro Tag). Seit sechs Jahren trage ich einen Sensor, mit dem der Blutzuckerspiegel noch besser überwacht und korrigiert werden kann. In den letzten 6 Jahren habe ich - trotz Bewegung und Kaloriendefizit von etwa 400 - 600 kcal! - 18 kg zugenommen. Das kommt Dir bekannt vor??? Dann lies weiter ;)Und ich habe alles probiert - wirklich alles!!! Dann versuchte ich mich an der Fastenmethode 16:8 und nach 2 Wochen warnoch immer nichts passiert. Dann schaute ich mir verschiedene Fastenmodelle an und stieß auf 10in2. Da ich sowieso ein ziemlicher Extrem-Gänger bin, probierte ich diese Variante als letztes Mittel. Bedeutet im Klartext: Einen Tag (1) essen, und einen Tag (0) nichts essen. Und das innerhalb von 2 Tagen. Stundenmäßig 36/12. Über eine Facebookgruppe wurde ich auf dieses Buch aufmerksam - und schlug mir beim Lesen mit der flachen Hand vor den Kopf!Klar - Das Insulin!!! Seit meiner Diabetes-Diagnose mit 15 Jahren hatte mich jeder Arzt auf mein Fragen hin gescholten, dass es unmöglich sei, von Insulin zuzunehmen. Mir wurde unterstellt, dass ich einfach zu viel esse. Oder dass ich mich daran gewöhnen müsse, als Diabetes Typ1 niemals abnehmen zu können. Das sei einfach so! Oder dass ich mich mehr bewegen müsse. Oder einfach weniger Fett essen.Und dann die ganzen Zwischenmahlzeiten, um meinen Insulinspiegel konstant zu halten. Mir (uns) wurde geraten, Insulingaben mit Kohlenhydraten in Schach zu halten (und nicht umgekehrt!).Und jetzt??? Mit 10 in 2 benötige ich in der Woche im Schnitt 25% weniger Insulin. Im Schnitt. Wenn ich dazu sportel oder meinen Fastenradius zeitlich ausdehne, lässt sich das auch noch weiter minimieren. Seit Jahren esse ich erstmals wieder richtig (an meinen Esstagen!).Durch das jahrelange harte Kasteien und Verzicht bin ich zu einer Art Hungerfakir mutiert und kann gut damit leben, einen Tag überhaupt nichts zu essen und meine Basal-Insulin-Dosis zu minimieren (Zeit im Zielbereich an den Nicht-Ess-Tagen bei sagenhaften 90% - 100%!!!! - an Esstagen nur bei etwa 50% - 70%). Aufgrund dieser fabelhaften Werte kann mir keiner mehr weismachen, dass ein 36stündiges Fasten nicht gut bei Diabetes sei!Und das Allerbeste: ich habe das erste Mal seit Jahren wieder abgenommen - 4kg in 4 Wochen! Und ich werde dabei bleiben. Bis ich mit meinen 52 Jahren und 172 Körpergröße wieder bei 60kg bin! Dankeeee Dr. Fung!!!